29 Mai 2008

Hamburgs Universiade-Bewerbung in Gefahr?

Seit Ende letzten Jahres ist es offiziell: Die Freie und Hansestadt Hamburg bewirbt sich um die Universiade 2015. Universiaden sind nach den Olympischen Spielen die größten Multisportveranstaltungen der Welt. Teilnehmen dürfen Studierende aller Länder. Zur letzten Universiade 2007 in Bangkok reisten etwa 10.000 Teilnehmer/innen an.
Hamburgs Bewerbung wurde frenetisch gefeiert. Vor den Wahlen machte sich eine solche Ankündigung, deren Verwirklichung bekanntermaßen mit Kosten verbunden ist, natürlich gut. Kurz vor den Wahlen wurde indes bekannt, dass der veranstaltende Weltverband, die FISU, erhebliche finanzielle Forderungen an die Bewerberstädte stellt.
Bereits im Koalitionsvertrag spielte die Universiade denn auch keine Rolle mehr. Der Hamburger Sportbund (HSB) deutete dies dennoch optimistisch "als Signal, dass der neue Senat die bisherigen Konzepte hierzu weiter verfolgt." (DOSB Presse Nr. 17).
Am 19. Mai war dann in den Medien jedoch plötzlich von "Chaos", "Verwirrung" und "Drohendem Aus" die Rede.
Der Hochschulsportverband adh hielt sich hingegen seltsam bedeckt. Aus der Zentrale in Dieburg drang kein Mucks nach draußen, außer der dringenden Bitte, doch nichts vorschnell zu verbreiten. Stattdessen wurde einen Tag später eine unglaubliche E-Mail im Stile des "Neuen Deutschlands" der letzten DDR-Tage an die Mitgliedshochschulen verschickt:
"Universiade-Bewerbungsgesellschaft erfolgreich konstituiert
Am Montag, den 19. Mai 2008 tagten in Hamburg die Gesellschafter der Universiade-Bewerbung 2015. In der Gesellschafterversammlung hat sich das Bewerbungskomitee UNIVERSIADE HAMBURG 2015 konstituiert. Darüber hinaus wurde unter anderem einvernehmlich das weitere Bewerbungsverfahren besprochen."
Kein Wort von der Krise, über die tags zuvor die Zeitungen berichtet hatten.
Einst war der adh ein diskussionsfreudiger, fortschrittlicher Sportverband. Mittlerweile fühle ich mich in Ost-Zeiten zurück versetzt, in denen zwar die schlechten Nachrichten aus dem West-Fernsehen Allen bekannt waren aber offiziell so getan wurde, als glaube man an die Verlautbarungen der Parteipresse.
Auch die Stadt Hamburg lässt weiterhin alles offen: Zwar wurde die "erfolgreiche" Konstituierung der Bewerbungsgesellschaft in einer Pressemitteilung ebenfalls bejubelt, dennoch heißt es darin nebulös: "Es besteht Einvernehmen, dass unverhältnismäßige Risiken für die Bewerberstadt zu vermeiden sind."

26 Mai 2008

Ljunggqvist warnt vor Doping-Kleinstlabors

Der langjährige Vizepräsident des Internationalen Leichtathletikverbandes (IAAF) und Vorsitzende der medizinischen Kommission des Internationalen Olympischen Komitees, Arne Ljunggqvist warnte auf einer Veranstaltung der Nordischen Botschaften in Berlin vor verfeinerten Dopingmethoden im internationalen Spitzensport.

Die DOSB Presse (Ausgabe 17) berichtete auch über diese Veranstaltung zum Thema Doping:

Weltweit wird im Spitzensport trotz der Fortschritte im Dopingkontrollsystem weiterhin unentdeckbar betrügerisch manipuliert. [...]
"Ich bin doch nicht naiv, dass ich davor die Augen verschließe", sagte der 76 Jahre alte Sportmediziner Ljungqvist. "Sehr viele Top-Athleten wenden ganz gezielt Dopingpräparate an. Das wissenschaftliche Umfeld der kriminellen Dopingszene hat hochentwickelte, raffinierte Programme entwickelt."

