28 Februar 2009

Zurück


Abschied von Spindlermühle: Endlich scheint einmal die Sonne. Der Sturm von gestern hat sich gelegt. Doch heute verlassen wir unsere Bergbaude.
Bäume und Liftmasten oben am Plan-Lift sind nach tagelangen Niederschlägen eingeschneit. Und selbst unten im Tal an der Straße nach Vrchlaby präsenstiert sich die junge Elbe trotz mittlerweile gestiegener Temperaturen (+2 C°) im schneeweißen Gewand.

Wir kommen auf der weiteren Fahrt an Liberec vorbei und sehen aus der Ferne sogar ein paar Athleten bei einem Wettkampf. Der Aufwand, den die kleine Stadt für die nordische Ski-WM treibt, ist gigantisch. Die Autobahn ist teilweise gesperrt: Der gesamte Durchgangsverkehr wird auf eine Richtungsfahrbahn umgeleitet; die freien Fahrbahnen sind zu Zufahrtsstraßen und Parkplätzen für den WM-Tross umfunktioniert; viele Zufahrten und Straßen sind geschlossen.
Dennoch kommen wir gut durch und erreichen Berlin gegen 17:00 Uhr.

27 Februar 2009

Sonne


Heute kommt seit Tagen das erste Mal kurz die Sonne heraus. Allerdings ist es so windig, dass Toto die lange geplante "Große Runde" - Abfahrt von der Baude nach Spindl, Aufstieg zum Medvedin, Urbatova, Martinova, Petrova, Spindlerova, Wiesenbaude, Vyrovka und zurück - vorzeitig abbrechen muss.
Auch ich gehe mit meinen leicht Fortgeschrittenen nicht zur Wiesenbaude sondern wir weichen dem Wind nach unten aus: Richtung Strazne. Kurz vor dem Ort kehren wir in der Hribeci-Baude ein, wo es ein gutes Essen gibt - auch wenn nicht alle das bekommen, was sie bestellen: "Warum fragen die vorher überhaupt?" wundert sich Perrine mit ihrem liebenswerten französischen Akzent, als eine Bestellung bei ihr zum zweiten Mal schief geht.
Die Baude, die sich Hotel nennt, ist anfangs nahezu voll besetzt; vorwiegend von Hausgästen. Als es leerer wird, bietet sich die Gelegenheit, die Inneneinrichtung näher in Augenschein zu nehmen: Auf den ersten Blick scheint der Stil rustikal zu sein: Holztische ohne Tischdecke, Holzstühle mit Kissen und geschnitzten Rückenlehnen, geweißte Wände, schmiedeeisern-hölzerne Lampen. Doch an den ansonsten kahlen Wänden hängen zwei Bilder, die verstören: Auf dem einen ist die Hälfte eines Bettes zu sehen, auf dem drei Beine liegen. Der Rest der Zimmereinrichtung ist stilisiert dargestellt; nur eine Jalousie ragt realistisch hervor: Ihr Bändsel ist ganz plastisch als dreidimensionales Objekt an dem Bild befestigt.
Das zweite Bild zeigt einen Pferdekopf mit Hut; es kann auch ein Einhorn sein. In dem Hut erkennt man bei näherem Hinsehen weitere Gegenstände, eine Landschaft; irgendwo ein Angler, ein Fisch, ein Skiläufer.
Es ist eine irgendwie typisch tschechische moderne Kunst, die sich in diese Bergeinsamkeit verirrt hat.
Im Hintergrund läuft ein Fernseher, in dem eine Direktübertragung von der nordischen Ski-WM im nahen Liberec läuft: Gerade verliert der in Führung liegende deutsche Staffelläufer auf der 4x10 KM-Distanz mit jeder Runde einige Sekundenbruchteile gegen seinen norwegischen Verfolger.
Auch uns treibt es weiter: Nach Strazne hinunter. Wir durchqueren den verschlafenen kleinen Ort mit seinen zahlreichen Mini-Liften und stapfen anschließend durch den feuchten klebrigen Ski hoch, der ständig unter den Skiern stollt.
Der deutsche Staffel-Läufer verliert in Liberec gegen die Norweger. Immerhin ist Silber ein großer Erfolg für die Mannschaft des DSV.

25 Februar 2009

Nebel


Heute früh kommt erst die Sonne raus, doch dann ist sie wieder weg und die verschneiten Tannen oberhalb der Friesovy Boudy stehen wunderbar im Nebel.

