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15 Juni 2015

Liburnija in der Türkei verschrottet


Auf den Strand gesetzt: Nach 50 Jahren Dienst wurde die "Liburnija" verschrottet (Foto: Wikipedia)
Die 1965 gebaute "Liburnija" war eine RoRo-Fähre der kroatischen Reederei "Jadrolinija", die vor allem auf der bei Touristen beliebten - aber für die Reederei notorisch unwirtschaftlichen - Küstenlinie eingesetzt war. Im Jahr 2012 lag das schöne alte Schiff daher einige Zeit auf, wurde ab 2013 aber wieder auf der Küstenlinie eingesetzt.
Das Regionalportal Rijecanin berichtete am 7. Juni, dass zuletzt verschiedene Rettungsversuche gescheitert waren und das Schiff im März 2015 außer Dienst gestellt wurde. Im April wurde es im türkischen Aliağa auf den Strand gefahren und verschrottet. Der letzte Rettungsplan sah vor, dass Reederei und Regionalverwaltungen die Linie mit insgesamt 10,6 Millionen Kuna subventionieren sollten. Trotz einer grundsätzlichen Einigung gelang die Rettung des Schiffes nicht mehr.

Für unzählige Kroatien-Fans war die Fähre trotz ihres sehr eingeschränkten Komforts das beste Verkehrsmittel, um von Rijeka nach Dubrovnik oder in die Küstenorte oder auf die kroatischen Inseln zu kommen. Für die gesamte Strecke benötigte das betagte Schiff planmäßig 23 Stunden. Die einfache Deckspassage kostete etwa 30 Euro, eine Kabine etwas mehr als 100 Euro. Mit der Verschrottung verliert die Region ein Verkehrsmittel mit viel Charme und langer Tradition. Vielleicht hätte ein besseres Marketing die Linie retten können? Die norwegischen Hurtigruten-Schiffe haben heute auch nur noch eine begrenzte Bedeutung als regionale Verkehrsmittel. Umso mehr sind sie eine Touristenattraktion für eine betuchte Klientel - die durchaus auch die älteren Schiffe gerne bucht.

15 November 2013

In der Werft


Die "Marko Polo" hat heute, von Ancona kommend, die Werft in MALI LOSINJ angelaufen.Dort traf sie um 15:00 Uhr ein, nachdem sie noch eine kleine Schleife vor der Insel gefahren war.

10 September 2013

Überfahrt mit der "Marko Polo"

Es herrscht Gedränge und Hektik am Hafen bei der Einschiffung auf die "Marko Polo", die uns über Nacht nach Split in Kroatien bringen soll. Eine Reisegruppe fällt dabei besonders auf. Ihre Mitglieder haben orangefarbene Basecaps auf. Sie reden alle durcheinander, eine Reiseleiterin versucht, sich Gehör zu verschaffen. Wir verstehen nur soviel, dass sie die Leute ermahnt, ihre albernen Basecaps aufzusetzen. Einige Damen fortgeschrittenen Alters weigern sich beharrlich, wohl weil sie um ihre Frisur fürchten und sich außerdem mit den Dingern auf dem Kopf nicht zum Seppl machen wollen. Während heftig gezetert wird, überholen wir die Gruppe auf dem Autodeck und schaffen es, vor ihnen an der Rezeption zu stehen.
Schnell bekommen wir unsere Kabine. Es ist diesmal die Nr. 3092 im hinteren Teil des Schiffes, eine Innenkabine. Das geht wohl nicht anders, wenn man ein vergünstigtes Hin- und Retourticket bei Jadrolinija kauft. Dafür ist unsere Unterkunft überraschend groß, so dass ein Rollstuhl selbst ins Bad hineinpassen würde.
Kaum haben wir unser Gepäck verstaut und uns etwas frisch gemacht, hören wir die Gruppe mit den orangen Käppis draußen auf dem Gang marodieren. Sie rufen Namen von Leuten, die offenbar in enendlosen Gängen verloren gegangen oder in der falschen Kabine gelandet sind. Lautstark wird mit Türen und Koffern geklappert und geschlagen.
Jetzt schnell ins Restaurant, bevor die Meute den Laden stürmt, denken wir.
Als die "Marko Polo" ablegt, sitzen wir schon in den bequemen weißen Ledersesseln des Restaurants, haben eine Flasche kroatischen Wein auf dem Tisch und blicken aus den etwas zerkratzten Panoramafenstern. Unser Kellner - sie tragen alle sorgfältig gebügelte weiße Hemden und schwarze Hosen - ist ein großer Köstling und immerzu für ein Späßchen zu haben. Keine Frage: Das Speisen an Bord des Jadrolinija-Flaggschiffs ist eine stilvolle Angelegenheit, auch wenn das Essen eher mittelklassig ist.