Das IOC und die internationalen Fachverbände seien für die Wettkampfkontrollen bei den Olympischen Spielen in Peking "gut vorbereitet", erläuterte Ljungqvist. Vorgese-hen seien 3.770 Urinkontrollen und 735 Blutproben. Dennoch gebe es bei den "un-überschaubaren Dopinganwendungen" geschlossene Kontrollfenster. So vereitelten Maskierungsmittel die Betrugsaufdeckung. Das Wachstumshormon HGH sowie Hämoglobin-, Insulin- und Gendoping seien noch undetektierbar. Ljungqvist: "Weltweit gibt es eine systematische Pro-Dopingforschung in Kleinstlabors, die den internationalen Sport vor große Probleme stellt."

Der Sportmediziner, der als Aktiver 1952 am Hochsprung-Finale der Olympischen Spiele in Helsinki teilgenommen hatte, warnte vor den Risiken des potentiellen Gendo-pings. "Wir wissen, dass Athleten bereit sind, diese gesundheitlichen Risiken einzugehen." Die Anwendungsforschung für medizinisch indizierte Gentherapien sei allerdings über Tierversuche noch nicht hinaus. Ein Testprogramm für das Dopingkontrollsystem habe die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), deren Vizepräsident Ljungqvist seit Januar 2008 ist, bisher nicht entwickeln können: "Wissenschaft funktioniert nun einmal nicht so, dass man ihr vorgeben kann: Bis Freitag ist ein umfassendes Detektierprogramm vorzulegen."

"Das Dopingproblem mit seinen internationalen Vernetzungen kann der Sport nicht al-lein lösen", erklärte Ljungqvist. "Wir brauchen in allen Ländern staatliche Rechtsnormen, die Polizei und Behörden Befugnisse im Kampf gegen diese Kriminalitätsform geben." Daneben seien staatliche Institutionen aufgerufen, die Produktion von Arzneimitteln zu regulieren und zu überwachen. Pharmazeutische Betriebe sollten bei Entwicklung neuer Medikamente zur Heilung von Krankheiten den möglichen Miss-brauchscharakter im Sport offen legen, forderte er.

Ljungqvist war auf Einladung der Nordischen Botschaften nach Berlin gekommen. Bei der Veranstaltung "No Limit – Doping im olympischen Jahr der Ratte" stellte die Berliner Literaturwissenschaftlerin und ehemalige Sprint-Weltrekordlerin Ines Geipel ihr neues Buch "Wie viel Doping verträgt die Gesellschaft" vor. Die schwedische Botschafterin nahm an dem Forum teil.

Doping in Heidelberg?

In der 17. Ausgabe der DOSB Presse stoße ich auf eine interesante Dokumentation: Öffentliche Ringvorlesung zum Doping in Heidelberg gestartet. Wußte gar nicht, dass in Heidelberg auch gedopt wurde.

19 Mai 2008

Surfer Arthur Wystrychowski gewinnt adh-open

Der TU-Student Arthur Wystrychowski hat die adh-open im Wellenreiten in Seignosse gewonnen. Er ist in der Open Class gestartet und konnte damit seinen Erfolg vom Vorjahr - 2007 wurde er Dritter - noch einmal toppen.
Berichte und Bilder gibt es hier: http://www.wellenreiten-lernen.de/stories/details.php?image_id=343

Da freut sich doch der "Spitzensportbeauftragte" ;-)!

18 Mai 2008

Turicar


Endlich einmal ein Reiseunternehmen, das außen auf das Produkt drauf schreibt, was innen drin ist: In diesem spanischen Bus, der auf der nächtlichen Straße des 17. Juni abgestellt ist, sitzen also normalerweise Touris.

17 Mai 2008

Danke für die schöne Party!



