22 Dezember 2011

Buchungsstand Skireisen TU-Hochschulsport

Kurz vor Weihnachten hier der Stand der Anmeldungen für die Schneesportkurse der TU Berlin:

Schneesport 1 - Familienfahrt (27.01.-04.02.2012): ausgebucht
Schneesport 2 - Langlauf/ Skating (18.-25.02.2012): 12 freie Plätze
Schneesport 3 - Langlauf/ Skating (25.02.-03.03.2012): 21 freie Plätze
Schneesport 4 - Ski und Snowboard (02.-10.03.2012): ausgebucht
Schneesport 5 - Ski und Snowboard (09.-17.03.2012): 15 freie Plätze
Schneesport 6 - Ski und Snowboard (16.-25.03.12): 29 freie Plätze

Mehr Infos über die Fahrten unter: www.tu-sport.de/index.php?id=36

27 September 2011

Petrova Bouda abgebrannt


Gestern schickte mir Gregor einen Link zu einem Artikel, der überschrieben war mit: "Brand der Peterbaude"

Die Petrova Bouda im Riesengebirge ist in der Nacht zum 1. August 2011 bis auf die Grundmauern abgebrannt. Ursache war vermutlich Brandstiftung. Schon in den letzten Jahren bot sie ein trauriges Bild. Sie war geschlossen, stand zum Teil offen zugänglich, das Innere war bereits stark heruntergekommen. Nun ist sie also endgültig Vergangenheit. Das Bild stammt aus glücklicheren Tagen. Im Jahr 2005 waren wir das letzte Mal dort zu Gast. Dabei ist die Aufnahme entstanden.

Wer sich ein allerletztes Mal in der Petrova umsehen will, kann dies noch im Internet tun:
http://www.spindleruv-mlyn.com/de/petrova-bouda-spindleruv-mlyn-124.html?p=de/restaurant/

http://www.petrovabouda.cz/

14 September 2011

Schneesportangebot der TU Berlin im Winter 2011/12

Die Daten der TU-Winterreisen 2012 stehen fest. Ab 20. September können weitere Details unter www.tu-sport.de angesehen werden. Hier schon einmal die Übersicht über die Fahrten:

Schneesport 1 - Familienfahrt (27.01.-04.02.2012)

Diese Fahrt in den Winterferien wird speziell für Eltern mit Kindern und Jugendlichen angeboten. Die neuerdings mit einer neuen Bahn verbundenen Skigebiete Gitschberg und Jochtal haben 44 Pistenkilometer und 16 Aufstiegsanlagen. Langlauf ist in Eigenregie möglich. Unser Hotel in Meransen (Südtirol) liegt in unmittelbarer Nähe zum Lift und bietet Doppel- und Mehrbettzimmer sowie ein Schwimmbad und eine Sauna. Das Entgelt beinhaltet den Skipass!
Eine rechtzeitige Buchung dieses Kurses bzw. Anforderung eines Passworts empfiehlt sich, da einige Zimmerkategorien schnell ausgebucht sind.

Datum: 27.01.-04.02.
Skigebiet: Gitschberg/Jochtal
Disziplin: Ski, Snowboard
Unterricht: A-F,vorrangig für Kinder und Jugendliche
Skipass: Im Entgelt enthalten (siehe Internet)

Schneesport 2/3 - Langlauf/Skating (18.02.-03.03.2012)
Zurück zu den Ursprüngen des Schneesports: Das Riesengebirge ist ein erstklassiges Langlauf- und Tourengebiet. Unsere Bergbaude oberhalb des Skiorts Spindleruv Mlyn bietet einfache Zimmer, zum Teil mit Dusche/WC. Sie ist ein idealer Ausgangspunkt für Tagestouren sowohl für Einsteiger/innen wie für Fortgeschrittene.

Datum: 18.02.-15.02. und 25.02.-03.03.
Zielgruppe: A-F; ideales Wintertraining für Läufer/innen
Skigebiet: Spindlerúv Mlyn (CZ)
Skipass: Nicht nötig, Einzel-karten max 30 €

Schneesport 4/5 - Ski & Snowboard (02.03.-17.03.2012)
Sonnige Pisten, ein erneut vergrößertes Skigebiet, unpräpariertes (aber kontrolliertes) Gelände, kaum Wartezeiten und ein optimales Gruppenhaus: vom Übungshügel bis zur Gletscherhochtour bietet das Pitztal sportlich alles - und das zum günstigen Studipreis.
Sollte es uns im Haus (Tischtennis, Kicker, Darts, Platz für Lagerfeuer vorhanden) doch einmal langweilig werden, erschließt ein kostenloser Busverkehr die Aprés-Ski-Highlights des Tales.
Ausgebaut wurde die günstige S(pezial)-Variante (Mehrbettzimmer-Unterbringung); Aber auch Doppelzimmer sind gegen einen Zuschlag möglich.

Datum: 02.03.-10.03. und 09.03.-17.03.
Zielgruppe: Ski, Snowboard, A-F (täglich Kurs oder Spezialschule)
Skigebiet: Jerzens/Hochzeiger (Ö)
Skipass: Nicht im Entgelt enthalten; ca. 160 €

Schneesport 6 - Ski & Snowboard (17.03.-25.03.2012)
Das schneesichere Skigebiet Amadé ist eines der größten Zusammenschlüsse in Österreich. Unser Hotel in Hintermoos (Maria Alm) hat eine Sauna und liegt in Liftnähe. Dieser Kurs ist speziell für Alumni geeignet. Außerdem gibt es - wie in Jerzens - die beliebte Spezialvariante für Cracks.