24 Februar 2009

Wiesenbaudentour II

Wiesenbaudentour
Heute ist skilehrerfreier Tag und so ziehe ich mit einigen Leuten ohne dienstliche Verpflichtungen los in Richtung Wiesenbaude. Morgens ist es neblig, aber nicht sehr windig. Wir machen Zwischenstopps in der Chalupa Na Roczesti und der Vyrovka.
Nachdem es im Sommer im Blog einen kritischen Kommentar bezüglich des Servicepersonals in der Wiesenbaude gegeben hatte, bin ich neugierig zu sehen, wie es tatsächlich mittlerweile steht um die Freundlichkeit des Personals.
Ich vertrödele mich mit Stefan wegen der vielen Pausen etwas, aber das ist eigentlich willkommen. Als wir den wuchtigen alten Kasten der Wiesenbaude aus dem Nebel auftauchen sehen, sind einige Leute, darunter Andreas schon da. Er kommt jedes Jahr immer wieder gern auf die Wiesenbaude. In erster Linie wegen der blonden Bedienung mit den hochgesteckten Haaren (dazu demnächst mehr im Secrets-Blog). Und jetzt soll der Service schlechter sein?
Eine Veränderung fällt uns gleich am Eingang auf: Statt in einen dunklen Vorraum, in dem man sich nicht wundern würde, wenn aus dem Halbdunkel der an die Nazi-Zeit erinnernden Architektur plötzlich ein paar SS-Männer treten würden, tritt man jetzt in ein gut beleuchtetes und aufgeräumtes Zimmer, in dem man gleich seine Ski abstellen kann. Das ist einerseits ein freundlicher Empfang; andererseits verliert die Baude dadurch etwas von ihrem geheimnisumwitterten Charakter.
Oben im Restaurant ist das Essen gut wie immer, die Bedienung ist freundlich und die Rechnung glänzt durch Übersichtlichkeit. Einziger Wermutstropfen: An unserem Tisch bedient nicht die Blonde mit den hochgesteckten Haaren sondern eine süße Dickliche.
Auf dem Rückweg kommt sogar die Sonne raus - und fast bekommen wir noch die Schneekoppe zu Gesicht!

23 Februar 2009

Schneesport und Reisen - Secrets

Rosenmontag: Heute ziehen einige unserer Leute in bunten Narrenkostümen über die Loipen

Mitunter habe ich echte Probleme beim Führen dieses Blogs: Da habe ich beispielsweise einen sehr schönen Post fertig und denke mir dann - bevor ich auf die "Veröffentlichen"-Taste drücke: Nee. Besser nich. Dit kannste so nich bringen. Könnte doch mal Ärger geben. Jemand könnte sich wiedererkennen oder angepisst fühlen.
Und so haben sich im Laufe der Zeit zahlreiche Posts angesammelt, die den Status "Entwurf" haben.
Daraus könnte ich locker ein neues Weblog machen. Diese Idee beschäftigt mich schon einige Zeit. Nun gibt es einen Arbeitstitel: "Schneesport und Reisen - Secrets".
Demnächst - und aus aktuellem Anlass mehr dazu!

22 Februar 2009

Spindl 2009


Bin wieder in Spindl, denn die zweite Woche der Langlaufkurse hat begonnen. Mit einer Gruppe von neun - mehr oder weniger - Anfänger/innen stapfe ich durch den Schnee, der hier in Unmengen liegt. Es sind Studis, TU-Beschäftigte und einige Externe in dem Kurs dabei.
Wir machen anfangs etwas Skitechnik: Schlaufen der Stöcke richtig einstellen; in die Bindung einsteigen; dann: Vom Laufen zum Gleiten, Gleitphase, Laufen ohne Stöcke, Schneepflug. Ziel der ersten Tour: Chalupa Na Roczesti. Einige der Leute tun sich insbesondere auf den unpräparierten Abschnitten recht schwer. Beim mitunter notwendigen Ab- und Anschnallen der Ski kämpfen sie zudem mit vereisten Automatik-Bindungen (die Tourenbindungen sind einfach sicherer!). Andere schaffen die Tour in dem kraftraubenden tiefen Schnee mit ihren Schuppenskiern erstaunlich gut.