Kaum steht es auf dem Tisch, kommt auch schon unsere orange Reisegruppe in den Speisesaal. Sie wird offenbar schon erwartet, denn ein Bereich ist für sie reserviert. Es ist bei Jadrolinija möglich, das Essen bei der Buchung gleich mitzubestellen. Wir haben nun die Möglichkeit, die Leute näher in Augenschein zu nehmen. Altersmäßig sind sie sehr gemischt, wobei die älteren Damen am lebhaftesten sind. Sie haben sich mächtig schick gemacht für diesen Abend - die Runde könnte fast aus einem Almodovar-Film stammen - und sie sind allesamt sehr liebenswürdig. Auch wenn sie es ihrer Reiseleiterin wieder sehr schwer machen, denn sie scherzen und giggeln unentwegt. Nur als Erstere vor dem Essen für alle ein kurzes Gebet spricht, kehrt Ruhe ein.
Sie sprechen spanisch, sehen südamerikanisch aus und beten im Restaurant vor dem Essen. Wir fragen uns, ob es eine Pilgergruppe auf der Rückreise aus Rom ist. Aber Spanien liegt doch eigentlich in der anderen Richtung?
Nach dem Essen treffe ich einige der Frauen an der Bar auf dem Achterdeck wieder. Sie sprechen kaum englisch, aber sie erzählen, dass sie aus Mexiko kommen und tatsächlich in Rom waren. Nun wollen sie noch nach Bosnien.
Im Laufe des Abends wird es stiller auf der "Marko Polo". Nur die beiden Maschinen treiben die Fähre beständig und mit fortwährend kräftigem Dröhnen an. Der Kapitän hat eine Frau mit auf die Brücke gebracht. Sie stehen auf der Backbord-Brückennock, während das Schiff durch die Nacht tuckert, quatschen und rauchen.
Im Morgengrauen kommt die kroatische Küste in Sicht und pünktlich um sieben Uhr legt die "Marko Polo" nach einem guten Frühstück in Split an. Tschüß, alte Fähre, hast uns wieder sicher durch die Nacht gebracht. Es gibt kaum ein EU-Land mit so vielen Inseln wie Kroatien, über 1200 sollen es sein. Und das Schiff ist die beste Möglichkeit, eine der weltweit zerklüftetsten Küsten zu bereisen. Die stilvollen historischen Liner, die von der Reederei Jadrolinija liebevoll auf dem technisch neuesten Stand gehalten werden, sind eine gute Möglichkeit dafür.

30 August 2013

Nächtliche Überfahrt ohne Papst

Gleich drei große Autofähren verlassen heute abend den Hafen von Split in Richtung Ancona. Das Stilvollste ist natürlich unsere "Marko Polo" von Jadrolinija. Dabeben haben noch "Blue Line" und "SNAV" den Preiskampf eröffnet.
Diese drei Schiffe verlassen fast zeitgleich den Hafen von Split in Richtung Ancona

