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05 Januar 2010

Zurueck nach Asheville


Morgen geht der Flieger zureuck nach Europa und so bewegen wir usn wieder in Richtung Sueden. Wir verlassen Gatlinburg und umfahren den Smoky Mountains Nationalpark oestlich. Das Vorland ist laendlich, sieht aber arm aus. Es erinnert mich an Tschechien...
Gegen 14:00 Uhr erreichen wir wieder Asheville, wo wir Rast im bewaehrten Bookstore in der Haywood Street machen. Dort gibt es einen Internetanschluss und leckere Quiches.

04 Januar 2010

Gatlinburg


Zwei Meilen hinter der noerdlichen Grenze des Smoky-Mountain-Nationalparks beginnt eine seltsame Stadt: Gatlinburg. Wir sind im Staate Tenessee und uns erwartet hier eine Art gebauter Rummel - mit allerlei Jahrmarktsensationen, die den Gaesten von den Fassaden entgegenschreien. Jede Menge Kitsch-und-Plunder-Laeden, Grusel-Kabinette, sogenannte Museen, in denen Absonderlichkeiten "ausgestellt" werden: Besondere Autos aus B-Movies, "Believe-it-or-not"-Phaenomene, Wachsfiguren...
Am Schlimmsten ist das alpine Erlebniszentrum, "Ober-Gatlinburg" genannt. Hier sollen die Alpen simuliert werden, samt Skipiste und Rodelbahn. Sogar eine reale schweizerische Seilbahn hat man hier installiert.
Unglaublich, dieses Disneyland, wo doch eine einmalige originale Berglandschaft direkt vor der Tuer liegt!
Immerhin ist das Motel okay und kostet nur gut 30 Dollar fuer uns beide. Zum Skifahren wuerde ich allerdings nicht nach Gatlinburg fahren - auch wenn man hier sogar Kurse buchen kann. Das Publikum, das wir sehen, ist denn auch eher jung und besteht vorwiegend aus vergnügungssüchtigen Schüler/innen und Studierenden oder deren amerikanischem Gegenbild: Den bunt angezogenen, nicht minder vergnügungssüchtigen Senioren/innen.

Smoky Mountains Nationalpark


Wir verabschieden uns von Stefanie und Matt und brechen auf in Richtung Smoky Mountains National Park; Fruehstueckspause in Franklin, wo vor dem Restaurant staendig riesige SUV's mit Zigarette rauchenden Insassen vorbei fahren oder einparken. Rauchen in den USA verpoent oder verbannt? Je weiter wir in den Sueden kommmen und je mehr wir uns aus den grossen Staedten entfernen, desto mehr wird geraucht.
Ausserdem ist in den USA alles eine Nummer groesser - heisst es. Leider gilt das nicht nur fuer die Groesse der Autos sondern haeufig auch fuer die Konfektionsgroessen. Auf der Weiterfahrt nach Cherokee philosophieren wir darueber, ob jedwede Gesundheitsreform in einem Land scheitern muss, in dem es so viele Uebergewichtige gibt.
Ankunft in Cherokee: Wir folgn der Ausschilderung "Downtown" und werden enttaeuscht: Eine Ansammlung von Buden und Bistros erinnert doch sehr an die tschechischen Grenzorte nahe Deutschland vor dem EU-Beitritt - mit dem Unterschied, dass hier weniger Bordelle zu finden sind.
Wenig ist uebrig geblieben von der indianischen Kultur. Jedenfalls, wenn man dieses angebliche Zentrum der Cherokee zum Massstab nimmt.
Kurz hinter Cherokee beginnt der Nationalpark. Am gut ausgestatteten "Visitor Center" sehen wir eine etwa 15-Jaehrige Uebergewichtige, die sich in Richtung Restrooms schleppt. Ihre fetten Oberschenkel reiben bei jedem Schritt aneinander: "Was meinst Du, wie lange ein kuenstliches Kniegelenk haelt, das man der mit 35 Jahren einsetzt", fragt Birgit. Sie hat recht: Wahrscheinlich ist hier jede Gesundheitsreform zum Scheitern verurteilt.
Grossartig ist dagegen der Nationalpark. Die Ranger im Visitor Center sind sehr freundlich, teilen uns sogar einen sehr detaillierten Wetterbericht fuer die naechsten Tage mit. Bei Schnee ist die Strasse durch den Nationalpark geschlossen. Wie schnell die Bedingungen hier wechseln, merken wir auf der Fahrt: Innerhalb weniger Minuten sinkt die Temperatur von 19 auf neun Grad Fahrenheit (etwa -5 bis -10 Grad Celsius). Schneefall setzt ein. Die Landschaft ist grandios. Der Abstecher zum Clingmans Dome, einem Aussichtspunkt in etwa 2200 Meter Seehoehe, ist im Winter allerdings geschlossen. Wir fragen uns, wofuer sie hier alle diese riesigen allradgetriebenen SUV's fahren...

