22 März 2014

Gruppenfoto - und vorübergehende Sorge um Schatzi 1

Es ist der Tag der Abreise aus Maria Alm gekommen - und damit auch das Ende meiner persönlichen Skisaison. Bevor wir in den Bus steigen (d.h. ich fahre nicht mit dem Reisebus, weil ich mit dem Kleinbus vor der Abreise nach Berlin noch Simon aus dem Krankenhaus abhole), versammeln wir uns zum Gruppenfoto vor dem Hotel.
Dann entsteht noch einmal Unruhe: Unsere Wirtin, die uns mit ihrem Team in der letzten Woche so aufmerksam und liebevoll beherbergt hat, vermisst ihre Katze! Genauer gesagt vermisst sie ihre Lieblingskatze, ein dreifarbiges Tier, das in unserer internen Chronik den Namen "Schatzi 1" trägt (Unsere Wirtin ruft alle ihre Katzen immer einfach "Schatzi". Um eine bessere Unterscheidbarkeit zu gewährleisten, haben wir daher intern eine Nummerierung eingeführt). Es besteht die Befürchtung, dass das neugierige Tier heimlich in den Bus eingestiegen ist. Der Innenraum wird eilig durchsucht. Hier ist es nicht. Tansu, der Busfahrer ist sich sicher, dass auch im Laderaum keine Katze zwischen dem Gepäck sitzt. Er hat den Bus beladen - und ein wachsames Auge gehabt.
Dennoch bleibt Schatzi1 bis zur Abfahrt des Busses verschwunden. Die Wirtin winkt daher heute mit besonderer Wehmut: "Notfalls fahre ich morgen nach Berlin und hole mein Schatzi zurück," sagt sie.
Schatzi 1
So weit muss es glücklicherweise nicht kommen. Nach einiger Zeit taucht Schatzi 1 wieder auf. Ihr war der Trubel im Haus wohl zu viel geworden. Sie hatte sich in die Ruine des alten Hotels zurückgezogen und kam nun, nachdem wieder Ruhe eingekehrt war, zurück.


17 März 2014

Schönes Wetter ohne Gopro

Morgens scheint schon die Sonne in unser Fünfer-Zimmer im Hotel Hintermoos. Es ist wieder schönes Wetter. Über Nacht hat es kaum Frost gegeben, der Schnee ist daher schon morgens weich. Die Wiesen unten im Tal sind fast schon sommerlich grün. Im Hintergrund bildet der seit gestern eingeschneite Hochkönig einen seltsamen Kontrast. Die Pistenpräparierung stößt unterdessen an ihre Grenzen. Wo die Pistenraupen nichts mehr ausrichten können, weil einfach zu wenig Schnee da ist, versuchen Männer mit Schaufeln Engstellen auszubessern. An manchen Stellen sind die Abfahrten nur noch zwei Meter breit.
Meine Anfängergruppe habe ich geteilt. Die beiden Chinesinnen werden vormittags unterrichtet. Sie haben immer noch etwas zu wenig Körperspannung und plautzen mitunter ohne erkennbaren Grund einfach hin. Aber im Laufe des Vormittags machen sie trotz der schwierigen Bedingungen heute Fortschritte im Pflugfahren. Ich musste auf diesen altmodischen Lehrweg zurückgreifen – und er funktioniert zum Glück. Nachmittags sind die etwas stärkeren anderen vier Teilnehmer dran. Wir fahren zum Aberg, weil die Anfängerpiste in Hintermoos schon keinen Schnee mehr hat. Unten im Intersport, wo wir unser Material ausgeliehen haben, werde ich Zeuge eines Skandals: Im Rahmen einer Werbeaktion kann dort entgeltfrei eine Gopro-Kamera ausgeliehen werden, sofern man Inhaber einer Hochzeiger-Karte ist. Viele Teilnehmer unserer Fahrt haben sich daraufhin eine solche entgeltfreie Karte besorgt. Doch als heute morgen jemand die Kamera ausleihen möchte, stellt sich heraus, dass sie keine Speicherkarte hat. Also ist sie nahezu nutzlos. Egal. Wir genießen den schönen Tag in den Bergen - auch wenn es hinterher niemand auf Video ansehen kann/muss.