Die "Marko Polo" ist nicht sehr voll. Zwei Stunden vor dem Ablegen können wir einchecken. Für EU-Bürger gibt es eine halbherzige Ausweiskontrolle; Die Kroaten freuen sich, endlich zur EU zu gehören und wollen wohl keine großen Umstände machen.
Die "Marko Polo" läuft aus
Das Schiff ist für sein Alter in einem sehr guten Zustand. Nach dem Crash von 2009 ist es noch einmal umgebaut worden und ständig auf dem letzten Stand der europäischen Sicherheitsnormen gehalten worden. Auf dem Autodeck werden neuerdings beim Beladen Schotten eingesetzt, das Heck ist verändert worden; ein neues maritimes Rettungssystem erlaubt im Notfall den Einstieg in Rettungsinseln über Notrutschen vom Bootsdeck aus. Ein Teil der Rettungsboote konnte daher entfernt werden.
Die Fähre ist nicht sehr voll. Leute haben keine Schwierigkeit, einen Platz zum Schlafen zu finden.
Der Duty-Free-Shop mach allerdings eher einen traurigen Eindruck. Ich kannte ihn aus früheren Zeiten im Ostsee-Einsatz als bunt und verlockend. Heute gibt es vorwiegend Schnaps und Zigaretten, die Hälfte der Regale ist leer.
Die Einrichtung ist nahezu originalgetreu erhalten...
Nur eine Schiffskapelle haben die katholischen Kroaten in einem Teil des vorderen Salons neu eingerichtet...
Hartnäckig hält sich auch das Gerücht, der tote Papst sei einmal an Bord der "Marko Polo" gewesen - wohl, weil dieses Bild neben der Rezeption hängt. Es zeigt Johannes Paul II. allerdings auf einem anderen Jadrolinija-Schiff. Es ist der Karamaran, den er bei seinem Kroatien-Besuch 2003 bestieg, um von der Insel Krk nach Rijeka zu reisen.
An Deck geht es lustig zu. Erst machen die Passagiere Party. Als die Bar gegen 23:30 Uhr schließt, sind die meisten abgefüllt genug und suchen sich in den Salons ein Plätzchen zum Schlafen. Dann beginnt für die Besatzung der lustigere Teil der Überfahrt. Aus den Mannschaftsräumen auf dem Bootsdeck schallt der Lärm heraus. Ab und zu öffnet sich die Tür und jemand kommt dazu. Ein Matrose kommt heraus und befriedigt ein dringendes Bedürfnis direkt an der Reling - neben dem neuen maritimen Rettungssystem ist durch die Entfernung eines Fensters ein windgeschütztes offenenes Örtchen entstanden.
Nachts ist die Bar geschlossen. Ein einsamer Matrose pisst vom Bootsdeck aus ins Meer.
Irgendwann falle ich in die Kabine, nehme eine Dusche und lege mich in die Koje. Neben uns fährt linkerhand die ganze Zeit die SNAV-Fähre parallel. Ihre Lichter sind gut zu sehen.
Frühstück kurz vor der Ankunft in Ancona
Frühstück gibt es ab 6:00 Uhr im gemütlichen Salon, achtern. Früher gab es ein großes Buffet im vorderen Salon. 1980 waren auch die vorderen Fenster noch offen. Durch sie war zu sehen, wenn das Bugvisier geöffnet wurde. Aus Sicherheitsgründen sind heute sowohl die Fenster dauerhaft mit Stahlplatten verschlossen als auch das Bugvisier außer Betrieb genommen. Bei unserer Überfahrt wird ausschließlich über die Heckklappe verladen, was ein Wenden der Fahrzeuge an Bord erfordert. Die langen Liegezeiten machen dies möglich. Schade ist es trotzdem, denn es ist immer ein schöner Anblick, wenn so eine Fähre in den Hafen einläuft und der Bug sich öffnet.

29 August 2013

Split-Ancona

Pünktlich um 21:00 Uhr verlassen wir mit der "Marko Polo" den Hafen von Split. Über Nacht bringt uns das Schiff nach Ancona, Italien.

Badespaß in Supetar

Den von mir selbst erfundenen Werbespruch kann ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen: "Superstars baden in Supetar®".
Zumindest half er mir, den Namen des Ortes zu merken., für den wir die Fährtickets kauften. Jadrolinija verbindet fast alle kroatischen Inseln. Die Fähren fahren pünktlich, sind bequem und zuverlässig - also ein klarer Fall für den "Like"-Button.
Hafen von Supetar
Heute ist unser letzter Tag in Kroatien und wir wollen ihn am Strand verbringen. Wir räumen unser schönes, wenn auch etwas stickiges Apartment in der Sejnska Ulica, lssen das Gepäck in einer Aufbewahrung und gehen zum Hafen. Die Fähre bringt uns in 50 Minuten von Split nach Supetar.
Lässige Eleganz an Deck kommt immer gut an ;-)

