Heute ist das Problem mit dem Blogger insoweit gelöst, dass zumindest Text veröffentlicht werden kann. Hier also der neue Post - mit ausführlichen Beschreibungen statt Bildern.Für den heutigen Tag haben wir uns wiederum einen Vulkan als Ziel ausgesucht. Diesmal einen aktiven: Den Kilauea.
Eine bildhafte Beschreibung braucht es dafür nicht. Denn im Grunde sieht die Gegend aus wie bei uns der Braunkohletagebau in der Lausitz - kombiniert mit dem früheren Geruch in Bitterfeld. Nur die großen Bagger fehlen. So weit ist man in den USA noch nicht.
Der Vulkan ist ein riesiges schwarzes Loch in der Landschaft, das stinkt. Überall sind die Lavaausflüsse der letzten Jahrzehnte zu sehen. Riesige Flächen wurden von der Lava bedeckt.
Wir fahren mit unserem Kakerlaken-Impala die Chain of Craters Road hinunter bis nahezu auf Meereshöhe - wo die ehemalige Küstenstraße abrupt unter einem Lavaberg verschwindet (keine Angst, die in den USA üblichen Warnschilder verhindern, dass man dagegenbrettert). Ein paar Verkehrsschilder ragen noch aus der Lava, doch hier kann nach einem Ausbruch 1994 definitiv kein Auto mehr fahren. Es gibt auch den Ort Kalapana nicht mehr, zu dem die Straße einst führte. Insofern wurden - wie man so sagt - zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen.
Was mich wiederum auf die Kakerlaken bringt: Den Tierchen hat weder die extreme Höhe gestern etwas anhaben können (ein modernes Märchen besagt, dass man das Ungeziefer mit Unterdruck zum Platzen bringen kann), noch haben sie sich von den giftigen Vulkandämpfen beeindruckt gezeigt. Wenigstens wurde insofern ein Burgfrieden getroffen, als dass sie sich von unseren Sitzen verkrümeln, sobald wir die Türen öffnen.
Unsere Wandertour des Tages führt uns über unendliche Lavaflächen nahe an die Stellen, wo flüssiges Magma sich mit einem Riesenalarm ins Meer ergießt. Die dabei entstehenden großen Dampfwolken erinnern mich wiederum an Ellison Onizuka, den aus dem gestrigen Post bekannten unglücklichen Hawaiianischen Helden aus der Raumfähre „Challenger“, die sich ebenfalls mit weißem Rauch – übrigens kein Privileg der Päpste – aus dieser Welt verabschiedete. Das Lavameer erinnert mich hingegen an den Khumbu-Gletscher in Nepal. Der Weg ähnelt dem, der zum Everest-Basecamp führt. Es sind erstaunlich ähnliche Formen: Erkaltete Materialflüsse, Berge, die sich auftürmen, Tunnel und Täler. Es gibt Löcher und Einbrüche und die Lava liegt in mehreren Schichten übereinander. Die Natur ist hier wie ein therapiebedürftiger Patient: Immer wieder verfaellt sie in aehnliche Muster und macht an verschiedenen Stellen des Planeten einen ganz ähnlichen Quatsch.
Genug der blumigen Beschreibungen. Hoffen wir alle zusammen, dass morgen auch die Bilder wieder veröffentlicht werden können.
Übrigens verlassen wir morgen diese wunderschöne Insel und fliegen zurück nach Oahu. Ob wir dort einen Internetanschluss finden, ist noch nicht klar. Vermutlich aber werden wir wieder im wunderbaren „Euro Market Café“ in der Kuhio Street in Waikiki landen. Mal sehen.


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