Auf dem Flughafen in Vancouver treffen wir noch einmal einen Bären. Schön. Das Einchecken bei unserer deutschen Premium-Fluggesellschaft Lufthansa ist jedoch chaotisch. Über das Internet funktioniert es nicht, da man seine Identität nicht beweisen kann. Auf dem Flughafen gibt es nur einige wenige umständlich zu bedienende Terminals - von denen ein Teil auch noch defekt ist. Die Airline spart am Personal. Am Schalter sitzt eine extrem unfreundliche Angestellte, die gar nichts kann. Wir bekommen wieder einmal schlechte Sitzplätze (wie fast immer auf dieser Reise mit der Star Alliance) und ich kann den Flug überhaupt nicht genießen.
Webcams in Zielorten des Uni-Schneesport Berlin e.V.
23 August 2014
21 August 2014
Inside-Passage südwärts
Nach zwei Tagen in Prince Rupert fahren wir heute wieder zurück in Richtung Süden. Schon um 5:30 Uhr sollen wir am Hafen sein. Die „Northern Expedition“ setzt sich fahrplanmäßig um 7:31 Uhr in Bewegung. Ganze zwei Stunden vorher müssen die Passagiere am Pier stehen – wollen sie nicht riskieren, dass ihre Reservierung entfällt. Dennoch ist die Stimmung gut am Hafen. Der Mann im Abfertigungshäuschen sieht sich unsere Papiere an und ruft aus: „Oh, a doctor! A doctor in what?“ Er hat bereits die Erfahrung gemacht, dass die Leute aus Deutschland in allen möglichen Fächern ihren Doktor machen und will es von Birgit nun genau wissen.
Anschließend verrät er uns, dass sein
Sohn auch ein Doktor ist – in Jura. Dennoch würde er ihn nie mit
Titel anreden. Ich stelle klar, dass ich das bei Birgit im Normalfall
auch nicht tue. Wir lachen und er gibt uns unsere Bordkarten.
Als die Fähre ablegt, liegt noch
dichter Nebel über dem Meer. Der Kapitän lässt alle zwei Minuten
das Schiffshorn betätigen. Die Berge werfen ein Echo zurück.
Dennoch bemerkt der Steuermann eines kleinen Kutters die große Fähre
erst, nachdem diese exclusiv für ihn fünfmal hintereinander lange hupt. Der Kapitän
verlangsamt sogar sicherheitshalber die Geschwindigkeit. Sehr spät
endlich zieht der Steuermann des Kutters energisch das Ruder herum
und fährt eine 180-Grad-Wende.
Kaum sind wir im Grenville Channel,
lichtet sich der Nebel langsam. Nur um die Inseln herum halten sich
die Schwaden länger. Ein sonniger Tag beginnt. Wir haben für die
Rückfahrt Sitze in der Aurora-Lounge reserviert. An der Rezeption
bekommen wir dann Platzkarten für die zweite Reihe. Die Sicht von
dort ist gut, die Sitze sind sehr bequem und wir können unsere
Sachen dort noch unbekümmerter herum liegen lassen als auf der
Hinfahrt. Die Lounge hat eine Zugangssicherung mittels Magnetkarte.
Allerdings reisen hier auch nur Touristen. Die Einheimischen sparen
sich die 35 Dollar und legen sich lieber mit bunten Decken in den
Foyers auf den Boden auf eine Bank.
Ich bin die meiste Zeit an Deck. Denn
trotz der guten Panoramasicht in der Lounge ist die Luft dort viel
schlechter als draußen. Dennoch kann ich die Lounge allen empfehlen,
die die Fahrt vollkommen streßfrei genießen wollen: Kein anderer
Raum an Bord (außer die Kabinen der Offiziere) bietet einen
ungehinderten Blick nach vorne. Es werden Wasser und einfache Snacks
gereicht und die Stühle haben bequeme Fußstützen und die Lehnen
lassen sich weit nach hinten stellen.
Die Fähre ist leerer als auf der
Hinfahrt. Viele Plätze im Autodeck bleiben zunächst leer. Als der
Kapitän nach etwa zwei Stunden Fahrt das Autodeck öffnen lässt,
damit die Leute eventuell benötigte Sachen aus den Fahrzeugen holen
können, nutzen Hundebesitzer die freie Fläche, um mit ihren
Lieblingen „Gassi“ zu gehen. Allerdings steigen in Bella Bella
diesmal viele einheimische Passagiere zu und es warten auch jede
Menge Autos am Hafen. Eine Reservierung ist bei der Inside-Passage
also in jedem Fall angesagt.
20 August 2014
Bedrohtes Paradies
![]() |
| Rechts neben dem Totempfahl sind draußen Schornstein und Deckshaus der "Amakusa Island" zu sehen |
Prince Rupert selbst ist ein kleines Städtchen, in dem es beschaulich zugeht. Das einzige, was an die ferne weite Welt erinnert, sind die vielen Sattelschlepper, die mit Containern beladen durch die Stadt rauschen. Ansonsten sind auf den Straßen auch viele Indianer zu sehen. An die Geschichte ihrer Kultur erinnert das "Museum of Northern British Columbia". Es ist in einem Nachbau eines traditionellen Langhauses untergebracht und beherbergt zahlreiche Kunst- und Gebrauchsgegenstände, bis hin zu Werkzeugen, Kanus und Totempfählen. Wer beim Gang durch die beeindruckende Sammlung einmal den Kopf hebt und quer durch den Raum schaut, sieht hinter den großen Scheiben an der Rückseite des Hauses ein riesiges Schiff direkt vor dem Museum liegen.
Es ist die 224m lange "Amakusa Island", ein Havarist mit deutlicher Schlagseite, dessen Name am Bug gerade noch zu lesen ist, weil das Schiff bis dahin abgesunken ist. Der Koloss wirkt wie ein Menetekel vor den Exponaten der indianischen Kultur.
| Mit Schlagseite und bis zum Namenzug am Bug eingesunken: die "Amakusa Island" |
Allerdings macht der Unfall deutlich, welche Gefahren von einem der weltgrößten Tiefwasserhäfen für das empfindliche Ökosystem im Norden Kanadas ausgehen. Dass das große Schiff nun schon seit Wochen hier zwischen kleinen Fischerbooten liegt, ohne dass eine Reparatur erfolgt, lässt zudem den Eindruck einer gewissen Hilflosigkeit im Umgang mit der Situation erkennen.
| Das riesige Schiff liegt zwischen Fischerbooten und wartet auf eine Reparatur |
Sollte einem großen Öltanker ein ähnlicher Unfall passieren und sollten dabei nicht nur die Ballasttanks aufgerissen werden - dann wäre die unvergleichlich schöne Natur in dieser Küstenregion in sehr ernster Gefahr.
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