Wenige Fußminuten vom Hafen entfernt beginnt eine schöne Strandanlage - wenngleich mit Kieseln, die Birgit foltern, aber dafür ausgestattet mit Duschen, Massagezelten, Imbissen, Strandrutsche, Wasser-Springburg, Tretbooten und Toiletten. Sehr schön.
Der Kieselstrand von Supetar
Wir nutzen nicht einmal die Hälfte davon, denn das schöne klare Wasser, die Fische, Sonne und ein Schattenplatz in der Nähe einer Dusche sind eigentlich schon genug. Vorwiegend Familien baden hier. Halbwüchsige Jungs pesen mit geliehenen Elektromopeds die schmale Promenade hin und her und wieder hin. Ein Mädel in Begleitung zweier Jungs fragt diese, ob sie rot sei von der Sonne. Die Jungs schauen nicht einmal hin, sagen: nein - und latschen weiter in Richtung Baderutsche. Sympathisch unbekümmert, aber: So werden sie im Leben nicht problemlos weiter kommen mit den Frauen. Lasst Euch das an dieser Stelle gesagt sein, Jungs!
Kleinere Kinder werden noch von ihren Eltern eingecremt, ältere Leute spazieren über den nahe gelegenen Friedhof mit dem Mausoleum derer von Petrinovic.
Die lustigste Beschreibung dieses Baus finde ich bei www.supetar.de:
1914 wurde Toma Rosandic beauftragt, das Mausoleum für die Familie Petrinovic zu gestalten und seither wird sein Name nur noch von Unwissenden mit der Berufsbezeichnung des Künstlers in Verbindung gebracht. Das Bauwerk auf dem Friedhof am Kap Sv. Nikolaus ruft zwischen Belustigung, Abscheu und Unglauben so ziemlich jede Reaktion hervor, die einem besonnenen Gedenken zuwider läuft. In einer beispiellosen Kombinationsfreude hat Rosnadic sämtliche in der Geschichte der Insel vorkommenden Baustile vereint und selbst in den architektonisch sauberen Details mehr Register gezogen als wünschenswert. Besonders kurz vor Sonnenausgang strahlt der Kitsch schon so über die Küste, dass jedem Besucher dieser Anblick mit Sicherheit in Erinnerung bleiben wird. Und auch wenn eine Sehenswürdigkeit wie diese viel Spott über sich ergehen lassen muss zeigt sie doch unumstößlich den Reichtum und die Repräsentanzfreude der einstigen Inselbewohner - und ist somit allemal Kulturgut. 
 Dem ist nichts hinzuzufügen! Die Totenwürde wird während unseres Besuchs allerdings einmal gestört durch eine Gruppe bunt ausgestatteter Mountainbiker, die mit ihren Rädern den breiten Kiesweg des Friedhofs durchpflügen und lustig für ein Foto vor dem Mausoläum posieren. Aber sonst ist es ein schöner Ort, um begraben zu werden, direkt am Meer und mit freundlichen, sauber aufgeräumten Gräbern. Allerdings fällt uns auf, dass die Menschen auf Brac ungewöhnlich früh sterben: Einige Teenager, nicht wenige in ihren Dreißigern und viele zwischen 40 und 50 Jahren.
Formschön und praktisch: Die Fähren von Jadrolinija bringen Touris und Einheimische trockenen Fußes an ihr Ziel. Allerdings sind einige Schiffe älter als die Menschen, die auf dem Friedhof von Supetar liegen.

Wasserball

Spielfeld in der Adria: Das Publikum sitzt am steinigen Strand...
...in der Pause gibt es ein Rahmenprogramm mit Tänzern.
Kroatien ist eine der erfolgreichsten Wasserball-Nationen zumindest in Europa. Das merken wir hier. Auf der Marjan-Halbinsel gibt es direkt am Meer ein großes Schwimmstadion. Und auch direkt gegenüber am Jezinak-Strand finden wir ein zunächst unscheinbares Wasserball-Feld. Doch im Laufe des Nachmittags füllt sich der Strand und der Parkplatz. Ein Alleinunterhalter spielt auf. Dann schallt die Stimme eines Kommentators aus den Boxen der Strandbar herüber; Der Pfiff eines Schiedsrichters markiert den Start eines Punktspiels zweier Vereine, mit Publikum und Rahmenprogramm, eine richtig ernste Sache also. Das Spiel findet direkt im Meer statt. Der vielfache Deutsche Meister Spandau 04 würde sich so viel Zuschauer und so eine Show wünschen...