Datum: 17.03.-25.03.
Zielgruppe: Ski, Snowboard, A-F (täglich Kurs oder Spezialschule)
Skigebiet: Amadé – Maria Alm
Skipass: Ca. 180 € (6 Tage)-200 € (7 Tage)

25 August 2011

Im Ötztal



Von unserer gemütlichen DAV Talhütte in Zwieselstein brechen wir heute ausnahmsweise mit leichtem Gepäck zu einer Wanderung über eine Hochterasse des Ötztals nach Obergurgl auf. Damit verlassen wir den E5, de auf die andere Talseite und hinauf zum Timmelsjoch führt. Auf der Paßhöhe beginnt schon Italien und Bozen ist nur noch drei Tagesetappen entfernt.
Wir hingegen steigen auf der westlichen Talseite hinauf in Richtung Nedersee, der als Teil einer kleinen Seenkette auf einer Hochterasse liegt. Diese ist in der letzten Eiszeit von Gletschern geformt worden und uralter Weideplatz zahlreicher Tiere. Auch die Vorfahren der heutigen Älpler, die von der Jagd lebten, zog dieser Ort an - so lernen wir von einer Infotafel. In der Nähe der Seen legten sie sich auf die Lauer und warteten auf die Tiere, die sich hier regelmäßig zum Trinken einfanden. "Gemein", meint eine Mitwanderin dazu, der ich nach den Erfahrungen von drei Tagen gemeinsamer Tour gerne glaube, dass sie als Bronzezeitlerin kaum eine Überlebenschance gehabt hätte...
Vom Nedersee sind es noch gut zwei Stunden bis Obergurgl. Der Ort hat sich in den letzten 30 Jahren stürmisch entwickelt und ist heute fast doppelt so groß wie bei meinem letzten Aufenthalt Anfang der achtziger Jahre. Die Betonburgen sind so abschreckend, dass ich nicht einmal schaue, ob es den lispelnden Kellner in dem kleinen Restaurant am Dorfplatz noch gibt. Wahrscheinlich gibt es nicht einmal mehr den Dorfplatz mit dem Denkmal für Auguste Picard, den Ballonpionier (Nein Birgit, mit dem Kommandanten von Raumschiff Enterprise ist der nicht verwandt!). Damals habe ich mit meiner Schwester in diesem Restaurant immer Pizza bestellt, weil der Kellner die Angewohnheit hatte, alle Bestellungen immer noch einmal zu wiederholen. Wir hatten großen Spaß daran, wenn er dann sagte: "Also ssweimal Pissa dann und sswei große Spessi."
Als halbwüchsiger Kellnerschreck Anfang der Achtziger im Ötztal

24 August 2011

Hinunter in die Ötztaler Skihölle, Hölle, Hölle



Aus Durchs Rettenbachtal


Die heutige Etappe des Alpen-Fernwanderwegs E5 führt uns von der Braunschweiger Hütte über das Rettenbachjöchl und durch das Rettenbachtal hinunter nach Sölden, der legendären Skihölle im Ötztal.
Nur gut 200 Meter Aufstieg sind zu schaffen, dann geht es fast nur noch hinab, von fast 3000 Metern auf weniger als 1500 Meter. Bis zum Jöchl genießen wir den Blick auf die Gletscher. Oben erwartet uns dann Liftstationen und Baumaschinen. Obwohl ich begeisterter Alpin-Skifahrer bin, muss ich zugeben, dass Gletscherskigebiete im Sommer nicht besonders hübsch sind. Hierbei macht Sölden keine Ausnahme. Man klettert über Gullideckel, nicht mehr gebrauchte Stahlteile von Liften liegen am Weg und Helikopter transportieren Baumaterial. Im September 2005 war so ein Helikopter in die Gondelbahn auf die Schwarze Schneid geflogen. Neun Personen kamen dabei ums Leben, darunter sechs Kinder. Für die Opfer wurde später eine kleine Gedenkecke in der Skigebiets-Kapelle eingerichtet.
Unterhalb des Gletscher-Skigebiets wird die Landschaft wieder etwas unberührter, auch wenn der Weg in der Nähe der Straße verläuft. Dann wechselt er auf die andere Seite des Flusses. Über eine breite Geröllpiste geht es hinab. Plötzlich rumpelt es: Vom Hang stürzt eine Geröll-Lawine hinab. Etwas weiter schaut uns ein Murmeltier neugierig an.
Etwas unterhalb der Baumgrenze zweigt der E5 nach Süden in Richtung Zwieselstein ab. Dies ist vielleicht die schönste Strecke, denn es geht durch schönen Wald und immer wieder bieten sich Blicke hinab ins Ötztal. In der Nähe einiger Almen wird die Markierung des Wegs allerdings schlecht. Stattdessen findet der Wanderer überall Schilder, die ihn in irgendwelche Gasthäuser oder Übernachtungsquartiere locken wollen. Ein Schelm, wer schlechtes dabei denkt...
Auc hwir kehren am Ende in eine dieser Restaurants ein und nehmen - da ein Gewitter droht - von dort anshcließend ein recht teures Linien-Taxi (7 Euro pro Person, einer sitzt auf einem Notsitz) hinunter nach Zwieselstein, wo wir in der DAV-Talhütte übernachten.

23 August 2011

Aufstieg zur Braunschweiger Hütte



Aus Zur Braunschweiger Hütte


Auf der schon etwas älteren aber sehr informativen Webseite www.fernwanderweg5.de von Matthias Bestfleisch wird die Etappe von Wenns zur Braunschweiger Hütte als landschaftlich sehr beeindruckend beschrieben:

"Über den neuen Gletscherweg führt uns der Weg immer weiter auf den Mittelbergferner zu. Wenn man die glattgeschliffenen Felsbrocken so liegen sieht, wird einem klar, mit welcher Kraft der Gletscher hier einmal gearbeitet hat! Ein unvergeßlicher Eindruck erwartet uns, wenn die ersten Ausläufer des Gletschers erreicht werden."


Zehn Jahre später hat sich das Bild doch gewandelt: An den Ausläufern des Gletschers kommen wir schon längst nicht mehr nah vorbei, denn dieser hat sich mittlerweile weiter zurückgezogen. Unglaublich, dass er um 1920 sogar noch fast bis Mittelberg hinunter gereicht haben soll.

Auch der "neue Gletscherweg", den Matthias Bestfleisch noch begangen hat, ist heute eine breite Schotterpiste, auf der große LKW mit Baumaterial hinauf auf den Gletscher fahren. In diesem Jahr wird eine neue Bahn auf den Brunnkogel gebaut, und da beherrschen PS-starke Baumaschinen diese Etappe des einst mit EU-Mitteln geförderten Wanderwegs E5, siehe auch diesen Post im Tirol Blog.