19 Februar 2009

Bettgeschichten

"Na, habt Ihr wieder Bettgeschichten zu besprechen?", alberte vorhin eine Kollegin vom TU-Sport herum, als ich sie nach unserer Buchhalterin fragte. Dabei hatte mir Daniela nur dabei geholfen, die Zimmeraufteilung für die Jerzens-Fahrt auszutüfteln.

In der Tat häufen sich allerdings in letzter Zeit bei mir pikante Anfragen: Vor einiger Zeit machte ein männlicher Stammgast seine Teilnahme davon abhängig, dass eine bestimmte weibliche Person nicht mitführe.

Vorhin rief nun besagte weibliche Person an und fragte, ob es noch ein Doppelzimmer für sie und die besagte männliche Person gäbe. Wissen die Leute, was sie tun?

Vor einigen Jahren war eine Familie häufig auf der Familienfahrt mit dabei. Die Ehe ging auseinander, nachdem der Mann ein Verhältnis mit einer ebenfalls öfter mitreisenden alleinerziehenden Mutter eingegangen war. Aus dieser Beziehung entstammte ein Kind. Einige Jahre später lernte die Frau auf einer anderen Fahrt einen ehemaligen TU-Skilehrer und stadtbekannten Hippie und Szene-Kneipenbesitzer und Prominentenbruder kennen. Die beiden verliebten sich und sie bekam wiederum ein Kind. Mittlerweile ist auch diese Beziehung Geschichte, aber die Frau kam seither nicht wieder mit auf eine Fahrt.

Anfang des Jahres nun erhielt ich eine Anfrage von der Ex-Frau des untreuen Familienvaters: Sie würde gerne mitfahren, wenn noch ein Platz frei wäre - Voraussetzung: ihre damalige Konkurrentin dürfe nicht dabei sein. Verständlich.

Leider war kein Platz frei. Ich hätte die mittlerweile zu Jugendlichen herangewachsenen Kinder gern wieder gesehen.

Stattdessen war eine andere sogenannte Patchworkfamilie beim Familienkurs dabei. Auch die Geschichte dazu ist länger: Ein langjähriger Freund von mir fuhr früher gern mit auf unsere Reisen. Und zwar mit seiner damaligen Freundin, seiner Jugendfreundin, mit der er ein Kind hatte. Die Beziehung ging iregendwann auseinander, und zwar wegen eines Seitensprungs mit einer Nachbarin. Der Mann der Nachbarin wiederum verliebte sich nach dem Scheitern seiner Beziehung neu in eine andere langjährige Mitreisende und hat mittlerweile ein gemeinsames Kind... Um ein Haar wäre es nun in diesem Jahr zu einem Widersehen aller Halbgeschwister auf der Fahrt gekommen. Die Kinder hätten die Überraschung sicherlich besser verkraftet als die Eltern...

18 Februar 2009

Langlauf in Berlin in der taz

Von Um den Caputher See

Kaum war ich aus dem Riesengebirge zurück, ruft mich gestern eine Journalistin von der taz an: "Langlauf in Berlin" ist ihr Thema. Ich erzähle etwas von unserem Ausflug um den Caputher See. Heute ist der Artikel drin. Nicht ganz hundertprozentig korrekt zitiert (Ich habe nicht davon gesprochen, dass es keine gespurten Loipen mehr gibt, sondern es gibt halt keine - gab auch nie welche). Aber sonst ein schöner Artikel!
Und zum Beweis gibts hier noch ein Bild von einer selbst gebauten Loipe unter der Hochspannungsleitung:
Von Um den Caputher See

16 Februar 2009

Mit Bus und Bahn von Spindleruv Mlyn nach Berlin

Schienenbus "Seifhennersdorf" von Liberec nach Zittau

Die - in Beziehung auf Kosten und Fahrtdauer - beste Verbindung von Berlin nach Spindlermühle oder umgekehrt verläuft meiner Erfahrung nach über Liberec. Heute habe ich es wieder einmal getestet:

Route:
Bus Spindl - Liberec
Bahn Liberec - Berlin

Fahrplan für Fernreisebusse in Tschechien mit deutschsprachiger Verbindungsanfrage:
http://jizdnirady.idnes.cz/vlakyautobusy/spojeni/