16 März 2014

Pfüati

Das schöne Wetter der vergangenen Woche ist endgültig Geschichte. Der gestrige Sturm ist über Nacht dem Regen gewichen. Morgens fahre ich die Teilnehmerin zum Bahnhof in Saalfelden, deren Mutter gestorben ist. Es ist eine traurige Fahrt durch trübes Wetter.
Anschließend Frühstück im angenehmen Ambiente des Hotel Hintermoos. Dann beginnen die Skikurse. Ich habe diese Woche wieder eine Anfängergruppe – sechs Leute, drei Männer, drei Frauen, darunter zwei Chinesinnen.
Nora hat es schlimmer erwischt. Sie unterrichtet die leicht Fortgeschrittenen. Im Kurs ist eine Frau mittleren Alters, die schon seit der Vorbesprechung durch Fragen, Bedenken, Ängste auffällt. Gestern Abend hatte sie mich nach Voltaren gefragt. Ich war etwas verwundert, denn wegen des Sturms waren alle Lifte geschlossen und Skifahren unmöglich. Wobei hätte sie sich verletzt haben sollen? Es stellte sich heraus, dass sie das Zeug prophylaktisch haben wollte – für den Fall, dass ihr irgendwas weh tut.
Heute erzählte die Teilnehmerin unserer Skilehrerin Nora bei der ersten Liftfahrt, dass sie morgens vergessen hätte, ein zweites Paar Socken anzuziehen. Nun würden ihre Füße schon vor der ersten Abfahrt schrecklich in den Schuhen schlackern. Das Gespräch endete damit, dass die Frau in Tränen ausbrach. Später fuhr sie dann aber trotz der fehlenden Socken recht souverän die nassen Pisten herunter.
Als mir Nora die Geschichte erzählte, fragte ich mich, ob diese Frau wohl den Schmerz der Teilnehmerin nachvollziehen kann, deren Mutter gerade gestorben war?
Mit meinen Anfängern gehe ich an den Pistenauslauf der Abergbahn. Wir üben im angstfreien Gelände erste Abfahrten. Ich zeige den Leuten, wie mit dem Schneepflug gebremst wird, lasse sie aber ansonsten gleich auf der Kante erste Kurven fahren. Der Ritt über die Falllinie ist wegen des weichen Schnees relativ einfach und vier von den Leuten fahren schon recht schnell erste Kurven im Parallelschwung.
Eine der Chinesinnen tut sich allerdings schwer. Schon das Hochgrätschen bereitet ihr Schwierigkeiten und bei der Abfahrt pfeift sie regelmäßig ziemlich ab.
Kurz vor der Mittagspause fahren wir mit der Abergbahn hoch. Mit den drei Jungs mache ich eine erste längere Abfahrt. Die Frauen gehen in die Pause. Auf der Hütte freunden sich die Chinesinnen sogleich mit einer Gruppe älterer Österreicher an. Sie lernen, was Pfüati heißt – und die Österreicher verabschieden sich anschließend von ihnen auf Chinesisch. Auf dem Tisch bleiben mehrere leere Schnapsgläser zurück...

15 März 2014

Transfer nach Maria Alm

Heute früh brechen wir lange vor Sonnenaufgang in Ritzenried auf. Der Abschied vom Pitztal fällt mir schwer, denn wir hatten zwei gute Wochen hier. Die Gruppe wird heute noch einen schönen Skitag hier verbringen, doch ein Teil des Teams muss schon früh abreisen. Jana fährt mit mir im Kleinbus mit nach Innsbruck, wo sie am Hauptbahnhof aussteigen will. Ich mag diesen Bahnhof nicht, denn fast jedes Mal verfahre ich mich in der Stadt und außerdem gibt es am Bahnhof keine vernünftige Haltemöglichkeit. Aussteigen geht nur an einem Busbahnhof, auf dem jedes Halten eigentlich illegal ist.
Wir sind zu dritt im Auto, Jana, Rocco und ich. Rocco fährt mit bis nach Saalfelden. Auf ihn wartet eine weitere Fahrt: Er macht neben seinem Snowboard- nun auch noch einen Skiausbilder-Schein. Wir tanken unten in Imst und fahren dann auf die Autobahn. Vor Innsbruck geht die Sonne wunderschön auf. Doch dann geht es in die Stadt und niemand kennt den Weg - auch Jana nicht, die am Bahnhof aussteigen möchte. Ich hatte mir nur die Route nach Maria Alm vorher zurechtgelegt, meinem Tagesziel. Die ganzen Abstecher zu den Ausstiegsorten hätten doch eigentlich die Ausstiegswilligen kennen müssen, war meine Meinung...
Prompt verfahren wir uns wieder, d,h, ich nehme die Ausfahrt in Richtung Zentrum, statt noch etwas länger auf der Autobahn zu bleiben. Trotzdem finde ich den Bahnhof bald, denn man sieht die Oberleitungen der Gleise und kann ihnen folgen. Schwieriger ist es anschließend, durch ein Gewirr von Einbahnstraßen den Weg zurück auf die Autobahn zu finden.
Doch es gelingt und wir sind nach insgesamt einer halben Stunde wieder auf der Autobahn. In Saalfelden ist der Bahnhof einfacher zu finden. Obwohl er winzig klein ist, gibt es hier jedoch einen wirklichen Obdachlosen. Er hält sich seit Jahren an dieser Station auf und sieht heute ganz schlecht aus. Die Szene am Bahnhof bildet einen starken Kontrast zur heilen Welt der Skigebiete.
Ich verabschiede mich von Rocco und dann bin ich für einige Kilometer allein.An die Gruppe erinnern mich einige Kisten Leergut im Auto, die ich im MPreis vor Maria Alm gegen eine volle Kiste Stiegl eintausche. Als ich anschließend das Hotel in Hintermoos erreiche, steht dort schon der Reisebus mit der neuen Gruppe.