28 August 2013

Monsterschiff

Wenn ein Strandspaziergang anmutet wie eine Szene aus "Independence Day", dann liegt kein Riesenraumschiff, sondern ein Monster-Cruiser vor der Küste. Heute ist es die "Dawn Princess", die vor Split massenhaft Kreuzfahrt-Touristen und tonnenweise Abgase ausspuckt. Obwohl das Schiff weit draußen vor Anler liegt und noch zu der schöneren Sorte neuer Kreuzfahrtriesen gehört, wirkt es leicht bedrohlich.

Am Strand

Strände in Großstadtnähe sind ist oft so eine Sache - abgesehen vielleicht von der Copacabana. Durch das Gewitter am Vormittag war der Tag so etwas angebrochen. Und so beschlossen wir, nachmittags einfach an den Strand zu gehen. In Split bieten sich dafür mehrere Möglichkeiten. Wir wählten die Strände an der Marjan-Halbinsel, in der Nähe unseres Apartments - und wurden nicht enttäuscht!
Der Strand Jezinak - mit verschiedenen Badebuchten, Wasserball-Stadion und einigen Einrichtungen wie Duschen und Strandbars - ist vor allem bei Einheimischen beliebt.
Wer vom Yachthafen aus entlang der Küstenstraße weiter westwärts entlang der Marjan-Halbinsel (siehe Karte) fährt, sieht nach etwa einem Kilometer links einen kleinen Park und einen weiteren kleinen Hafen. Westlich davon schließen sich eine Reihe kleinerer Buchten mit Bademöglichkeit an, die gern von Einheimischen genutzt werden. Es gibt Duschen, aber nur wenige Toiletten. Alte Frauen haben ein Pfandflaschenregime entwickelt, das für uns nicht ganz durchschaubar war. Zum Teil fragten sie die Leute nach noch halbvollen Flaschen - oder wollten zumindest das Etikett. Dann wieder verteilten sie neu mit Wasser aufgefüllte Flaschen an Badegäste, mit denen diese sich abduschten...
Am späteren Nachmittag füllte sich der meist schmale und kieselige Strand mit Familien, Teenies, Tauchern und Posern. Wenige Touris wie wir waren darunter. Das Wasser ist klar und sauber. Es gibt einige Strandbars und Buden, an denen es aber meist nur Getränke gibt. Lustig zu beobachten ist dagegen das Leben darum herum.
Wir saßen schon eine Weile, als plötzlich einige Kanus auftauchten. Die kleine Armada wurde angeführt von einem schon etwas angegrauten Beachboy, der unverdrossen immer noch seine langen Haare trug, in denen cool eine Sonnenbrille steckte. Vermutlich war er als Surfer nicht mehr ganz auf Höhe der Zeit und musste nun den Paddel-Übungsleiter geben. Gewitzt paddelte er über die Bojenabsperrung der Bucht und steuerte auf den schmalen Strand zu. Sein Gefolge tat es ihm gleich. Das erste Boot kam haarscharf neben einem ausgebreiteten Handtuch eines Badegastes zum Stehen. Ein anderer Gast konnte mitsamt seinem Handtuch gerade noch rechtzeitig flüchten, bevor das zweite Boot seinen Platz einnahm. Der coole Guide half seinen Leuten leicht genervt beim Aussteigen und verschwand dann in der Bar. Während die total fertigen Touristen unsicheren Schritts das Ufer erreichten, ihre wunden oder vom Sonnenbrand geröteten Hautstellen eincremten, stolzierte der Führer mit einer lecker duftenden Kaffeetasse aus der Bar heraus und setzte sich lässig an sein Boot. Ach, wie schön kann ein Sporturlaub sein...
 
Nette Strandbar, innen mit Ledersesseln, draußen mit bestem Überblick über den Strand
 

Sommerregen

Heute vormittag gibt es in Split leichte Schauer, ein Gewitter zieht vorbei - aber es sind immer noch 29 Grad und die Sonne ist nach dem Regen bald wieder da. Die Berge sehen bei diesem Wetter noch interessanter aus als sonst. Wie auf einem ollen Gemälde schichten sie sich kulissenhaft hinter der Stadt auf.

27 August 2013

Split

Split ist eine Stadt an der dalmatischen Küste, über die es in unserem Reiseführer heisst, sie gleiche "einem großen Freilichtmuseum" ("Kroatische Inseln und Küstenstädte" vom Lore Marr-Bieger, Michael Müller Verlag, Erlangen, 2009). Das ist - wie viele Beschreibungen in Reiseführern - nicht ganz falsch.