Basisdaten:
Kosten insgesamt: 27,72 Euro
Fahrtdauer: 7 Stunden, 50 Minuten

Reiseverlauf:
7:10 Uhr ab Spindl, Busbahnhof; Bus nach Prag bis Jicin. Die Fahrkarte wird im Bus gekauft und kostet 75 Kronen (2,78 Euro)
8:25 Uhr planmäßige Ankunft in Jicin (heute wegen verschneiter Straßen erst um 8:40 Uhr)
8:36 Uhr planmäßige Abfahrt des Busses nach Liberec; auch dieser Bus ist verspätet, so dass ich den Anschluss nicht verpasse; Kosten: 57 Kronen (2,11 Euro).
9:30 Uhr planmäßige Ankunft in Liberec; heute trotz eindrucksvoller Überhomanöver erst um 9:40 Uhr
10:23 Uhr: planmäßige Abfahrt des Oldtimer-Schienenbusses nach Zittau; dieses Gefährt ist als einziges Verkehrsmittel auf der gesamten Reise heute auf die Minute pünktlich und funktioniert ohne technische Probleme. In Liberec kann ich am internationalen Schalter eine Fahrkarte bis Spremberg lösen (160 Kronen, 5,93 Euro)
10:57 Uhr planmäßige Ankunft in Zittau. Der Zug nach Cottbus wartet bereits am Gleis gegenüber.
11:01 Uhr planmäßige Abfahrt nach Cottbus (Ostdeutsche Eisenbahn ODEG); der Zug ist angenehm; es werden für 90 Cent heiße Getränke am Platz serviert (2. Klasse); allerdings muss das moderne Fahrzeug wegen einer technischen Störung an diesem Wintertag in Görlitz ausgetauscht werden. Der Ersatzzug wartet bereits am Nachbargleis und holt die Verspätung auf der eingleisigen Strecke schnell wieder ein. Die Fahrkarte Spremberg-Berlin kostet bei der ODEG 16,90 Euro.
12:57 Uhr planmäßige Ankunft in Cottbus
13:16 Uhr planmäßige Weiterfahrt mit der Regionalbahn nach Rathenow. Dieser Zug soll um 14:48 Uhr planmäßig in Berlin Ostbahnhof ankommen. Wegen eines Schienenbruchs im Bereich Ostbahnhof wird er über Lichtenberg, Gesundbrunnen, Hauptbahnhof umgeleitet; ich bin dennoch gegen 15:00 Uhr zu Hause.

15 Februar 2009

Wochenendreise ins Riesengebirge

Verschneiter Wald im Riesengebirge
Ich war mir bis zuletzt nicht sicher gewesen, ob die Idee so gut war: Für einen einzigen Skitag extra ins Riesengebirge fahren - nur weil sich eine praktische Mitfahrgelegenheit bietet?
Aber nun sitze ich hier. Über Nacht hat es etwa 30 Zentimeter Neuschnee gegeben, das Thermometer zeigt morgens zehn Grad Minus. Andreas und ich beschließen, gemeinsam über die Chalupa Na Roczesti, den Lisci Hora (Fuchsberg) und die Kolinska-Bauden zum Cerna Hora zu laufen, dem 1299 Meter hohen Schwarzberg, der das Gebirge brüsk nach Süden hin begrenzt und der mit seinem markanten Turm bei normalen Sichtbedingungen von unserer Baude aus in der Ferne zu sehen ist. Etwas mehr als 20 Kilometer ist er von der Bouda Na Plani entfernt. Heute hingegen ist die Sicht durch den Schneefall begrenzt, der den ganzen Tag über anhält.
Auf dem Rückweg finden wir eine schöne Variante durch den Wald, einen Weg, der nur bei Schneebedingungen wie diesen zu gehen ist.
Ich bin am Ende des Tages kaputt, doch diese Tour war den Aufwand schon wert. Morgen klingelt der Wecker um halb sechs, dann geht es zurück nach Berlin, das ich dann hoffentlich noch zur Bürozeit erreiche.

14 Februar 2009

Feinster Pulver in Spindleruv Mlyn

Fertig machen zum Aufstieg

Hinauf zur Bouda Na Plani (Im Bild die Hromovka)

Heute früh gegen 7:00 Uhr startet unser Bus nach Spindleruv Mlyn vor dem Mathebau der TU Berlin und leitet damit die offizielle Langlaufsaison des TU-Sports ein.
Schon vor der tschechischen Grenze setzt Schneefall ein, der bis zum Erreichen unseres Ziels im Riesengebirge nicht aufhört. Und dennoch: Beim Aufstieg zur Bouda Na Plani ist trotz der Flocken sogar etwas Nachmittagssonne zu sehen.
Die Baude finden wir tief verschneit vor. Einige Zimmer sind stockdunkel, da der Schnee auf dem Dach die Fenster verdeckt. Und es schneit weiter - bis in die Nacht fällt der feine Pulverschnee.