14 März 2014

Nackt wie Pitzi

Es ist ein heißer Abschied von Jerzens. Nach zwei Wochen verringen wir unseren letzten Skitag am Hochzeiger. Es ist ein sehr warmer Tag und einige Leute aus der Gruppe wollen unbedingt in Unterwäsche auf die Piste. Sie ziehen sich in der Open-Air-Lounge des Hochzeigerhauses aus, springen zur Verwunderung des Liftpersonals in die Panorama-Doppelsesselbahn und fahren zum Sechszeiger hinauf. Dort gibt es ein Gruppenfoto mit Pitzi, der ebenso leicht bekleidet jedem Wetter auf dem Gipfel trotzt. Anschließende Fahrt ins Tal, an der Terasse des ZeigerRestaurants vorbei, auf der sich die Schaulustigen drängen.
Einziges Problem bei der Aktion: Wo bewahrt ein Nackedei den Skipass auf? Unterhosen mit Eingriff wären eine Lösung für die Herren - aber eine ästhetische Sünde für alle Beteiligten.
So behelfen sich die Nudisten damit, die teuren Karten im Handschuh zu verstecken - oder sie klettern einfach über die Drehkreuze. Das Liftpersonal war zu sehr überwältigt, um einzuschreiten.

10 März 2014

Freude und Schmerz

Es ist der dritte sehr warme Tag in Folge. Am Nachmittag liegen unsere Jungs mit freiem Oberkörper in den Sofas vor dem Hochzeigerhaus und trinken ihr Bier.
Die Pisten sind allerdings immer noch in erstaunlich gutem Zustand. Sie werden nachmittags perfekt präpariert. Nachts ist es sternenklar und sehr kalt, so dass der Schnee bis zur Mittagszeit meist recht hart bleibt. Außerdem sind die Ferien in Bayern vorbei und am Hochzeiger ist viel weniger los als noch letzte Woche. Auch deshalb bilden sich nachmittags nicht so viele Buckel, wie sie für das Frühlingsskifahren sonst üblich sind. Freie Pisten – perfekte Bedingungen zum Carven.
Dennoch scheint die Zahl der Unfälle immer noch höher zu sein als in der letzten Woche. Heute Vormittag landete wieder ein Rettungshubschrauber vor der Mittelstation und nach der Mittagspause musste ich selbst einmal die Rettung alarmieren, nachdem sich ein Franzose in der Nähe der Talstation von der Panoramabahn am Schlüsselbein verletzt hatte. Er gehörte zu einer Gruppe von Franzosen, die den Vorfall recht locker zu nehmen schienen. Sie versammelten sich um ihren Freund oder Familienvater – so genau konnte ich das nicht erkennen – der sich vor Schmerzen nicht bewegen konnte, machten erst einmal Fotos und zündeten sich Zigaretten an. Dann begannen sie, ihn auszuziehen – anstatt dafür zu sorgen, dass er sich nicht noch unterkühlt. Unsere Skilehrerin Laura kam hinzu und sorgte dafür, dass der arme Mann wenigstens eine Unterlage unter den Kopf gelegt bekam. Ich baute unterdessen oberhalb der Unfallstelle ein Warnkreuz aus Skiern auf. Darauf war bisher noch niemand gekommen.
Als ich zurück kam, wirkte der übergewichtige Mann lethargisch und benommen. Ich sagte einem seiner Freunde, dass er mit ihm reden solle, damit er nicht das Bewusstsein verlöre. Der Mann fragte seinen Freund daraufhin nach seinem Namen, seinem Geburtsdatum und ob er verheiratet sei. Die Umstehenden amüsierten sich königlich darüber, dass das Opfer die Fragen wahrheitsgemäß beantworten konnte. Also schoben sie noch ein paar Scherzfragen hinterher – so lange, bis auch der Verletzte lachen konnte. Nach kurzer Zeit kam der Skidoo der Bergrettung. Er brauchte zwei Anläufe, um im steilen Gelände an den Verunglückten herankommen. Beim ersten Versuch rutschte der Retter mit seinem schweren Gerät an der Unfallstelle vorbei. Er musste daraufhin den ganzen Hang hinunter und dann wieder hinauffahren, bevor er endlich zum Ziel gelangte. Nur einer der Franzosen sprach etwas deutsch. Der Retter bat ihn, zu dolmetschen, um herauszufinden, was dem Mann genau weh tat. Doch der „Dolmetscher“, der sich mittlerweile auch eine Zigarette angezündet hatte, war irgendwie nicht bei der Sache. Es war schwierig, vom Opfer zu erfahren, wo der Schmerz her kam. Schließlich wurde es mit einem Akkia abtransportiert – was eine Herkulesaufgabe für die Retter war, denn der Mann wog vermutlich etwa 100 Kg, das Gelände war sehr steil und bei jeder Bewegung des Oberkörpers hatte der Mann starke Schmerzen. Trauriges Ende eines bis dahin lustigen Skitages...