Wir gehen daher nicht über den E5 zur Braunschweiger Hütte, sondern nehmen die Alternativroute "Jägersteig", der sich auf der anderen Talseite sehr steil und - an diesem heissen Tag besonders merkbar - auf der Sonnenseite hinauf zur Hütte windet; ein schöner, teilweise versicherter Weg.
Da es noch früh ist, als wir die Hütte erreichen, steige ich noch weiter bis knapp über das Pitztaler Jöchl hinauf, so weit, bis der Höhenmesser die 3000m-Marke übersteigt. Von hier aus gibt es einen wunderschönen Blick auf die Pitztaler und Ötztaler Gletscherwelt.
Unten an der Hütte herrscht mittlerweile Hochbetrieb. Die Lager sind nahezu voll. Zum Glück haben wir mit unserer kleinen 6er-Gruppe reserviert. Es sind noch einige andere Gruppen da, darunter Kletterer, die in der Umgebung der Hütte lohnende Touren finden.

22 August 2011

Im Alpenland

Das kleine Örtchen Ritzenried im Pitztal ist Ausgangspunkt unserer Tour.

Vor Jahren sind Birgit, Stefanie und ich einmal von Oberstdorf über die Kemptener Hütte ins Lechtal gewandert, also entlang der ersten Bergetappe des Alpen-Fernwanderwegs E5.
Da die gesamte Alpenüberquerung etwa zwei Wochen in Anspruch nimmt, wozu uns irgendwie immer die Zeit fehlte, wollen wir nun wenigstens ein weiteres kurzes Teilstück gehen: vom Pitztal über die Braunschweiger Hütte ins Ötztal.
Heute brechen wir von Balingen ins Pitztal auf. Erster Anlaufpunkt ist die Pension von Maria Wohlfarter in Ritzenried - wo ich im Winter immer mit den TU-Skireisen hinfahre.

17 August 2011

Im Schwabenland



Unser heutiges Märchenschloss ist die Burg Hohenzollern bei Hechingen. Vom kleinen schwäbischen Ort Onstmettingen aus führt ein schöner Wanderweg an der Kante der Alb entlang, von dem aus sich immer wieder Blicke weit ins Land und auf die Burg öffnen.

08 August 2011

Autogrammwunsch

Manche Menschen meinen, eine Ski- oder Snowboardreise mit dem TU-Sport sei eine unverfängliche Sache. Selbst wenn die Fahrt nicht besonders gelungen sein sollte, ist man spätestens nach einer Woche wieder raus aus der Nummer.
Weit gefehlt. Heute war ich mit Birgit, meiner Schwester und Anna (8) italienisch essen in Steglitz. Plötzlich kam einer meiner Stammkunden von den Skireisen mit seiner neuen Freundin hinein. Er bemerkte uns nicht. Ich wusste, dass er bei der Deutschen Welle arbeitet. Also fragte ich Anna, ob sie an seinen Tisch gehen und nach einem Autogramm fragen könne. Nach einigem Zögern erklärte sich die Achtjährige bereit. Sie ging zu ihm, fragte, ob er der Robert Sowieso sei und - nachdem er bejahte - ob sie ein Autogramm haben könne. Seine neue Freundin guckte erstaunt. Robert war ebenfalls verwirrt, denn er hatte die Zielgruppe seiner Wissenschaftssendung bisher anders eingeschätzt...
Der Wirt wurde ebenfalls aufmerksam. Er vermutete einen bisher unerkannten Promi in seinem kürzlich eröffneten Restaurant und wollte jetzt ebenfalls ein Autogramm. Es gab ein erhebliches Hallo im ganzen Raum. Auch andere Gäste drehten sich nach dem "berühmten" angeblichen Radiomoderator um...
Der nahm es zum Glück gelassen, stellte kurz klar, dass er eigentlich beim Fernsehen der Deutschen Welle arbeitet und fragte sich wahrscheinlich, ob plötzlich alle verrückt geworden seien. Immerhin war seine Freundin beeindruckt vom plötzlichen Promi-Status ihres Liebsten. Also: Gebt Acht, wenn Ihr Euch mit dem TU-Sport einlasst! ;-)

06 Juni 2011

Fischmassage

Attraktion: Gaffer begutachten Kunden bei der Fischmassage

„Nischt wie weg“, „Mein völlig neues Leben“, „Deutschland adé“ oder so ähnlich heißen Doku-Soaps, die das – meist dramatische – Schicksal abenteuerlustiger Auswanderer schildern wollen.
Heute haben wir junge Deutsche kennengelernt, die sich mit einer interessanten Geschäftsidee auf Mallorca selbständig gemacht haben: In einer wenig frequentierten Seitenstraße in Peguera betreibt eine junge Kosmetikerin mit ihrem Freund einen Salon, in dem Fischmassagen angeboten werden. „Fishmassage – 10 min. – 9.90 € – Relax with fish and fun“ verspricht das Schild auf der Straße. Der Laden ist in Blau und weiß gehalten und sieht, wenn man so will, recht aufgeräumt aus. An den Wänden stehen eine Glasvitrine sowie einige Bänke, vor denen Aquarien mit kleinen Fischen postiert sind. Ansonsten ist der Verkaufsraum leer. Die possierlichen Tierchen wuseln ungewöhnlich munter in den strudelnden Becken umher. Wir wollen der Sache auf den Grund gehen und beziehen unseren Beobachtungsposten im Café nebenan.
Zunächst lässt die solvente Kundschaft etwas auf sich warten. Passanten, die sich in die Nebenstraße verirrt haben, schauen gelegentlich auffällig lange in das Schaufenster, so als ob sie sich fragen, wo hier nun Kurt Felix mit seiner versteckten Kamera wartet. Einige Frauen grinsen, andere schicken den Ehemann vor, der schnell einen Flyer aus der Box vor dem Laden angeln soll.
Doch dann steuert ein junges Paar zielstrebig auf den Laden zu. Sie – eine vollschlanke Blondine – geht gleich auf volles Risiko: „Wie hoch soll ich mich frei machen?“. Nun gut, ein Blick auf das Fischbecken hätte die Frage beantwortet. Ihr Freund – ein betont Sachlicher – hält sich die ganze Zeit über auffällig im Hintergrund, macht dann aber auch die Waden frei. Sobald sich die beiden auf einer Bank platziert haben und die Beine in das Becken halten, stürzen sich die kleinen Fische auf die Füße. Draußen vor dem Laden ist Ähnliches zu beobachten: Einige der Lästerer, die kurz zuvor noch am Laden vorbei gelaufen waren, finden sich nun wieder ein. Es bildet sich innerhalb kurzer Zeit eine kleine Traube vor dem Schaufenster. Einige Leute gehen sogar in den Laden hinein und stellen sich staunend und gaffend um die Becken. Die Blondine quasselt unaufhörlich. Die Kosmetikerin erklärt, dass sich die Fische von irgendwelchem Zeug in der Haut der Füße ernähren. Der arme Freund der Blondine ist sichtlich genervt von dem allgemeinen Auftrieb und versucht wenig überzeugend, ein unbeteiligtes Gesicht zu machen.
Ich frage mich, was er von der Sache hat. Die Antwort liefert alsbald ein junger Spanier nach. Er hat ebenfalls eine Blondine im Arm, mit der er kurzerhand eine Massage genießt. Kurz darauf spazieren die beiden händchenhaltend aus dem Laden. Die Fische haben ihre Schuldigkeit getan, die Dame ist offenbar reif für mehr...

