30 Oktober 2006

Wieder Oahu

Anflug auf Honolulu International
Nun ist es ja nicht so, dass uns nach fast drei Wochen Hawaii die Themen für neue Posts ausgehen würden. Im Gegenteil: viele Geschichten bleiben unerzählt, zum Beispiel die über die lustigen Schilder, die wir hier jeden Tag sehen: "No jumping from bridge" hat heute Premiere. Es ist an einigen Straßenbrücken an der Northshore angebracht. Wir fragen uns: Ist das Herunterspringen an den anderen Brücken erlaubt? Und stehen dort dann unten am Fluss Schilder mit der Aufschrift: "Caution! Wet Floor"? Seit Tagen schon machen uns andere Schilder zu schaffen: "adopt highway litter control next two miles". Manchmal ist eine Strafandrohung damit verbunden: 100 Dollar, 500 Dollar, es variiert. Laut Wörterbuch heißt to litter: Müll abladen. Klar, dass das an der Landstraße verboten ist. Aber warum kostet ein Verstoß manchmal 100, manchmal 500 Dollar? Und warum ist es nur an bestimmten Streckenabschnitten verboten? Geradezu eine Einladung zum Müll abladen ist doch dann das ebenfalls gesichtete Verkehrsschild, das die "Litter control" aufhebt? Und wie sieht überhaupt eine "Litter control" aus?
In einem der letzten Posts hatte ich einmal den Versuch gemacht, journalistische Qualitätskriterien auf den Blog anzuwenden. Dazu gehörte meiner Erinnerung nach, dass Geschichten zu Ende erzählt werden - egal ob sie noch jemanden interessieren. Deshalb dieser Nachtrag: Das Erdbeben wird hier in der Tagespresse immer noch auf den Titelseiten thematisiert. Die Schäden werden mittlerweile auf über 200 Millionen Dollar geschätzt (eine Vervielfachung in den letzten Tagen).

Leider hatte Blogger in den letzten zwei Tagen technische Probleme, so dass wir unsere Posts, die wir natürlich weiterhin brav geschrieben haben, nicht veröffentlichen konnten. Dies wurde nun nachgeholt - wenn auch teilweise ohne Bilder.

Heute sind wir wieder auf Oahu. Aloha Airlines hat uns hergebracht. Auf dem knapp einstündigen Flug konnten wir noch einmal Maui (Bild), Lanai und Molokai von oben sehen. Wunderbare Bilder - nur leider habe ich vergessen, sie auf meinen USB-Stick zu kopieren. Jetzt sitze ich hier im Hostel in der Lemon Road und kann sie nicht in den Post einbauen (Problem ist mittlerweile behoben - unser neues Hotel hat einen guten Internetanschluss! Kann ich nur empfehlen: Continental Surf Hotel in Waikiki, kakerlakenfrei und guter Service, später mehr dazu).

Alamo Cars nerven heute etwas. Nicht nur, dass sie uns auf Big Island einen kakerlakenverseuchten Dodge angedreht haben. Nein, sie haben auch noch den falschen Abschnitt aus dem Voucher-Heft gerissen, so dass wir heute in Honolulu fast eine Dreiviertelstunde auf unser Auto warten müssen. Der genervte Angestellte am Tresen will uns darüber hinaus noch eine teure Versicherung aufschwatzen und droht naheu unverhohlen damit, dass wir ansonsten im Falle eines Unfalls hier vor Gericht gestellt würden und das Land nicht verlassen dürften (ehrlich gesagt: die Drohung zieht nicht, so schlecht ist es hier gar nicht).
Trotzdem checken wir zunächst unfallfrei im Hotel ein (diesmal weder ins Sheraton noch ins Hostel). Ganz in der Nähe des Hostels und für unwesentlich mehr Geld haben wir das Continental Surf Hotel gefunden, wo wir die letzten beiden Nächte auf Hawaii im 16. Stock mit Blick auf Diamond Head und Waikiki verbringen werden.
Außerdem ist der Name "Continental Surf" Programm für die letzten Tage hier. Nachdem wir unser Zimmer haben, fahren wir an die Northshore, Mekka aller Surfer. Dieser Küstenabschnitt gibt sich bescheidener als erwartet. Zwar sind die Wellen beeindruckend. Die Gegend allerdings wirkt angenehm unaufgeregt. Die Häuser sind eher normal, Hotelburgen finden wir nicht. Ausgediente Lastwagen sind zu Imbissbuden umgebaut, nette Holzhütten beherbergen Surfshops. In der Uckermark sieht es nicht viel anders aus. Nur, daß dort nicht nach jeder Straßenbiegung ein noch sensationellerer Strand aufwartet. Kahlgeschorene junge Männer gibt es an der Northshore auch. Allerdings sind die hier nur mit Badehose bekleidet und haben Surfbretter unter dem Arm, was im Grunde vertrauensbildend wirkt.
Dennoch machen auch sie verrückte Sachen mit ihrem Gerät. Ein grosser Unterschied zur Uckermark ist allerdings: Das Essen ist hier leckerer (und man bekommt überhaupt welches)! Wir essen heute an einem Imbiss (Thunfischspiesse mit Salat und einen sehr leckeren vegetarischen Burger). Unten spielen die Jungs in den Wellen und die Stimmung ist einfach gut.
Kaum etwas davon zu merken, daß dies das Paradies aller Surfer und Austragungsort der wichtigsten Wettbewerbe ist. Die Preise sind gemäßigt und von grossem Hype ist kaum etwas zu spüren. Nur der Flyer eines Surflehrers, der seiner Kundschaft einreden will, dass dies der ideale Platz fuer Anfänger ist, wirkt etwas zu geschäftsmäßig bemüht. Die Wellen sind heute besonders hoch, im Wetterbericht wird gewarnt - bis 20 Fuß, etwa 7 Meter schwappt das Wasser hoch. Leider ist meine primitive Digitalkamera das falsche Gerät für schöne Aufnahmen. Dennoch seien zwei Bilder hier veröffentlicht.
Northshore von Oahu

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