Gestern sprach mich eine Frau in der Mensa an: "Hallo, Du kennst doch den Tom-Tom?" "Ja, klar, wieso?"
Sie war eine Studienkollegin von Tom-Tom, einem unserer TU-Ski-Übungsleiter. Die Studentin teilte mir mit, dass Selbiger im Krankenhaus liege. Zurück im Büro rufe ich Tom-Tom an und erfahre, dass er seit einer Woche mit einem Krebsbefund lebt. Die Chemo fängt bald an und mit etwas Glück kann er Anfang Januar sogar wieder beim Familienkurs dabei sein.
Webcams in Zielorten des Uni-Schneesport Berlin e.V.
29 November 2007
20 November 2007
Webcam Spindleruv Mlyn - Spindlermühle
Petr Racinek von der Bouda Na Plani schreibt mir eine E-Mail: In Spindl liegen bereits 50 cm Schnee und der Skibetrieb startet demnächst.
Hier geht´s zur Webcam
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19 November 2007
Fata Morgana
Berlin, Hof des Fachgebiets Konstruktionstechnik und Entwicklungsmethodik an der TU BerlinAn einem so schönen sonnigen Herbsttag schaue ich gern aus dem Bürofenster - und träume vom Urlaub.
Doch was sehe ich da? Bin ich noch auf Teneriffa? Da steht plötzlich ein Boot im Hof des Fachgebiets von Professorin Lucienne Blessing.
Die Aussicht ähnelt verblüffend einer Hafenszene in südlichen Gefilden.
Teneriffa, Hafen von Puerto de la CruzDoch ich träume nicht. Vielmehr ist es die Wirtschaftskrise, die nun auch die höheren Gehaltsklassen des öffentlichen Dienstes mit voller Wucht trifft. Offenbar sind die teuren Liegegebühren am Wannsee nicht mehr zu bezahlen.
Oder hatte die Yacht ein technisches Problem, das in der Institutswerkstatt behoben wurde?
Arbeiten ist irgendwie auch ein bißchen wie Urlaub, gell?
Neuer Locher
Man sagt: Nach der Fahrt ist vor der Fahrt. Oder so. Das ist natürlich einer dieser "Allgemeinplätze" - wie man ebenso so sagt - mit denen im Prinzip nichts gesagt ist.
Also bemühe ich mich, die Tatsache, dass der Urlaub vorbei ist und die Skisaison für mich noch nicht begonnen hat, dadurch süßer erscheinen zu lassen, dass ich mich an den Segnungen der modernen Zivilisation freue - insbesondere an den Errungenschaften, mit denen die Büromittelindustrie - sagt man so? - die Angestellten heutzutage erfreut, damit sie sich freier entfalten und noch kreativer werden mögen.
Mein Arbeitgeber hat mir als Zeichen besonderer Wertschätzung einen neuen Locher spendiert. Zu meiner Überraschung handelt es sich bei dem Gerät nicht nur um einen qualitativ hochwertigen Locher - wie zu erwarten gewesen wäre. Nein: vielmehr ist er eine Zierde des ganzen Schreibtisches, denn er bietet eine besondere Zusatzfunktion! So kann ich eine Öffnung im Griff mit verschiedenen farbigen Ringen verzieren. Zur Auswahl stehen fünf verschiedene Farben: Rot, schwarz, weiß, grün und blau (ja, ich weiß, schwarz und weiß sind keine Farben - aber: sei´s drum).
Für jeden Wochentag eine unterschiedliche Farbe - toll! Ein Locher mit Zusatznutzen, Wahnsinn!
Nein, jetzt weiß ich wieder, warum ich in der besten aller möglichen Welten lebe und warum es beileibe nicht so schlimm ist, dass der Urlaub vorbei ist!
18 November 2007
TU-Familienskireise 2008
Die Fahrt ist jetzt wirklich nahezu voll. Zeit, sich die Belegung genauer anzuschauen:
Erstaunlich ist erstens, dass sich die Vergreisung und zunehmende Unfruchtbarkeit unserer Gesellschaft jetzt auch deutlich in dieser Fahrt manifestiert (um mal ein Fachwort zu gebrauchen). Es fahren doch einige Leute ohne Kinder mit!
Zweitens fehlt die Altersgruppe zwischen sechs und 8 völlig (ich hoffe, denen ist innerhalb des letzten Jahres nichts Unangenehmes zugestoßen).
Drittens: Die Zahl der Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren ist recht hoch (5).
Viertens und Letztens: Erstaunlich viele kleinere Kinder im Alter zwischen drei und fünf Jahren sind dabei (ebenfalls 5).