Kulturprogramm


Besuch in Palma, Kulturprogramm: Als erstes besichtigen wir die gewaltige Kathedrale. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert, die Rosette misst überwältigende 12,55 Meter und ihr Hauptschiff ist breiter als das der Dome in Mailand und Köln. Auch alle anderen Dimensionen sind gewaltig. Nur eines stört: Obwohl hunderte von Leuten in der riesigen Kirche sind, nimmt sich niemand die Zeit, den kleinen steinernen Hund zu streicheln, der da brav am Boden sitzt – bis Birgit kommt.

05 Juni 2011

Peguera


Angekommen in Peguera: Das Allergrößte für Touris wie Einheimische scheint hier das Schaulaufen auf dem "Bulevar" zu sein, der Hauptstraße des Ortes, die sich entlang der Küste zieht. Hier zeigt man sich mindestens einmal am Tag; die Meisten rennen die mit Läden und Cafés gesäumte Amüsiermeile mehrmals am Tag rauf und runter - wohl um sich zu zeigen oder um zu sehen, wer noch so da ist. Die direkt hinter der akkurat gepflasteren und täglich mit Wasser abgespritzten Straße befindlichen Strände sind schön, wenngleich hier niemand wirklich sehr allein bleibt. Dafür gibt es alle möglichen Annehmlichkeiten - Toiletten, Tretbootverleih, Cafés und gut gebräunte Wasserretter...
Uns hält es dennoch nicht den ganzen Tag am Strand. Es gibt nichts wirklich Schlechtes, doch etwas zu laut, zu dicht, zu sehr berechnet auf den deutschen Mainstream scheint uns das Treiben hier zu sein. Also holen wir uns zunächst ein kaltes Bier aus dem Supermarkt. Anschließend wollen wir uns einen genaueren Überblick von dem Ort verschaffen und klettern auf einen nahe gelegenen Hügel. Wie ein Spielzeugland breitet sich Peguera mit seinen mehreren kleinen Buchten unter uns aus. Ach, sieht von oben gar nicht so schlecht aus...

04 Juni 2011

Urlaub mit den Reichen und Schönen


In der Grundschule hatte ich einmal eine Klassenlehrerin, die uns zwar einerseits nach den großen Ferien immer gern von ihren Fernreisen erzählte. Andererseits ging ihre Rede etwas später im Schuljahr – und insbesondere im Fach „Heimatkunde“ – oft dahin, dass die Deutschen, statt ins Ausland zu fahren, doch lieber im eigenen Land Urlaub machen sollten, weil es dort doch eigentlich auch ganz schön sei.
Lange Zeit habe ich die Dialektik, die in ihren Ausführungen steckte, nicht ganz begriffen. Doch im Laufe der Jahre und nach vielen Reisen, von denen auch dieser Blog berichtet, ist mir – wie der Ruhrpottler vielleicht sagen würde – „was klarer geworden“, worauf sie hinauswollte...
Also haben wir uns für diesen Urlaub ein Ziel ausgesucht, das Beidem gerecht wird: Der Sehnsucht nach der Ferne und der Suche nach der eigenen Identität. Wir sind in das deutscheste aller deutschen Bundesländer gefahren, das gleichwohl außerhalb Deutschlands liegt. Ein Ferienziel mit deutscher Zeitung, deutschem Fernsehen, deutschem Fachärztezentrum und deutschem Altersheim; mit deutschen Speisekarten (deren Orthographie mich oft wieder an Grundschulzeiten erinnert) und deutschem Essen: Mallorca.
Oft wurde über die Insel berichtet, dass sie den üblichen Vorurteilen eigentlich gar nicht entsprechen würde; dass es ein ganz urtümliches Hinterland gäbe; dass abseits der Ballermann-Strände ein ganz gesunder und aktiver Urlaub möglich sei. Wir sind gespannt. Bei einem ersten Rundgang am Strand von Peguera machen wir folgende Beobachtung: Kinder werden Amira, Jaqueline und Kevin gerufen; Übergewichtige strapazieren Sonnenliegen; Kellner servieren Apfelstrudel mit Vanillesoße. Also alles ganz normal, so wie es auf Usedom oder Sylt auch zu finden ist. Und so, wie sich viele Deutsche das Leben der Reichen und Schönen vorstellen. Prima. Bin gespannt, wie es morgen weiter geht.

03 Juni 2011

Mit Olaf Scholz nach Malle


Urlaub ist für eine Beziehung wichtig. Und bevor sich zu der Ehec-Krise noch eine Ehe-Krise gesellt, folge ich Birgits Ruf und fliege mit ihr in den Süden. Am Flughafen Tegel treffen wir Olaf Scholz, den Hamburger Bürgermeister, der den gleichen Flug nach Mallorca gebucht hat. Ob er dort an einem spanischen Gurken-Wettessen teilnimmt oder wie wir auch nur einige Tage ausspannen will, bringen wir nicht in Erfahrung. Ganz schön mutig ist seine Reise allerdings, sind doch die stolzen Spanier derzeit ganz schön empört wegen des falschen Gurken-Alarms der Hamburger Gesundheits-Senatorin (immerhin hatten sich ja ungebührliche Keime auf zwei spanischen Gurken befunden, wenn auch nicht die gesuchten).
Kaum angekommen, bestimmt das Thema auch schon das Gespräch zwischen Touris und Busfahrer. Demonstrativ laden wir uns im Hotel die Teller am Salatbuffet voll. Und das alles nur, um bei den spanischen Bauern Abbitte für das spanische Gurkendesaster zu leisten – und natürlich für Olaf Scholz, der am Gepäckband so schön bescheiden in der zweiten Reihe gewartet hat und seine schwere beiden Alukoffer ganz allein zum Taxi tragen musste...