03 Januar 2010

Asheville

Nach drei Tagen am Rande der Smoky Mountains sind wir gestern nach Asheville aufgebrochen. Die Kaelte hat uns dazu gezwungen, denn ueber Nacht war die Wasserleitung zu unserer Huette eingefroren. Ohne Wasser war es doch ungemuetlich. Die Fahrt nach Asheville fuehrte durch eines der aeltesten Gebirge der Welt und wunderschoene Landschaften und kleine Staedtchen wie Highlands oder Sylva. Auch hier ist es bitterkalt, deutlich unter Minus 10 Grad.

02 Januar 2010

Whiteside Mountain

Klar, das höchste Gebirge Nordamerikas sind die Rocky Mountains. Aber seit wir hier durch die Smokey Mountains fahren, haben wir nicht unbedingt den Eindruck, dies sei nur ein Mittelgebirge. Zwar sind die abgeflachten Formen der Bergrücken mittelgebirgstypisch. Doch die hier gebräuchlichen Höhenangaben in Fuß lassen leicht vergessen, dass die höchsten Gipfel immerhin über 2000 Meter hoch sind. Auch die Ausdehnung ist beträchtlich: Die Smokey Mountains sind ein Teil der Apalachen, die sich über 2400 Kilometer von der kanadischen Provinz Quebec bis nach Alabama erstrecken. Dabei waren sie früher sogar noch länger: Das Gebirge ist älter als der Atlantik und fand vor dessen Entstehung in den schottischen Grampian Mountains und den nordskandinavischen Bergketten seine Fortsetzung.
Heute gehören die Smokeys nicht zu den touristischen Highlights europäischer USA-Besucher. Dennoch kann man hier wunderbar wandern - und auch klettern. Als wir gestern abend in der Hütte saßen, fiel mir ein Luftbild einer grandiosen Felslandschaft ins Auge. Die Landschaft erinnerte mich an Meteora in Griechenland, wo die berühmten Kloster in und auf die Felsten gebaut sind. Hier waren es ein paar moderne Villen, die nahe an die Kante gebaut waren, was Lee sofort Anlass zum Lästern gab. Ich fragte Matt, wo dieser Berg sei und er antwortete zu meiner Überraschung, dass er mit dem Auto in etwa einer Stunde zu erreichen sei.
Also sind wir heute hier am Whiteside Mountain und genießen die grandiose Aussicht. Der Aufstieg war allerdings beschwerlich, denn der Berg ist nahezu komplett vereist. Am elegantesten bewewgt sich Zorba. Aber er hat ja auch vier Beine.

