Der Zeit- unterschied zwischen Berlin und Honolulu beträgt während der Sommerzeit in Deutschland 12 Stunden (im Winter: 11). Das heißt, dass die Reise fast um den halben Planeten führt. Zunächst fliegen wir heftig nach Norden, überqueren mit der Boing 747 Island und Grönland (Foto). Das grönländische Inlandeis sieht aus 11.000 m Höhe fantastisch aus.Dann überfliegen wir die Hudson-Bay und nähern uns dem nordamerikanischen Kontinent. Die schnurgeraden, unendlichen Straßen und die über hunderte Quadratkilometer aneinander gereihten quadratischen Felder der großen Farmen sehen skurril aus, so als überflöge man ein gigantisches Schachbrett. Dann knickt die Flugroute nach Süden ab. Salt Lake City, die Rocky Mountains tauchen auf und nach weiteren zwei Flugstunden erreichen wir Los Angeles. Dort sehen wir zum vorerst letzten Mal Birgits Gepäck, bevor wir uns zum Weiterflug nach Honolulu einchecken, der weitere sechs Stunden dauern wird.
Nach 20 Stunden trockener Flugzeugluft (und weiteren 3 Stunden in klimatisierten Terminals) werden wir kurz nach Sonnenuntergang in das feuchtwarme Klima des Paradieses entlassen.
Birgits Koffer ist allerdings nicht auf dem Gepäckband. Ihre Backenknochen zermahlen das Kaugummi, das sie sich hineingesteckt hat, als sie vor dem Gepäckschalter von American Airlines steht. Der Angestellte ist freundlich und versucht sein Bestes.
Ich gehe im Geiste noch einmal das Kapitel über Sitten und Tabus in meinem Reiseführer durch. Dort heißt es unter "Ja": "Seien Sie freundlich und lächeln Sie zurück. Aloha Spirit." Unter "Nein" heißt es: "Einheimische sollten mit Rücksicht behandelt werden. Versuchen Sie bitte nicht, einen Hawaiianer dazu zu bringen, etwas anders oder schneller zu machen, als er es möchte".

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