09 April 2011

Also Paris


Mein Besuch in Paris geht zu Ende. Ein wunderbarer Sonnenaufgang hat mich heute früh geweckt, nachdem ich gestern abend unter dem Sternenhimmel im nach oben verglasten Penthouse am Canal Saint-Martin eingeschlafen bin. Zum Abschluss meines Besuchs habe ich mit meinen Gastgebern Bruno und Michael eine Tour durch die Öko-Läden im Marais gemacht. Insgesamt sind die Franzosen zwar noch nicht so öko-begeistert wie die Deutschen. Dafür gibt es immer noch kleine Märkte mit Produkten aus der Region - wirklich schön und nicht vergleichbar mit unseren seelenlosen Öko-Supermärkten.

07 April 2011

INSEP


Hier nun doch noch ein Bild von meinem Besuch beim INSEP, dem französischen Elite-Sportinstitut. Wir besichtigen da gerade die temporäre Schwimmhalle. Diese war nötig geworden, nachdem vor drei Jahren die reguläre Halle abgebrannt ist.
Wirklich beeindruckt hat mich jedoch das überdachte Leichtathletik-Stadion. Charles de Gaulles hat zu Ehren von Frankreichs Größe nicht nur eine Atommacht aufgebaut, sondern auch dieses Stadion in Auftrag gegeben, nachdem die französische Mannschaft bei den olympischen Spielen von Rom 1960 keine einzige Medaille gewonnen hatte...

Integriert in die riesige Leichtathletik-Halle ist übrigens eine Bahnrad-Anlage.

06 April 2011

Kein Akku in Paris

Heute früh bin ich zu einer Tagung des European Athlete as Student (EAS) Networks zum Thema "studierende Spitzensportler/innen" nach Paris aufgebrochen. Am Alexanderplatz merke ich, dass der Akku in der Kamera fehlt. Deshalb dieser Post aus dem frühlingshaft warmen Paris (22 Grad) diesmal ohne Bilder.

01 April 2011

Zurück aus Japan

Kurz vor dem Erdbeben in Japan hatte ich einen Post über Ludwig im Blog, der diese Saison dort als Skilehrer gearbeitet hat. Nach dem Beben hatte ich mir einige Sorgen um ihn gemacht, wenngleich ich wusste, dass er zur Zeit des Unglücks im weniger betroffenen Süden unterwegs war.
Mittlerweile ist Ludwig glücklich zurückgekehrt und bereits wieder in den Alpen unterwegs - im Moment mit der Humboldt-Uni in Sölden. Vorgestern habe ich mit ihm telefoniert: Es sei alles gar nicht so schlimm gewesen. Die Japaner würden sich kaum etwas anmerken lassen und weitgehend ihrer normalen Arbeit nachgehen. Er hätte über die Folgen des Bebens in ausländischen Medien weit mehr erfahren als aus Informationsquellen vor Ort.
Über eine vorzeitige Rückkehr hätte er nie nachgedacht. Auch sein Rückflug sei vollkommen planmäßig und pünktlich gewesen.

30 März 2011

Frühling

Die Saison ist vorbei, meine Ski stehen zwar noch in der Wohnung herum und warten auf eine letzte "Wachsung", doch draußen ist der Frühling ausgebrochen. Im Friedrichshain sitzen die jungen Menschen auf den Treppenstufen vorm Humana und lassen die Sonnenstrahlen an die blasse Haut. Einige Vorwitzige hatten in der Uni gestern schon kurze Hosen an den Start getragen...

Storno, Storno

Zurück in Berlin fordert mich der Papierkram gleich ganz gehörig. Neben den Abrechnungen sind Stornierungen zu bearbeiten. Es gibt immer kurzfristige Rücktritte. Die Leute möchten natürlich möglichst viel Geld zurück - was ich verstehen kann und stets einzurichten versuche. Zum Teil waren Krankheiten oder berufliche Termine der Grund für Stornierungen. In einem Fall wunderte ich mich ganz aktuell allerdings, weil mir der Name nicht ganz unbekannt vorkam.
Eine kurze Recherche ergab, dass die verhinderte Teilnehmerin nicht das erste Mal stornierte. Vielmehr hat sie sich seit 2006 bereits dreimal zu einer Skireise angemeldet - und jedesmal abgesagt. Die Begründungen: 2006 "Streß der Diplomarbeit", 2007 "Beginn der Doktorarbeit", 2011 "Vorstellungsgespräch". Dazu kommen vier weitere Stornierungen für Kletter- und Schwimmkurse, darunter eine Kletterreise. Vermutlich kann das bis zur Einreichung des Rentenantrags, bekanntlich auch eine ganz stressige Lebensphase, jetzt so weiter gehen.
Ich kenne die Frau eigentlich nur vom Schriftverkehr her. Noch nie hat sie meines Wissens tatsächlich an einer Reise teilgenommen. Und trotzdem ging vor einiger Zeit eine Facebook-Freundschaftsanfrage von ihr ein. Ich werde sie stornieren...

21 März 2011

20 März 2011

Anfängerkurs


Zum Abschluss der Saison gebe ich noch einmal einen Anfängerkurs. Mit dabei sind Marisela und Robert. Da die Übungspiste unten im Tal keinen Schnee mehr hat, müssen wir in die steileren oberen regionen am Aberg ausweichen. Trotz der morgens sehr harten Pisten lernen die beiden aber sehr schnell.

19 März 2011

Auf nach Maria Alm

Früh um 6:00 Uhr brechen Nora und ich auf nach Maria Alm. Rocco wird die Gruppe der Ahrntalfahrt am Nachmittag nach Berlin begleiten. In unserem roten Kleinbus fahren wir durch das Pustertal und über die Grenze nach Österreich, überqueren die Alpen über den Felbertauern-Pass - wo es oben frisch geschneit hat - und fahren über Zell am See und Saalfelden nach Maria Alm. Gegen neun Uhr sind wir da und haben es wieder einmal nicht geschafft, früher anzukommen als der Reisebus aus Berlin, der etwa eine Viertelstunde vor uns eingetroffen ist.