01 Januar 2010

Sylvester in den Bergen

Eggnog-Zubereitung

Um 18:00 Uhr stoßen wir mit Becks Bier auf das Neue Jahr an. In Old Germany findet wegen der Zeitverschiebung nämlich genau jetzt der Jahreswechsel statt. Hier in den Bergen von Georgia haben wir dagegen noch sechs Stunden Zeit. Stefanie macht derweil Spätzle, unser Mitbringsel für die Party bei Rick, der ganz in der Nähe in einem großen Haus wohnen soll.
Seinen Bruder Lee haben wir schon heute Nachmittag nach unserer Wanderung zu den Three Forks kennen gelernt. Wir waren gerade mit Schießübungen hinter dem Haus beschäftigt, als er überraschend auftauchte. Er ist der direkte Nachbar von Stefanie und Matt - das heißt hier, dass sein Haus in Sichtweite liegt. Lee zeigte sich beeindruckt von Birgits Treffsicherheit mit dem Luftgewehr und brauchte selbst einige Versuche, um die Metalltafel zu treffen.
Das Haus seines Bruders Rick steht auf einem Hügel und ist tatsächlich riesig. Es scheint so etwas wie das Zentrum einer kleinen alternativen Gemeinschaft zu sein, die hier in den Bergen lebt. Sylvester wird traditionell bei Rick gefeiert. Als wir uns dem Haus nähern, scheint der Vollmond durch die Bäume. Alle Fenster sind hell erleuchtet. Das Holzhaus hat zwei Etagen und einen Keller - und wird dennoch nur von einer einzigen Person bewohnt. Als wir eintreten, bin ich überrascht: Das innere besteht zum großen Teil aus einem einzigen großen Raum, der sich über zwei Etagen und den Dachstuhl erstreckt, und der von einem großen Kamin dominiert wird. An einer Längsseite öffnet er sich zur Terasse, die einen grandiosen Blick über die Blue Ridge Mountains erlaubt. Rick hat das Haus vor einiger Zeit selbst gebaut.
Ricks Haus Winter 2010
Eine lustige keine Gesellschaft hat sich bereits eingefunden. Im Laufe des Abends kommen immer mehr Menschen aus den umliegenden Häusern dazu, die alle neue Leckereien für das Buffet dabei haben. Gemäß weit verbreiteter Landessitte wird Plastegeschirr benutzt...
Bei den zahlreichen Gesprächen werde ich jedoch immer wieder davon überrascht, wie viel diese Menschen aus den Bergen hier von der Welt schon gesehen haben. Einige sprechen sogar einige Worte deutsch oder waren schon einmal in Berlin.
Lee ist natürlich auch da - und bereitet nach Mitternacht seinen leckeren, aber furchtbar kalorien- und alkoholhaltigen Eggnog zu, eine Art Eierlikör.
Es ist ein sehr schönes Sylvester in den Smoky Mountains.

31 Dezember 2009

Im Land der Cherokee - Three Forks


Der Schneefall von gestern hat sich über Nacht in Regen verwandelt. Nebel liegt über den dicht bewaldeten Bergen. Als der Regen im Lauf des Vormittags aufhört, beschließen wir, zu den Three Forks hinabzusteigen, dem Punkt, wo sich die drei Flüsse Big Creek, Overflow Creek und Holcomb River zum Chattooga River vereinigen.
Letzterer erinnert mit seinem indianischen Namen an die Ureinwohner dieses Gebiets, die einst die Wälder durchstreiften und für die dieser Ort der Vereinigung dreier Flüsse vermutlich eine besondere Bedeutung hatte.
Der Pfad hinunter ist im oberen Teil, wo abseits noch einige Häuser im Wald stehen, für Autos befahrbar. Weiter unten wird er jedoch schmal und steil; Baumstämme versperren immer wieder den Weg.
Three Forks ist ein schöner Ort, im tiefen Tal gelegen und umgeben von Rhododendronbüschen. Niemand würde sich wundern, wenn hier plötzlich ein Indianer hinter den Büschen hervor treten würde. Nebel liegt über dem feuchten Wald. Gestern sind wir weiter oben noch im Schnee den Hang hinunter gerutscht, heute laufen wir nur im Fleecepulli. Die Luft ist mild, nur einige Schneereste verderben den Eindruck von Regenwald

30 Dezember 2009

Bei Stefanie und Matt


Nach einer Woche bei Birgits Schwester in Michigan wollen wir nun Stefanie und Matt besuchen, die eine Hütte in den Smoky Mountains haben. Stefanie ist eine ehemalige Kollegin von Birgit und bewährte Begleiterin auf manchen Touren. Sie hat Matt in diesem Jahr geheiratet und ist zu ihm in die USA gezogen.
Obgleich Stefanie uns eher milde Temperaturen und beispielsweise die Möglicheit zum Bouldern versprochen hat, geht der Regen von Atlanta auf der Fahrt in die Berge bald in Schnee über. Über kurvenreiche und enge Bergstraßen erreichen wir mit unserem fast brandneuen Mietwagen (weniger als 1000 Meilen auf dem Tacho) dennoch sicher die "Cabin".