Hier der Zimmerplan mit Stand von heute (rot: beleget; gelb: reserviert):

Abkürzung: M: männlich; W: weiblich
Erstaunlich ist erstens, dass sich die Vergreisung und zunehmende Unfruchtbarkeit unserer Gesellschaft jetzt auch deutlich in dieser Fahrt manifestiert (um mal ein Fachwort zu gebrauchen). Es fahren doch einige Leute ohne Kinder mit!
Zweitens fehlt die Altersgruppe zwischen sechs und 8 völlig (ich hoffe, denen ist innerhalb des letzten Jahres nichts Unangenehmes zugestoßen).
Drittens: Die Zahl der Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren ist recht hoch (5).
Viertens und Letztens: Erstaunlich viele kleinere Kinder im Alter zwischen drei und fünf Jahren sind dabei (ebenfalls 5).
Hier der Zimmerplan mit Stand von heute (rot: beleget; gelb: reserviert):
Abkürzung: M: männlich; W: weiblich
16 November 2007
Roswitha Krause
Zurück im Büroalltag in Berlin. Unsere Sekretärin beim TU-Sport fragt mich: "Kennst Du Roswitha Krause?"
"Wieso?"
"Hier ist ein Brief eingetroffen, adressiert an Roswitha Krause, mit einem Autogrammwunsch."
"Roswitha Krause?", mischt sich eine andere Kollegin ein: "Hört sich alt an!"
"Nein," insistiert die Sekretärin: "Es muss eine Olympiateilnehmerin sein!"
Ich gehe im Geist die Liste der an der TU studierenden Spitzensportler/innen durch, doch den Namen Roswitha Krause habe ich noch nicht gehört. Ich lasse mir den Brief zeigen, schließlich bin ich für den Spitzensport an der TU zuständig: Kein Zweifel. Jemand möchte ein Autogramm von der mehrfachen Olympiamedaillengwinnerin Roswitha Krause.
Also googeln: Der erste Hit liefert ein übergewichtiges Comedy-Starlet, das die Botschaft verbreitet: "Auch Du bist Roswitha Krause." Schön.
Doch der dritte Hit bringt Klarheit: Roswitha Krause hat innerhalb von 12 Jahren in zwei Sportarten drei olympische Medaillen gewonnen: 1968 errang sie als Schwimmerin in der 4 x 100 m-Freistilstaffel eine Silbermedaille. 1976 holte sie dann mit der DDR-Handballmannschaft eine Silber- und 1980 eine Bronzemedaille.
Sie war eine herausragende Sportlerin, die heute leider fast vergessen ist.
In der Mittagspause erzähle ich die Geschichte meinem Kollegen Kai: "Klar, Roswitha Krause, die kenne ich", sagt er. Ich schaue ihn erstaunt an: "Na bei der hatte ich einen Kurs in der Humboldt-Uni. Die arbeitet dort als Dozentin". Kai hat an der HU Sport studiert und Roswitha Krause dabei kennengelernt.
Auf diese Art löst sich das Rätsel: Der Autogrammsammler hat die HU mit der TU verwechselt und seinen Brief an die falsche Uni geschickt.
Links:
Deutsche Olympiasieger/innen
Historie des Berliner TSC
"Wieso?"
"Hier ist ein Brief eingetroffen, adressiert an Roswitha Krause, mit einem Autogrammwunsch."
"Roswitha Krause?", mischt sich eine andere Kollegin ein: "Hört sich alt an!"
"Nein," insistiert die Sekretärin: "Es muss eine Olympiateilnehmerin sein!"
Ich gehe im Geist die Liste der an der TU studierenden Spitzensportler/innen durch, doch den Namen Roswitha Krause habe ich noch nicht gehört. Ich lasse mir den Brief zeigen, schließlich bin ich für den Spitzensport an der TU zuständig: Kein Zweifel. Jemand möchte ein Autogramm von der mehrfachen Olympiamedaillengwinnerin Roswitha Krause.
Also googeln: Der erste Hit liefert ein übergewichtiges Comedy-Starlet, das die Botschaft verbreitet: "Auch Du bist Roswitha Krause." Schön.
Doch der dritte Hit bringt Klarheit: Roswitha Krause hat innerhalb von 12 Jahren in zwei Sportarten drei olympische Medaillen gewonnen: 1968 errang sie als Schwimmerin in der 4 x 100 m-Freistilstaffel eine Silbermedaille. 1976 holte sie dann mit der DDR-Handballmannschaft eine Silber- und 1980 eine Bronzemedaille.
Sie war eine herausragende Sportlerin, die heute leider fast vergessen ist.