Oldies


Es ist schon bitter: Wer über 50 Jahre alt ist, wird auf Fahrten des Hochschulsports gern als Oldie abgestempelt. Dabei nimmt der Anteil dieser Altersgruppe beständig zu. So hatte ich neben meinem Vormittagskurs mit sechs charmanten Skischülerinnen auch einen Kurs zu betreuen, an dem drei ältere Herren teilnahmen. Dort ging es nicht langweiliger zu als bei den anderen Angeboten - im Gegenteil: Heute fiel mir einer der "Oldies" aus dem Lift, ein anderer wollte unbedingt über eine Schanze springen, die der örtliche Skiklub gerade für das morgen stattfindende Event gebaut hatte...

18 März 2011

Sturm

Schöner Schnee - aber Sturm heute am Speikboden. Meine sechs Skikurs-Teilnehmerinnen sind trotzdem begeistert :-)

17 März 2011

Regen und Schnee

Unten im Tal regnet es heute den ganzen Tag. Oben am Speikboden hat es jedoch geschneit. Naßschnee zwar - auf 2300 m herrschen Minus ein Grad - aber immerhin.

Auch in Maria Alm hat der Föhn den Schnee hinweg gefegt. Frau Blattl sagte mir das heute, verwies aber auf den Wetterbericht, der erneuten Schneefall vorhersagt. Zurzeit ist die Abfahrt bis zum Haus aber wohl nicht möglich.

Regen

Heute regnet es hier. Auf 2300 m hatte es gestern nachmittag 0 Grad. Aber es gibt eine Schneegarantie bis Ende April...

14 März 2011

Anfänger/innen im Ahrntal

Seit zwei Tagen sind wir im Ahrntal. Die schlimmen Nachrichten aus Japan haben uns auf der Fahrt erreicht. Meine Sorge gilt unserem TU-Übungsleiter Ludwig, der in dieser Saison als Skilehrer in Japan war und in dieser Woche eine Rundreise durch das Land machen wollte.
In unserer Gruppe hier dreht sich unterdessen alles ums Skifahren und Snowboarden. Rocco hat die Snowboard-Anfänger/innen.
Ich war mit meinen Ski-Anfänger/innen heute, am zweiten Tag, schon ganz oben auf dem Klaussee-II-Lift, 2500 Meter; Die zahlreichen Schulklassen hier, krebsen noch auf dem Übungshügel herum. Ich habe eine super-Gruppe!

12 März 2011

Abschied von Jerzens

Wie jedes Jahr zünden wir am letzten Abend in Jerzens unser Lagerfeuer an. Schließlich müssen Egons olle Spanplatten und Möbelteile irgendwie entsorgt werden...
Morgen früh geht es weiter ins Ahrntal. Die neue Gruppe ist schon mit dem Bus von Berlin unterwegs.

08 März 2011

Unfälle

Seit es die Möglichkeit gibt, die Pitztal-Fahrt auch ohne Skikurs zu buchen, steigen die Unfallzahlen. Während im Ski- oder Snowboardkurs kaum Unfälle zu verzeichnen sind, ist das freie Fahren offenbar gefährlicher. Hier die Bilanz nach vier Tagen:
Sonntag: Eine Snowboarderin stürzt rückwärts talwärts und zieht sich trotz Helms beim Aufprall auf die harte Piste eine Gehirnerschütterung zu. Sie muss zur Beobachtung eine Nacht im Krankenhaus in Zams bleiben.
Montag: Ein Boarder verstaucht sich bei einem Sturz den Daumen. Auch er muss einen Arzt aufsuchen.
Dienstag: Ein Boarder zieht sich einen Bluterguss im Handgelenk zu und eine Boarderin verstaucht sich beim Springen leicht das Fußgelenk.

05 März 2011

Hausbesetzer

Die holländische Gruppe, die bis heute noch in unserer Unterkunft untergebracht ist, lässt sich alle Zeit der Welt, bis sie das Feld räumt. Gegen 19:00 Uhr ist eigentlich ihre Abreise geplant. Doch kurz vor sieben sitzen sie gemütlich beim Essen in unserem Aufenthaltsraum, während ich immer noch auf zwei nicht geräumte Zimmer warte. Unsere Leute warten währenddessen vor dem Haus darauf, dass sie endlich essen beziehungsweise in ihre Zimmer können...
Besonders unangenehm fällt mir einer der Leiter der Gruppe auf. Jeder Versuch der Kontaktaufnahme mit ihm scheitert an seinen angeblich nicht vorhandenen Sprachkenntnissen. Weder englisch noch deutsch will er verstehen. Er grunzt mir immer nur zu "Entschuldigung?". Dabei hat der Kerl gestern abend noch sehr gut deutsch verstanden. Komische Leute...