Eben ist sie denkwürdig zu Ende gegangen, die Schneesportparty im "EB 104".
Vielen Dank allen, die dabei waren!
Es war sehr schön, Euch wieder zu sehen. Und Grüße nach Zürich, wo die Jelly Bears heute zum Sola-Lauf antreten - und deshalb nicht bei der Party dabei sein konnten.
Am Ende mündete die Party in einen Voleyball-Contest. Oder zumindest so ähnlich. War nett mit Euch, Henning, Michael, Sebastian!

05 Mai 2008

Aus für Bosco Gurin und Carí? Skigebietssterben in der Schweiz


Es wird eng für kleinere Skigebiete in mittleren Höhenlagen. Das französische Abondance war bereits 2007 der erste Skiort in den Alpen, der sein Skigebiet (ca. 1000-1700 m ü. M.) komplett schloss. Zu hoch waren die Verluste, zu wenig Schnee gab es in den letzten Jahren.
Nun könnten die Schweizer Stationen Bosco Gurin und Carí folgen: Wie der Informationsdienst "Sport schützt Umwelt" des Deutschen Olympischen Sportbundes im März meldete, hat die Tessiner Kantonsregierung beschlossen, die Skigebiete finanziell nicht mehr zu unterstützen. Bisher flossen insgesamt rund 30 Millionen Franken aus öffentlichen Kassen in die Gebiete, dies sind rund zwei Drittel der Gesamtinvestitionen.
Beide Tessiner Skigebiete sind relativ klein und liegen unterhalb von 2500 m.ü.M..

Carí: 20 Pistenkilometer, 1600-2300 m.ü.M.
Bosco Gurin: 30 Pistenkilometer, 1480-2400 m.ü.M.

Links:
FAZ: Der schmerzvolle Abschied vom Leben mit dem Lift
Wikipedia: Bosco Gurin
Homepage von Abondance

04 Mai 2008

Ein deutsch-österreichisches Verhältnis

"Schneesport & Reisen" ist ja nun der aktuelle Titel dieses Blogs. Früher, bevor die Reisen einen größeren Stellenwert einnahmen, hieß er mal "TU-Schneesport" - was bei Lichte besehen aber auch nicht besser war.
Denn egal, wie man es dreht oder wendet, der Schnee, der Sport und das Reisen haben in diesen Tagen ein Problem: Alle drei Begriffe bewegen sich am Rande der politischen Korrektness:
- Der Schnee, weil er wegen der Klimakatastrophe immer weniger fällt,
- der Sport wegen der Olympischen Spiele in China und
- das Reisen, weil selbst eine Pferdekutsche nicht CO²-neutral ist (zumindest wenn - wie heute üblich - die Pferde industrielles Kraftfutter gefressen haben), was wiederum auf den ersten Punkt - Klimakatastrophe - verweist.
Es ist also nur angemessen, wenn an dieser Stelle ein wenig problematisiert wird. Durch die Sommersportarten gelangt die Idee der Menschenrechte derzeit zu neuer Blüte: Alle blicken wegen der Olympischen Spiele nach China, jede/r fühlt sich als Tibeter/in.
Doch was können die Wintersportarten zu dieser - an sich begrüßenswerten - Entwicklung beitragen? Bei Lichte besehen ist die Lage der Menschenrechte in den klassischen Wintersportnationen nicht unproblematisch. Welcher Österreich-Urlauber kann schon mit Sicherheit behaupten, dass im Keller seiner Unterkunft kein geheimes Inzest-Labor betrieben wird? Auch die Medien, sonst überkritisch, lassen die gewohnte Sensibilität vermissen: Als Anfang des Jahres in Ludwigshafen bei einem Feuer in einem von Türken bewohnten Haus mehrere Menschen zu Tode kamen, wurde der Tatort "Schatten der Angst" abgesetzt, der ebenfalls in Ludwigshafen im türkischen Milieu spielte. Der heutige äußerst morbide Tatort, in dem mit Leichen herumgemacht wird und der in Österreich spielt, geht trotz Amstetten auf Sendung. Bemerkenswert, dass ein deutsch-österreichisches-Verhältnis Derartiges aushält. Aber sollten wir nicht alle etwas kritischer sein?