In der Mittagspause erzähle ich die Geschichte meinem Kollegen Kai: "Klar, Roswitha Krause, die kenne ich", sagt er. Ich schaue ihn erstaunt an: "Na bei der hatte ich einen Kurs in der Humboldt-Uni. Die arbeitet dort als Dozentin". Kai hat an der HU Sport studiert und Roswitha Krause dabei kennengelernt.
Auf diese Art löst sich das Rätsel: Der Autogrammsammler hat die HU mit der TU verwechselt und seinen Brief an die falsche Uni geschickt.
Links:
Deutsche Olympiasieger/innen
Historie des Berliner TSC
14 November 2007
TU-Familienskireise 2008

Die Ski- und Snowboardreise des Hochschulsports in den Berliner Winterferien vom 4. bis 11. Januar ist fast ausgebucht.
Nahezu täglich erreichen mich Anfragen nach dem Stand der Belegung. Folgendes Bild zeigt die Zimmerkategorien: Einzel-, Doppel-, Mehrbettzimmer, Appartments.
Die Farben bedeuten: Rot - belegt; Gelb - reserviert; weiß - frei.
12 November 2007
I sailed too much
Es ist der Tag des Abschieds - und der bitteren Erkenntnisse:
1) Gestern Abend wurde uns zur Gewissheit, was wir die ganze Zeit ahnten: Auch der Chef des Hotels Marquesa ist schwul!
2) Unser "Elvis" aus dem Compostelama heißt eigentlich Beni G und neigt zu eigenwilligen Interpretationen der englischen Texte. Bei seinem Lieblingshit "Losing my Religion" heißt es bei ihm ebenso beharrlich wie der maritimen Umgebung Teneriffas angemessen: "I sailed too much" statt "I've said too much".
Nun gut - auch das soll eine Beziehung ruinieren können.
Da er uns eine liebe Widmung auf seine CD geschrieben hat, widmen wir ihm hiermit den von R.E.M. überlieferten Originaltext des Hits:
1) Gestern Abend wurde uns zur Gewissheit, was wir die ganze Zeit ahnten: Auch der Chef des Hotels Marquesa ist schwul!
2) Unser "Elvis" aus dem Compostelama heißt eigentlich Beni G und neigt zu eigenwilligen Interpretationen der englischen Texte. Bei seinem Lieblingshit "Losing my Religion" heißt es bei ihm ebenso beharrlich wie der maritimen Umgebung Teneriffas angemessen: "I sailed too much" statt "I've said too much".
Nun gut - auch das soll eine Beziehung ruinieren können.
Da er uns eine liebe Widmung auf seine CD geschrieben hat, widmen wir ihm hiermit den von R.E.M. überlieferten Originaltext des Hits:
Oh Life is bigger
It's bigger than you
And you are not me
The lengths that I will go to
The distance in your eyes
Oh no I´ve said too much
I set it up
That´s me in the corner
That´s me in the spotlight
Losing my religion
Trying to keep up with you
And I don´t know if I can do it
Oh no I´ve said too much
I haven´t said enough
I thought that I heard you laughing
I thought that I heard you sing
I think I thought I saw you try
Every whisper
Of every waking hour I´m
Choosing my confessions
Trying to keep an eye on you
Like a hurt lost and blinded fool
Oh no I´ve said too much
I set it up
Consider this
Consider this
The hint of the century
Consider this
The slip that brought me
To my knees failed
What if all these fantasies
Come failing around
Now I´ve said too much
I thought that I heard you laughing
I thought that I heard you sing
I think I thought I saw you try
But that was just a dream
That was just a dream
That´s me in the corner
That´s me in the spotlight
Losing my religion
Trying to keep up with you
And I don´t know if I can do it
Oh no I´ve said too much
I haven´t said enough
I thought that I heard you laughing
I thought that I heard you sing
I think I thought I saw you try
But that was just a dream
try... cry... why... try...
That was just a dream
Just a dream... just a dream... dream... dream...
11 November 2007
Kaefer statt Kakerlaken!
10 November 2007
Hartz IV am Strand
Heute werden wir am Strand von Puerto Cruz unversehens mit der deutschen Wirklichkeit konfrontiert. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hat diese Woche mit dem Thema „Geboren am 9. November 1989“ aufgemacht und eine Reihe von heute 18-Jährigen vorgestellt. Wir treffen neben einem solchen Kind auch noch dessen Mutter, Großmutter und Schwester. Aber das macht die Sache nicht besser – im Gegenteil!
Bei der etwa 18-Jährigen handelt es sich – na klar, die geneigten Leser/innen werden unschwer selbst auf den Namen kommen – um Cindy. Ihre etwa fünfjährige Schwester heißt Jenny oder Gini – ausgesprochen wird es aber meist wie "Dschänäh". Daneben gibt es noch "Mama" und "Oma".