04 März 2011

Fehlstart

Abreisetage sind immer besonders stressig. Insesondere die Bürokratie fordert ganzen Einsatz. Heute fahre ich nach Jerzens und die Vorbereitungen sind nicht hektischer als sonst - nur dass mir zusätzlich noch mein Snowboardlehrer absagt. Er hätte Fieber und Grippe. Ich habe zwölf Stunden bis zur Busabfahrt Zeit, um Ersatz zu finden.
Die Chancen stehen schlecht, doch Rocco, der zweite Snowboardlehrer, kann kurzfristig einen Freund aus Kufstein aktivieren. Der wird zwar erst morgen Abend nachkommen, aber dafür haben wir einen echten Tiroler "Local", der sogar in der C-Jugend schon mit Benni Raich gemeinsam trainiert hat!
Am frühen Nachmittag habe ich endlich meinen Kleinbus beladen und mache mich - nun allein - auf den Weg ins Pitztal.
In 8 Stunden und 10 Minuten schaffe ich es von Friedrichshain bis nach Ritzenried. Die mentale Distanz ist fast krasser als die geografische Entfernung von 848 Straßenkilometern vermuten lässt.
Kaum bin ich in dem kleinen Weiler im engen Pitztal angekommen, muss ich feststellen, dass ich ein weiteres Personalproblem habe:
Denn der neue Skilehrer, den ich für die Fahrt verpflichtet habe und der aus der Schweiz direkt nach Jerzens angereist ist, entpuppt sich überraschend als ziemlich trottelig.
Gegen halb zehn hatte ich mit ihm telefoniert, um zu erfahren, ob er das Haus gefunden hat. Da dieses heute noch von einer anderen Gruppe belegt ist, sollte er schon mal das Doppelzimmer beziehen, das ich für uns beide in einem Nachbarhaus besorgt hatte. Der Plan war, dass er mich hineinlässt, falls ich spät in der Nacht kommen sollte.
Als ich ihn anrief, saß er bereits bei Egon, unserem Wirt, in der Küche. Die Hintergrundgeräusche ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass es eine lustige Runde war, deren Ausgelassenheit sicher auch auf dem Konsum der diversen selbstgebrannten Schnapssorten aus Egons Küchenschrank beruhte.
Um halb elf empfing mein Telefon folgende Textnachricht:
"Hi, ich geh jetzt pennen. Handy auf max lautstärke. Just call me baby!"
Einen Augenblick überlegte ich, ob die letzte Aufforderung unter dem Einfluss des Zirbengeists formuliert wurde, oder ob mich vielleicht noch eine Überraschung erwarten würde...
Meine Konzentration galt jedoch schnell wieder der Straße. Als ich das Gasthaus endlich erreichte, welches das letzte Haus im Ort ist, rief ich wie verabredet meinen Skilehrer an. Doch nun antwortet der nicht. Auch nach zehn Versuchen nicht. Ich hämmere an die Tür des Hauses, rufe laut, leuchte mit einer starken Taschenlampe in alle Fenster des Hauses. Im Friedrichshain hätte spätestens nach zehn Minuten ein Bewohner laute Verwünschungen aus einem Fenster heraus gerufen. Doch hier, im friedlichen Pitztal, wo die Menschen einen gesunden Schlaf haben, hallen meine zunehmend aggressiveren Versuche der Kontaktaufnahme nur dumpf von den engen Felswänden zurück. Irgendwann kurz nach eins rufe ich in meiner Verzweiflung Egon an, den ich aus dem Schlaf weckte. Er hat noch eine Decke, mit der ich dann bei ihm in der Stube auf der Sitzecke übernachte.
Um 7:36 Uhr surrt mein Telefon. Folgende Nachricht meines Skilehrers ist eingegangen:
"guten morgen und 1000sorry. Habe dich nicht gehört. Bin jetzt in der juhe"

Wunderbar.

03 März 2011

Als Skilehrer in Japan


Heute schreibt mir Ludwig (auf dem Bild im schicken grünen Anzug, rechts), der in dieser Saison als Kinderskilehrer in Japan angeheuert hat:

hi martin!

just heute sind meine 6 wochen skiunterricht um, in denen ich ca. 400 kids auf skier
gestellt habe... ich kann sagen, ich habe erstmal genug von der rasselbande. jetzt
schaue ich mir mal kyoto an und gebe mein sauer verdientes geld wieder aus. aber
japan ist schoen!

als teamer kann ich dir ja gerade nicht dienen...
aber viele grüße aus japan bestelle ich dir!
ludwig


Ganz schön viele Leute auf der Piste, finde ich übrigens ;-) :

25 Februar 2011

Webcam Schneekoppe

Heute entdecke ich eine Webcam an der Wiesenbaude. Sie ist auf die Schneekoppe gerichtet und hat folgende Adresse:
http://www.lucnibouda.cz/web-kamera/

Von der Spindlerova über die Wiesenbaude zur Bouda Na Plani - oder: Stößel im Hintern


Letzter Tag, letzte Tour: Sie führt uns in das Herz des Riesengebirgs-Nationalparks: Mit dem stündlich verkehrenden Bus fahren wir um 10:30 Uhr zur Spindlerova hinauf und beginnen dort den weiteren Aufstieg mit Skiern. Auf der polnischen Seite wandern wir in Richtung Wiesenbaude, die wir kurz nach 13:00 Uhr erreichen.
Unterwegs machen wir Rast an einem der imposanten Felsen, die an den nördlichen Hängen des Riesengebirges zu finden sind. Der weite Blick geht hinunter in die Ebene. Karpacz, Jelenia Góra und viele der hübschen kleinen polnischen Ortschaften im Riesengebirgs-Vorland sind im Dunst zu sehen.
Spaß im Massagesessel...
Dann geht es über die Ebene und bald kommt die Baude in Sicht. Nach dem Essen nutzen Felix und Martin die Vorzüge der auf der Wiesenbaude aufgestellten Massagesessel: Für 20 Kronen kann man sich dort 10 Minuten mechanisch massieren lassen. Als etwas befremdlich empfanden die beiden jedoch den "Stößel", der im Laufe der Massage aus der Sitzfläche rhythmisch nach oben drängte, und zwar ziemlich straight in Richtung Poritze...
Nach diesem Erlebnis gab es wieder richtigen Sport - nämlich einen Spurt hinauf auf den Wiesenberg. Die anschhließende rasante Abfahrt zur Vyrowka ließ alle überflüssigen Gedanken schnell vergessen und spätestens beim Schnaps in der zum wiederholten Male heimgesuchten Nova Klinovka (der Wirt erkannte uns mittlerweile von Weitem und dirigierte uns erfreut in Richtung seiner Hütte) war die Welt wieder, wie sie sein sollte.
Mit den letzten Sonnenstrahlen erreichten wir schließlich wieder die Bouda Na Plani, Ausgangspunkt unserer Tour.

24 Februar 2011

Schneekoppe!


Heute fand der zweite Anlauf zur Schneekoppe statt. Wir waren mit 14 Leuten auf dem Gipfel, der sich heute seltsam sanft zeigte: Kaum mehr als 1-2 Meter pro Sekunde Windgeschwindigkeit, Sonne, nur -12 Grad - und ein fantastischer Blick nach Polen hinunter.

23 Februar 2011

Tour zur Schneekoppe


Gestern habe ich nach dem Biathlon noch mit Thomas und Gundula eine Tour zur Schneekoppe gemacht.


