14 Oktober 2006

Safety First


Nach Hawaii kommt man nicht, um Magnum zu lutschen. Keine andere Inselgruppe ist so weit vom nächsten Kontinent entfernt wie diese. Deshalb heißt Hawaii: Aloha, Beachboys und Surfen.
Nachdem Birgits Koffer am nächsten Tag doch noch angekommen ist, begeben also auch wir uns an den Strand von Waikiki. Doch obwohl Alle hier extrem locker drauf sind und einen permanent anlächeln und ein fröhliches "Aloha" zurufen, ist Strand doch plötzlich etwas sehr Gefährliches!
Der Reiseführer warnt: "Bitte lassen Sie sich nur auf das ein, was Sie sich auch zutrauen können. Der unendliche Pazifik wird auch morgen noch da sein. Und Sie?"
Das ist eindeutig. Auch der nette Inhaber unseres mittlerweile lieb gewonnenen Frühstückscafés in der Kuhio Avenue warnt uns vor der gefährlichen Brandung am Sandy Beach. Also lassen wir es etwas vorsichtiger angehen. Schließlich habe ich schon gestern beobachtet, wie ein gut gebauter Rettungsschwimmer einer älteren Lady eine hässliche Kopfverletzung mit riesigen Pflastern getaped hat. Dabei macht der Pazifik hier in Waikiki einen ganz vernünftigen Eindruck! Die Hotels sind so nahe ans Wasser gebaut, dass zwischen dem Ozean und den großzügigen Glasfronten der Speisesäle mitunter kaum 10 m liegen.
Unbestritten: Der Ozean ist riesig und die Wellen machtvoller als anderswo. Doch was die Amerikaner daraus machen, erleben wir heute beim Versuch, die wunderschöne Bucht von Hanauma zu betreten. Die Bucht entstand einst durch vulkanische Aktivität. Sie ist der Überrest eines Kraters, der später vom Meer geflutet wurde. Deshalb ist sie halbrund, sehr flach und von Korallen besiedelt. Kurzum: Sie ist das perfekte Bade- und Schnorchelparadies und trotz eines Eintritts von fünf Dollar (plus 1 Dollar für das Parken) einen Besuch immer Wert.
Doch bevor wir in die Bucht runter dürfen, werden wir durch ein Besucherzentrum geschleust und müssen uns ein Video anschauen. Dafür wurde extra ein "Theater" errichtet. Die Gäste betreten es durch automatische Schiebetüren auf der einen Seite und verlassen es nach der "Vorstellung" durch Türen auf der Beachseite wieder. Dabei ist das Schwimmen und Schnorcheln hier keineswegs gefährlicher als anderswo - wenn ein paar grundlegende Regeln beherzigt werden! Das einzig gefährliche an diesem Nachmittag ist das Warten in der prallen Sonne, bis endlich die Safety-First Videoschau beginnt.
Die besteht übrigens nicht nur aus einem Video. Vielmehr wird die Show von einer alternden Rangerin moderiert, die das Auditorium mit einem herzhaften "Aloha" begrüßt. Als die Antwort nicht laut genug ausfällt, wiederholt sie die Übung. Wie beim Militär: Zuerst wird das Grüßen geübt!

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