25 August 2011

Im Ötztal



Von unserer gemütlichen DAV Talhütte in Zwieselstein brechen wir heute ausnahmsweise mit leichtem Gepäck zu einer Wanderung über eine Hochterasse des Ötztals nach Obergurgl auf. Damit verlassen wir den E5, de auf die andere Talseite und hinauf zum Timmelsjoch führt. Auf der Paßhöhe beginnt schon Italien und Bozen ist nur noch drei Tagesetappen entfernt.
Wir hingegen steigen auf der westlichen Talseite hinauf in Richtung Nedersee, der als Teil einer kleinen Seenkette auf einer Hochterasse liegt. Diese ist in der letzten Eiszeit von Gletschern geformt worden und uralter Weideplatz zahlreicher Tiere. Auch die Vorfahren der heutigen Älpler, die von der Jagd lebten, zog dieser Ort an - so lernen wir von einer Infotafel. In der Nähe der Seen legten sie sich auf die Lauer und warteten auf die Tiere, die sich hier regelmäßig zum Trinken einfanden. "Gemein", meint eine Mitwanderin dazu, der ich nach den Erfahrungen von drei Tagen gemeinsamer Tour gerne glaube, dass sie als Bronzezeitlerin kaum eine Überlebenschance gehabt hätte...
Vom Nedersee sind es noch gut zwei Stunden bis Obergurgl. Der Ort hat sich in den letzten 30 Jahren stürmisch entwickelt und ist heute fast doppelt so groß wie bei meinem letzten Aufenthalt Anfang der achtziger Jahre. Die Betonburgen sind so abschreckend, dass ich nicht einmal schaue, ob es den lispelnden Kellner in dem kleinen Restaurant am Dorfplatz noch gibt. Wahrscheinlich gibt es nicht einmal mehr den Dorfplatz mit dem Denkmal für Auguste Picard, den Ballonpionier (Nein Birgit, mit dem Kommandanten von Raumschiff Enterprise ist der nicht verwandt!). Damals habe ich mit meiner Schwester in diesem Restaurant immer Pizza bestellt, weil der Kellner die Angewohnheit hatte, alle Bestellungen immer noch einmal zu wiederholen. Wir hatten großen Spaß daran, wenn er dann sagte: "Also ssweimal Pissa dann und sswei große Spessi."
Als halbwüchsiger Kellnerschreck Anfang der Achtziger im Ötztal

24 August 2011

Hinunter in die Ötztaler Skihölle, Hölle, Hölle



Aus Durchs Rettenbachtal


Die heutige Etappe des Alpen-Fernwanderwegs E5 führt uns von der Braunschweiger Hütte über das Rettenbachjöchl und durch das Rettenbachtal hinunter nach Sölden, der legendären Skihölle im Ötztal.
Nur gut 200 Meter Aufstieg sind zu schaffen, dann geht es fast nur noch hinab, von fast 3000 Metern auf weniger als 1500 Meter. Bis zum Jöchl genießen wir den Blick auf die Gletscher. Oben erwartet uns dann Liftstationen und Baumaschinen. Obwohl ich begeisterter Alpin-Skifahrer bin, muss ich zugeben, dass Gletscherskigebiete im Sommer nicht besonders hübsch sind. Hierbei macht Sölden keine Ausnahme. Man klettert über Gullideckel, nicht mehr gebrauchte Stahlteile von Liften liegen am Weg und Helikopter transportieren Baumaterial. Im September 2005 war so ein Helikopter in die Gondelbahn auf die Schwarze Schneid geflogen. Neun Personen kamen dabei ums Leben, darunter sechs Kinder. Für die Opfer wurde später eine kleine Gedenkecke in der Skigebiets-Kapelle eingerichtet.
Unterhalb des Gletscher-Skigebiets wird die Landschaft wieder etwas unberührter, auch wenn der Weg in der Nähe der Straße verläuft. Dann wechselt er auf die andere Seite des Flusses. Über eine breite Geröllpiste geht es hinab. Plötzlich rumpelt es: Vom Hang stürzt eine Geröll-Lawine hinab. Etwas weiter schaut uns ein Murmeltier neugierig an.
Etwas unterhalb der Baumgrenze zweigt der E5 nach Süden in Richtung Zwieselstein ab. Dies ist vielleicht die schönste Strecke, denn es geht durch schönen Wald und immer wieder bieten sich Blicke hinab ins Ötztal. In der Nähe einiger Almen wird die Markierung des Wegs allerdings schlecht. Stattdessen findet der Wanderer überall Schilder, die ihn in irgendwelche Gasthäuser oder Übernachtungsquartiere locken wollen. Ein Schelm, wer schlechtes dabei denkt...
Auc hwir kehren am Ende in eine dieser Restaurants ein und nehmen - da ein Gewitter droht - von dort anshcließend ein recht teures Linien-Taxi (7 Euro pro Person, einer sitzt auf einem Notsitz) hinunter nach Zwieselstein, wo wir in der DAV-Talhütte übernachten.