Wir kamen erst gegen 11:30 Uhr los. Doch dafür liefen wir fast ohne Pause durch zur Wiesenbaude. Es ist immer wieder ein großer Eindruck, wenn nach dem anstrengenden Anstieg auf den Wiesenberg die kleine Kapelle erreicht ist und sich der Blick auf die riesige Hochebene öffnet: Eine einzige weiße, frostige Wildnis mit diesem riesigen Bau der Wiesenbaude in der Mitte.

Wir sausten dann den Hang hinunter zur Baude. Dort sahen wir in der Ferne, dass, der jeweils zur vollen Stunde verkehrende klapprige Lift von Pec auf die Schneekoppe gerade lief. Dieser ist eine Konstruktion von 1949, und damit der älteste Sessellift, den ich kenne. Da er noch fuhr, wird es nicht später als zwanzig nach eins gewesen sein, als wir die Wiesenbaude erreichten. Aus der Ferne war natürlich nicht zu sehen, wer in den Doppelsesseln saß. Aber Totos Gruppe, insgesamt vier Leute, mussten unter den gewiss nicht zahlreichen Passagieren gewesen sein. Sie waren früh morgens nach Pec aufgebrochen, um von dort mit dem Lift auf den Gipfel zu fahren und anschließend über die Wiesenbaude zurück zu laufen.
In der Wiesenbaude aßen wir in dem großen altmodischen Speisesaal zu Mittag, der früher wegen der Tanzfeste berühmt war, die dort stattfanden. Obwohl das Haus so abgelegen ist, herrscht dort bei gutem Wetter eigentlich immer Betrieb. Neben Langläufern sehe ich dort immer wieder auch Leute mit alpinen Skiern oder Snowboards. Anfangs fragte ich mich, was sie dort wollen - wo es doch weit und breit keine Pisten gibt. Die Lösung des Rätsels: Es sind Snowkiter, die mit ihren bunten Drachen über die karge Ebene fegen. Auch heute waren sie wieder da
Das Essen fiel so reichhaltig aus, dass wir erst gegen 14:30 Uhr wieder aufbruchfertig waren. Kurz zuvor waren auch Totos Leute in der Wiesenbaude angekommen und berichteten, dass der Abstieg gar nicht so anstrengend gewesen sei, wie befürchtet. Normalerweise verwandelt sich der sturmumtoste Weg bei wenig Schnee zu einer gefährlichen Eisbahn. Für den Gipfel der Schneekoppe war es nun aber zu spät. Doch für einen Besuch der Polnischen Baude am Fuße der Gipfelpyramde reichte es.

Eine halbe Stunde später waren wir da. Der Blick nach Polen hinunter war durch dichte Wolken im Tiefland versperrt. So kehrten wir wieder auf gleichem Weg um und erreichten die Bouda Na Plani um 17:00 Uhr.

22 Februar 2011

Telemarken




Telemarken mit Langlauf-Ski ist ein besonderer Spaß. Heute hat es Felix an der Bouda Na Plani versucht.

Biathlon

Heute gab es vor der Baude einen Biathlon: Es gab vier Mannschaften mit je acht Sportlern/innen. Diese hatten die Aufgabe, Runden ums Haus zu laufen und kleine bunte Plastebecher mit Mini-Wasserbomben zu treffen. Natürlich gab es auch Strafrunden und eine würdige Siegerehrung. Alles ganz wie bei den Großen...

21 Februar 2011

1366 Km mit Langlaufskiern an einem Tag


Kaltes, sonniges Wetter in Spindleruv Mlyn. Heute gab es vier Touren:
1. Kleine Tour: Felix und Martin laufen mit sieben Leuten von der Bouda Na Plani über die Nova Klinovka zur Chalupa Na Roczesti (ca 10 Km; Start 10:15 Uhr, Rückkehr 17:00 Uhr)

2. Mittlere Tour: Ich laufe mit sechs Teilnehmern/innen ebenfalls zur Chalupa, dann aber weiter über den Fuchsberg; Mittagspause gegen 12:30 Uhr in der Lysarska Baude; dann weiter hinunter bis zur Lesni Bouda und über die Magistrale (Panorama-Loipe) zurück in Richtung Strazne. Am Abzweig nach Strazne aber bergauf und über die Frisovy und die Nova Klinovka, wo wir Kaffee trinken, zurück zur Bouda Na Plani (ca. 27 Km; Start: 10:00 Uhr, Rückkehr 18:00 Uhr).


3. Mittlere Tour: Toto fährt mit neun Leuten herunter nach Spindleruv Mlyn, nimmt dort um 10:30 Uhr den Bus zur Spindlerova (Ankunft 11:00 Uhr) und läuft zur Wiesenbaude (Mittagspause); von dort weiter über den Wiesenberg, Vyrovka und Chalupa na Roczesti zurück zur Bouda na Plani (ca. 28 Km; Start 9:15 Uhr, Rückkehr 17:00 Uhr).

4. Große Tour: Urusla und Horst fahren mit 21 Leuten herunter nach Spindl, nehmen den Medvedin-Lift und laufen von der Bergstation über die Vrbatova, Müsli-Baude, Elbquelle, Elbbaude, Martinova, Petrova, Spindlerova, Wiesenbaude, Vyrovka zurück zur Baude (42 Km, Start um 9:00 Uhr, Rückkehr gegen 18:30 Uhr)



Zusammen laufen wir also an diesem Tag insgesamt 1366 Kilometer auf Langlauf-Skiern. :-)

20 Februar 2011

Temperatursturz



Heute morgen ist strahlendes Wetter; kaum Wind, Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt und wolkenloser Himmel. Wir laufen von der Bouda Na Plani zunächst in Richtung Chalupa na Rozcesti. Auf halbem Weg hat in dieser Saison eine neue Baude aufgemacht: die Nova Klinovka; genau genommen gab es das Haus schon früher. Doch nun ist es frisch renoviert, liebevoll eingerichtet und bietet eine gute Küche.
Doch unser eigentliches Ziel heute ist die Wechselstube unten in Spindleruv Mlyn. Gestern konnten wir wegen der späten Ankunft kein Geld mehr wechseln. Auf dem Weg nach unten wird es plötzlich immer kälter. Im Laufe dieses sonnigen Tages sinkt die Temperatur auf unter -10 Grad. Zum Glück haben wir genügend warme Sachen in unseren Rucksäcken. Aber diese ungewöhnliche Wetterentwicklung zeigt uns wieder einmal, wie unberechenbar das Riesengebirge ist.