"Freilichtmuseum": Die wahre Bedeutung des Wortes erfährt, wer den Glockenturm hinaufklettert. Die olle Treppe ist ganz  schön luftig und zum Teil sehr steil. Einige Touris bekamen Höhenangst.

Und dennoch: Wer in dieses Freilichtmuseum hinein will und über keinen Hubschrauber oder ein Schiff verfügt, der sieht zuerst einmal all die Zumutungen - Hochhaussiedlungen, Industriebrachen, Baumärkte, Stadtautobahnen -, die moderne Städte in ihrer Peripherie nun einmal so bereit halten. Schließlich ist Split die zweitgrößte Stadt Kroatiens.
Der Palast (hier das östliche "Silberbe Tor") ist nicht nur belebt, sondern auch bewohnt. Innerhalb der alten Palastmauer entstand im Laufe der Jahrhunderte eine Stadt mit Wohnhäusern, in denen heute noch Menschen leben.

Und zweitens könnte man kritisch anmerken, dass das "Freilichtmuseum" letztlich die mittlerweile 1700 Jahre alte Geschäftsidee eines einzigen Inverstors ist, auf der sich die Stadt heute noch ausruht: Der römische Kaiser Diokletian benötigte einen Alterssitz, als er in die Tage kam. Da ließ er in der Nähe seines Heimatorts einen Palast direkt am Meer errichten.
Überall die gleiche Geschäftsidee - aber dafür gut gemacht: Olle Steine in Split; hier: Eingangsprotal des Jupiter-Tempels, später umfirmiert in "Taufkapelle des Johannes"
Diese Anlage auf nahezu quadratischem Grundriss mit etwa 200 Metern Kantenlänge bildet bis heute den wesentlichen Teil der Altstadt von Split. Und die Architektur von damals funktioniert noch heute. In den alten Katakomben werden Souvenirs, Kunstgewerbe und Nippes verkauft; auf den Plätzen verdingen sich Straßenkünstler oder erzählen Stadtführer die ewig gleichen Geschichten; in jeder noch so kleinen Nische stehen Tische und Stühle von Restaurants und Imbissbuden.
Nippes: Alles, was irgendwie untergegangen ist, wird in den alten römischen Katakomben vermarktet. Selbst die Titanic darf hier nicht fehlen.

Trotzdem: Selbst die Vorstädte von Split sind nicht ganz so hässlich, wie in manchem Internetforum zu lesen ist. Und das Zeug in der Altstadt ist tatsächlich ganz schön alt.
Ob von unseren heutigen Altersheimen in 1700 Jahren noch etwas steht, ist zweifelhaft. Und falls ja: Würden unsere Nachfahren eine touristische Nachnutzung dafür in Betracht ziehen? Wohl eher nicht.
Selbst die Residenzen der Herrschenden - oder ehemals Herrschenden - sind heutzutage nicht recht herzeigbar: Das Eigenheim von Helmut Schmidt? Selbst wenn der dann immer noch drin wohnt, dürfte es schwer zu vermarkten sein. Wandlitz? Ist ja heute schon fast vergessen. Und auch das Haus von Christian Wulff, dessen fragfwürdeige Finanzierung ihn sein schönes Amt gekostet hat, ist mittlerweile verkauft - an eine Imbiss-Unternehmerin. Jede Zeit hat ihre Helden.
Kein Vergleich mit Wandlitz: Das hier sind Palastmauern!


Viel los im Hafen

Schon früh morgens ist viel los im Hafen vfon Split. Gegen halb sieben läuft zuerst ein hässliches Fährmonster der Reederei SNAV ein. Kurz darauf folgt die betagte Liburnija, Baujahr 1965 und wunderschön. Sie fährt auf der Küstenlinie, die so etwas wie die Hurtigroute Kroatiens und ein touristisches Highlight ist. Zahlreiche Menschen steigen aus, einige ein. Ein paar Autos werden verladen.
 Pünktlich um 7:00 Uhr läuft die "Marko Polo" ein. Auch sie ist noch eine schöne alte Autofähre - in diesem Jahr 40 Jahre alt. Am Donnerstag werden wir mit ihr nach Ancona fahren.