23 August 2011

Aufstieg zur Braunschweiger Hütte



Aus Zur Braunschweiger Hütte


Auf der schon etwas älteren aber sehr informativen Webseite www.fernwanderweg5.de von Matthias Bestfleisch wird die Etappe von Wenns zur Braunschweiger Hütte als landschaftlich sehr beeindruckend beschrieben:

"Über den neuen Gletscherweg führt uns der Weg immer weiter auf den Mittelbergferner zu. Wenn man die glattgeschliffenen Felsbrocken so liegen sieht, wird einem klar, mit welcher Kraft der Gletscher hier einmal gearbeitet hat! Ein unvergeßlicher Eindruck erwartet uns, wenn die ersten Ausläufer des Gletschers erreicht werden."


Zehn Jahre später hat sich das Bild doch gewandelt: An den Ausläufern des Gletschers kommen wir schon längst nicht mehr nah vorbei, denn dieser hat sich mittlerweile weiter zurückgezogen. Unglaublich, dass er um 1920 sogar noch fast bis Mittelberg hinunter gereicht haben soll.

Auch der "neue Gletscherweg", den Matthias Bestfleisch noch begangen hat, ist heute eine breite Schotterpiste, auf der große LKW mit Baumaterial hinauf auf den Gletscher fahren. In diesem Jahr wird eine neue Bahn auf den Brunnkogel gebaut, und da beherrschen PS-starke Baumaschinen diese Etappe des einst mit EU-Mitteln geförderten Wanderwegs E5, siehe auch diesen Post im Tirol Blog.

Wir gehen daher nicht über den E5 zur Braunschweiger Hütte, sondern nehmen die Alternativroute "Jägersteig", der sich auf der anderen Talseite sehr steil und - an diesem heissen Tag besonders merkbar - auf der Sonnenseite hinauf zur Hütte windet; ein schöner, teilweise versicherter Weg.
Da es noch früh ist, als wir die Hütte erreichen, steige ich noch weiter bis knapp über das Pitztaler Jöchl hinauf, so weit, bis der Höhenmesser die 3000m-Marke übersteigt. Von hier aus gibt es einen wunderschönen Blick auf die Pitztaler und Ötztaler Gletscherwelt.
Unten an der Hütte herrscht mittlerweile Hochbetrieb. Die Lager sind nahezu voll. Zum Glück haben wir mit unserer kleinen 6er-Gruppe reserviert. Es sind noch einige andere Gruppen da, darunter Kletterer, die in der Umgebung der Hütte lohnende Touren finden.

22 August 2011

Im Alpenland

Das kleine Örtchen Ritzenried im Pitztal ist Ausgangspunkt unserer Tour.

Vor Jahren sind Birgit, Stefanie und ich einmal von Oberstdorf über die Kemptener Hütte ins Lechtal gewandert, also entlang der ersten Bergetappe des Alpen-Fernwanderwegs E5.
Da die gesamte Alpenüberquerung etwa zwei Wochen in Anspruch nimmt, wozu uns irgendwie immer die Zeit fehlte, wollen wir nun wenigstens ein weiteres kurzes Teilstück gehen: vom Pitztal über die Braunschweiger Hütte ins Ötztal.
Heute brechen wir von Balingen ins Pitztal auf. Erster Anlaufpunkt ist die Pension von Maria Wohlfarter in Ritzenried - wo ich im Winter immer mit den TU-Skireisen hinfahre.

17 August 2011

Im Schwabenland



Unser heutiges Märchenschloss ist die Burg Hohenzollern bei Hechingen. Vom kleinen schwäbischen Ort Onstmettingen aus führt ein schöner Wanderweg an der Kante der Alb entlang, von dem aus sich immer wieder Blicke weit ins Land und auf die Burg öffnen.

08 August 2011

Autogrammwunsch

Manche Menschen meinen, eine Ski- oder Snowboardreise mit dem TU-Sport sei eine unverfängliche Sache. Selbst wenn die Fahrt nicht besonders gelungen sein sollte, ist man spätestens nach einer Woche wieder raus aus der Nummer.
Weit gefehlt. Heute war ich mit Birgit, meiner Schwester und Anna (8) italienisch essen in Steglitz. Plötzlich kam einer meiner Stammkunden von den Skireisen mit seiner neuen Freundin hinein. Er bemerkte uns nicht. Ich wusste, dass er bei der Deutschen Welle arbeitet. Also fragte ich Anna, ob sie an seinen Tisch gehen und nach einem Autogramm fragen könne. Nach einigem Zögern erklärte sich die Achtjährige bereit. Sie ging zu ihm, fragte, ob er der Robert Sowieso sei und - nachdem er bejahte - ob sie ein Autogramm haben könne. Seine neue Freundin guckte erstaunt. Robert war ebenfalls verwirrt, denn er hatte die Zielgruppe seiner Wissenschaftssendung bisher anders eingeschätzt...
Der Wirt wurde ebenfalls aufmerksam. Er vermutete einen bisher unerkannten Promi in seinem kürzlich eröffneten Restaurant und wollte jetzt ebenfalls ein Autogramm. Es gab ein erhebliches Hallo im ganzen Raum. Auch andere Gäste drehten sich nach dem "berühmten" angeblichen Radiomoderator um...
Der nahm es zum Glück gelassen, stellte kurz klar, dass er eigentlich beim Fernsehen der Deutschen Welle arbeitet und fragte sich wahrscheinlich, ob plötzlich alle verrückt geworden seien. Immerhin war seine Freundin beeindruckt vom plötzlichen Promi-Status ihres Liebsten. Also: Gebt Acht, wenn Ihr Euch mit dem TU-Sport einlasst! ;-)