06 März 2014

Klare Kante

Das angekündigte schöne Wetter lässt leider noch auf sich warten. Die Hänge am Hochzeiger sind teilweise noch in Nebel gehüllt. Aber der Schnee ist vormittags an vielen Stellen wunderbar fluffig. Teilweise gibt es jedoch auch vom Wind verfrachteten schweren Schnee, der unangenehm zu befahren ist.
Gegen Mittag wird es dann wärmer und der Schnee schwerer. Ich bin mit Leon und Tim unterwegs. Wir fahren in einen unpräparierten Hang zwischen zwei Pisten ein. Er sieht von oben sehr schön aus und lässt sich auch gut fahren. Weiter unten wird der Hang steiler. Hinter einer Geländekante sehen wir einen Mann mit einem Kind. Sie haben die Ski abgeschnallt und klettern über die Kante wieder nach oben zurück. Der Mann ruft uns zu: „Eine Lawine, Achtung, da ist eine Lawine abgegangen.“ Wir fragen, ob alles okay ist. Die beiden sind etwas aufgeregt, aber wohlauf. Sie hatten kurz zuvor ein Schneebrett ausgelöst. Wir umfahren die Stelle vorsichtig oberhalb. Von unten sehen wir dann die Abbruchkante. Sie ist recht mächtig. An der Stelle hatte der Wind viel Schnee angefrachtet. Dieser war nun abgerutscht. Dessen ungeachtet fuhren weiter viele Leute in diesen Hang ein und schwingen bis direkt an die Kante heran.

05 März 2014

Skilehrerfreier Tag in Jerzens

Es schneit den ganzen Tag – und wir haben frei! Den ganzen Tag über gibt es beste Bedingungen am Hochzeiger und wir nutzen den Skipass reichlich aus. Viele Leute sitzen im Restaurant, weil die Sicht teilweise schlecht ist. Dafür sind die Pisten leer – und vor allem sind es die Skirouten und Varianten.
Eine kleine Schrecksekunde gibt es für Lukas, der bei dem Versuch, über eine Wechte zu fahren ein kleines Schneebrett auslöst. Er rutscht damit ein Stück hinunter und steckt anschließend bis zur Hüfte im Schnee. E kann sich selbst befreien, ist jedoch sichtlich beeindruckt von der Macht der Schneemassen.

04 März 2014






Das Wetter ist umgeschlagen. Es schneit. Ungefähr 15 Zentimeter sind es heute.


03 März 2014

Schönes, sonniges Wetter in Jerzens. Es ist wegen der Faschingsferien allerdings Hauptsaison und ungewohnt voll am Hochzeiger. Viele Süddeutsche verbringen ihre freien Tage hier. Aber auch Belgier, Franzosen und Holländer treffen wir.

Das Restaurant in der Mittelstation ist zur Mittagszeit voller Menschen. Wir ziehen deshalb für unsere Pause das ruhigere Hochzeigerhaus vor. Dort finden wir auf den Sofas vorm Haus problemlos einen Platz an der Sonne. Einigen gelingt es später sogar, dass gläserne Rondell an der Bergstation des Zirbenlifts zu erobern. Auf den gemütlichen Bänken mit den Fellen lässt es sich mit großer Aussicht auf die umliegende Bergwelt wunderbar chillen. Es ist kuschelig warm in dem Rondell, denn die Sonne heizt den Glaskasten kräftig auf. Timo nutzt das, um seine nassen Snowboardklamotten zu trocknen – und sitzt schnell in Unterwäsche da...