Ebenfalls im Italiendienst ist BlueLine unterwegs. Die "Regina Della Pace", Baujahr 1979, trudelt gegen 7:45 Uhr ein. Sie gehört zur ersten Generation der "Jumbo-Fähren", gehörte lange der Stena Line und hieß zwischen 1988 und 1996 "Stena Nordica", ein Name, den viele Schiffe trugen. Zwischen 1986 und 1988 hieß auch die "Marko Polo" kurzzeitig so, nachdem sie zuvor als "Peter Wessel" (1973-1984) und "Zeeland" (1984-1986) unterwegs war. So treffen sich also zwei Fährschiffe ehemals gleichen Namens regelmäßig im Hafen von Split.

Die alte Jadrolinija-Fähre "Liburnija"

Liburnija - IMO 6511350


Die alte "Liburnija"

18 Oktober 2010

Wiedersehen mit einer alten Bekannten

Beim Segeln in Kroatien hatten wir mehrfach Begegnungen mit den Fähren der Reederei Jadrolinija. Sie ist so etwas wie die Marktführerin in Kroatien.
Die wohl berühmteste - und bei Touristen beliebteste - Verbindung von Jadrolinija ist die Küstenlinie, die in der Saison zwischen Rijeka und Dubrovnik verkehrt. Sie wird von der "Marko Polo" bedient, die im Oktober 2009 ihren Bekanntheitsgrad durch einen spektakulären Unfall noch steigern konnte. Damals war sie bei bester Sicht frontal gegen eine Insel gefahren, wobei glücklicherweise weder auf der Insel (ein Haus wäre fast getroffen worden) noch an Bord jemand ernsthaft verletzt wurde.
Das betagte Schiff konnte gerettet werden und versah 2010 wieder zuverlässig seinen Dienst. Mir ist es deshalb in bester Erinnerung, weil ich als Kind Ende der Siebziger Jahre mit der damals recht neuen "Peter Wessel" mehrfach nach Norwegen gefahren bin. Ich habe sogar noch einen alten Prospekt gefunden...
Die "Peter Wessel" wurde später verkauft und landete auf Umwegen in der Adria, wo sie nun als "Marko Polo" unterwegs ist.

Links zu diesem schönen alten Fährschiff:
http://www.simplonpc.co.uk/PeterWessel-1973.html
http://www.ferry-site.dk/ferry.php?id=7230599&lang=en
http://www.flickr.com/photos/jockew/3920532584/
http://www.croatiatraveller.com/ferries/OnboardJadrolinija.html

Der Unfall 2009:
http://www.ezadar.hr/clanak/nasukani-trajekt-marko-polo#

http://gcaptain.com/maritime/blog/incident-photo-week-marco-polo?11305
http://www.cargolaw.com/2009nightmare_marco-polo.html#Nov20
http://www.jutarnji.hr/za-nasukavanje-kriva-posada---zbog-marka-pola-minirat-ce-otok/318810/

http://croatiatraveller.com/blog/the-end-of-marko-polo-not-yet/2009/11/18/


Video: http://www.find-croatia.com/blog/video-ferry-marko-polo-stranded-on-the-island/

11 September 2010

Rückflug mit dem Bärbus


Germanwings schickt uns heute ein besonderes Flugzeug, das uns nach Berlin zurückholt: den Bärbus - einen Airbus, der aussieht wie Berlins Wappentier. Eine nette Geste, die uns für die strengen Kontrollen an diesem 11. September entschädigt.
Von Schneesport & Reisen

10 September 2010

Superjacht Anna


Als wir heute in Sukosan/Zadar anlegen, liegt eine fette Megajacht im Hafen: Die "Anna", Heimathafen Georgetown. Das Schiff hat einen Helikopter an Deck und mehrere Garagen für Luxuskarossen. Es ist nicht die einzige Superjacht in Zadar. Im Stadthafen finden wir weitere, teils ebenfalls mit Hubschrauberdeck. Allerdings finden sich im Internet zwar ausführliche Schiffsbeschreibungen, aber nirgends ein Hinweis auf die Eigentümer...