04 Februar 2009


Heute morgen weckt uns nach drei Tagen mit Schneefall und dichten Wolken die Sonne. Meransen liegt auf einer Hochterasse über dem Pustertal und der Blick aus dem Haus ist wunderschön.

03 Februar 2009

Skikinder


Etwas wehmütig gebe ich heute meine fünf Skikinder ab. Drei Tage hatte ich die Fünf- bis Zehnjährigen im Kurs. Die meisten haben im letzten Winter zum ersten Mal auf Skiern gestanden. Mittlerweile fahren sie die steilsten Pisten in Meransen hinunter, können sich selbständig die Ski anziehen, kennen die wichtigsten Pistenregeln und fahren im flachen Gelände teilweise schon parallel. Morgen übernimmt Holger die Gruppe, denn er hat sich heute in der Mittagspause beim Springen über einen Kicker leicht verletzt und muss sich etwas schonen. Ich fahre stattdessen ab morgen mit seinen Erwachsenen.

02 Februar 2009

Die dicken Kinder aus Kleve

Nun bin ich ja mittlerweile in Meransen (Südtirol) mit dem TU-Familienkurs. Bereits am ersten Tag hatten wir Gelegenheit, einen Hauch italienischen Flairs zu genießen: Auf dem Anfängerhügel war ein dickes Mädchen aus Kleve kollabiert. Einige Freundinnen lagen drum herum im Schnee. Von einem Betreuer keine Spur. Als einer unserer Leute zu der Jugendlichen kam, war sie zeitweise nicht ansprechbar, der Atem war unregelmäßig. Der Liftmann, dem der Unfall gemeldet wurde, war zunächst ungläubig: "Ein Unfall? Bei uns auf der Piste?" Als ob es ehrenrührig wäre, derartiges zu behaupten. Einen Akia gab es nicht. Der Krankenwagen würde eine halbe Stunde brauchen. Ein Helikopter könne bei dem Wetter nicht landen. Nicht einmal eine Decke war schnell verfügbar. Ich hatte immerhin eine Rettungsdecke dabei.
In den Momenten, in denen sie ansprechbar war, erzählte das Mädchen, dass sie mit einer Schulklasse unterwegs war, nannte den Namen der Schule, und dass sie Medikamente nähme. Am Vortag hätte sie sich übergeben müssen und wisse nun nicht, wie viele der Medikamente dabei herausgebrochen wurden. Keinen Arzt wolle sie. In gar keinem Fall einen Arzt!
Irgendwann kam eine Lehrerin ihrer Schule vorbei. Sie erklärte sich allerdings kurzerhand als "nicht zuständig". Die Schülerin sei mit einem örtlichen Snowboardlehrer unterwegs gewesen. Ein Snowboardlehrer war allerdings die ganze Zeit über nirgends zu sehen gewesen. Die Lehrerin verschwand wieder.
Zwischendurch versuchte sich der Liftmann mit einem Bergungsversuch. Dafür hatte er einen kleinen Schlitten mit viel zu kurzer Leine aufgetrieben. Damit sollte das Opfer den hang hinauf zur Straße gezogen werden. Mit jedem Schritt krachte ihm der Schlitten an seiner kurzen Leine in die Hacken. Nach fünfzig Metern scheiterte er und musste abgelöst werden. Eine kanppe Dreiviertelstunde war immerhin ein Krankenwagen. Auf den Vorschlag eines unserer Leute hin nahm der Sanitäter sogar eine Blutdruckmessung vor. Dann musste alles schnell gehen. Die Verunfallte wurde in den Wagen geladen und zum nächsten Skigebiet gefahren. Dort wartete bereits ein anderer Schwerverletzter. Im Sammeltransport ging es dann anschließend ins Krankenhaus.
Na, gute Besserung!

01 Februar 2009

Wir müssten nicht draußen warten


Heute schneit es. Oben am Gitschberg fällt fast ein Meter Neuschnee. Etwas verloren stehen die Schneekanonen neben dem Depot. Sie müssten hier nicht draußen warten, denn es gibt in diesem Winter genügend natürlichen Schnee.