Stürmische Heimfahrt

Morgens regnet es. Die Nacht war unruhig, das Wetter ist schlecht. Vor uns liegt die Rückfahrt nach Zadar, um die 30 Seemeilen. Als wir aus der geschützten Bucht heraus sind, schlagen uns Wind und Wellen genau von vorn entgegen. Wir versuchen es mit Kreuzen, doch die schmalen Inseldurchfahrten sind so kaum zu schaffen. Vor einer Engstelle segeln wir mehrere Schläge, ohne nennenswert voran zu kommen. Plötzlich nähert sich eine andere Jacht unter Motor. Die Frau am Ruder scheint uns nicht zu bemerken. Immer näher kommt sie auf uns zu. Adrian ruft hinüber und bedeutet ihr mit den Armen, dass sie ausweichen soll. Endlich sieht sie die Gefahr und weicht in letzter Sekunde aus...
Auch wir werfen jetzt den Motor an. Zwischen den beiden Inseln lässt der Seegang etwas nach, so dass mal Zeit ist, auf die Toilette zu gehen. Trotzdem wirbelt in der Kabine alles hin und her und Jede/r ist froh, als er oder sie nach dem nötigen Klogang wieder oben ist. Nach der Durchfahrt wird es noch schlimmer: Der Wind erwischt uns jetzt ungeschützt und unsere Route zwingt uns nach Süden. Die Wellen treffen uns nun genau von der Seite. Mit gerefften Segeln kämpfen wir uns voran. Wohl alle kämpfen mit der Seekrankheit. Dennochwage ich mich irgendwann nloch einmal in die Kabine, um etwas Wasser und ein paar Kekse hoch zu holen. Wir haben den ganzen Tag nichts gegessen und getrunken. Daniela braucht mittlerweile nichts mehr. Sie hat sich auf eine Koje gelegt und die Augen geschlossen - das beste Mittel gegen Seekrankheit.
Je mehr wir uns Zadar nähern, um so schmaler wird die Passage und um so kleiner werden die Wellen. Unmittelbar vor der Stadt schläft dann sogar der Wind ein, so dass wir noch einmal den Motor starten müssen. Dann kommt endlich die Marina Sukosan, unser Heimathafen, in Sicht.

09 September 2010

Delfine

Heute gab es lange Zeit so wenig Wind, dass wir den Motor anwerfen mussten, um die geplanten 22 Seemeilen bis Veli Rat zu schaffen. Also machten wir es uns auf dem Boot gemütlich, kochten Kaffee und aßen Kekse.
Ich stand gerade am Ruder, als plötzlich genau in Fahrtrichtung eine seltsame Bewegung auf dem sonst spiegelglatten Wasser zu sehen war: Delfine! Es war eine ganze Schule. Sie tollten sich und sprangen immer wieder aus dem Wasser. Von unserem Boot ließen sie sich überhaupt nicht stören. Wir drosselten den Motor und näherten uns langsam. Erst als wir in unmittelbarer Nähe waren, tauchten sie ab und schwammen weg.

Bucht von Veli Rat

Die Zufahrt nach Veli Rat, unserem heutigen Ziel an der Südspitze Dogi Otoks, ist flach. Wir manövrieren zwischen den mit Tonnen gekennzeichneten Untiefen hindurch. Die 2007 eröffnete Marina von Veli Rat lassen wir am südlichen Ufer liegen. Am Ende der Bucht finden wir schließlich nahe dem Örtchen Verunic eine freie Boje. 140 Kuna kostet die Liegegebühr. Dafür nimmt der freundliche Kassierer auch unseren Müll mit. Überhaupt sind die in diesen Gewässern üblichen Bojen eine gute Einrichtung: Man kann sich in der Regel darauf verlassen, dass sie halten - zumal wenn man das Boot am unteren Ring befestigt. Beim Ankern ist der sichere Halt nicht immer garantiert, weil die Buchten zu tief oder zu felsig für den Anker sind.
Nach einem Bad in dem hier etwas trüben Wasser (ich merke das, als mir eine Taucherflosse vom Boot fällt. Ich springe sofort hinterher, erwische sie tauchend aber nur ganz knapp; wenige Meter unter Wasser war kaum noch ein grauer Schleier von dem Teil zu erkennen) gehen wir an Land. In Verunic finden wir zwei Restaurants vor: Das "DM" und das "Verona". Wir entscheiden uns für das Letztere, eine gute Wahl. Auf dem Weg dahin sehen wir große Insekten, Kolibris ähnlich, die mit einem langen Rüssel Nektar aus Blüten saugen.
Das "Verona" wird offenbar nur von Frauen geführt. Die Karte ist schon etwas leer gegessen, aber das Essen sehr gut.

08 September 2010

Regenbogen


Am Abend erleben wir nach einem heftigen Gewitter einen wunderschönen Regenbogen und Sonnenuntergang.