Die Altersstruktur der Vier ist typisch für viele Hartz IV-Dynastien: Die mutmaßlich von verschiedenen Erzeugern stammenden Kinder Cindy und – nennen wir sie der Einfachheit halber – Jenny sind, wie gesagt, etwa fünf und 18 Jahre; Mama: etwa 40, Oma: etwa 60 Jahre.
Schon beim Betreten des Strandes – so viel Sozialkritik muss an dieser Stelle erlaubt sein – werden diese Mitglieder des Präkariats mit besonderen Härten konfrontiert: Jenny jammert, weil der Sand schwarz und nicht weiß ist, Oma hat keine Badekleidung dabei und präsentiert sich deshalb in Unterhose und halb gelüpftem BH und der Sozialstaat versagt komplett, weil er keine unentgeltlichen Sonnenschirme für Unterprivilegierte bereit stellt. Die verlangten 1,50 Euro Miete für den ganzen Tag sind unzumutbar – schließlich ist der Urlaub auf Teneriffa schon sonst teuer genug.
Prekär: Oma hat keinen Badeanzug!Als erste Maßnahme wird der kleinen Jenny, für die das Sozialamt im November offenbar keine Sonnenmütze bezahlen wollte, eine Unterhose von "Oma" – Allzweckwaffe des Quartetts – auf den Kopf gestülpt. Da die Kleine damit nicht zufrieden ist, sinnt "Mama" auf Abhilfe – und findet bald ein probates Mittel: Der Stuhl des Wasserretters ist gerade nicht besetzt, und so klaut sie kurzerhand dessen Sonnenschirm. Auch das Problem "Wie kommt der Schatten auf das Handtuch?" wird mittels einiger komplexer Bewegungen sowohl des Handtuchs als auch des Schirmes souverän gelöst.
Dass der Retter, der kurze Zeit später von einer Patrouille wieder kommt, sich den Schirm kommentarlos zurückholt, ficht "Mama" nicht an. Kaum ist der Badewächter wieder einmal weg, holt sie sich den Schirm zurück.
Unterdessen ereilt "Cindy" unten in der Brandung ein schlimmes Schicksal: Obwohl sie sich nie ganz ins Wasser traut, schneidet sie sich an irgend etwas den Zeh auf. Doch auf "Mama" ist in dieser Situation Verlass: Sie kramt aus ihrer Tasche ein Erste-Hilfe-Set hervor. Bei der Auswahl der Medikation lässt sie allerdings einen gewissen Eigenwillen erkennen: Statt eines Pflasters wird ein Gummihandschuh hervorgekramt, der fortan über Cindy´s Fuß gezogen wird.
Auch "Oma" hat gesundheitliche Probleme: Die übergewichtige alte Dame hat den ganzen Tag ohne zu trinken in der prallen Sonne gelegen und kommt nun nicht mehr hoch. "Mama" hilft nach, doch „Oma“ lässt sich gleich darauf wieder aufs Handtuch plumsen. "Was nu? Ich denk, du willst hoch? Dann leg dich doch nich wieder hin!", keift "Mama". Auch Jenny holt sich eine Abfuhr, als sie nach mehr als vier Stunden sagt, sie hätte Hunger: "Ich hab dir doch beim Frühstück gesagt, du sollst mehr essen", wird die Fünfjährige zurecht gewiesen.
Aber ich habe nach dem Kennenlernen von Jenny, Cindy, "Mama" und "Oma" endlich kapiert, warum es Hartz IV heißt.
09 November 2007
Baywatch intim
Eines ist doch klar: Das Leben der Lifeguards an den Stränden der Welt ist kein Zuckerschlecken. Auch wenn durch zahlreiche Medien der gegenteilige Eindruck erzeugt wird: Da werden gut gebaute junge Helden à la Eddie Akau gezeigt, denen alles gelingt und denen die Mädels zu Füßen liegen – ein Urlaubertraum!
Die Wirklichkeit sieht doch anders aus: Unterbezahlt, manchmal leicht dicklich und im Kampf mit den Elementen mitunter überfordert, so lautet das Fazit nach drei Tagen Feldforschung am Strand von Puerto de la Cruz.
Dabei beginnt heute alles sehr versöhnlich. Noch sieht Alles nach einem normalen Dienst für Baywatcher S.O.S. aus: Zwar ist der Sonnenschirm leicht eingedellt, doch das Erste Hilfe-Beutelchen ist griffbereit eingeklinkt und der Sombrero sitzt perfekt.

Doch dann: Beim Versuch, die gelbe Flagge zu hissen, rutscht dem wackeren Wasserretter die Leine aus der oberen Umlenkung des Fahnenmastes. Keine Fahne mehr, nur das rote Nottuch hängt fest verknotet auf Unterhalbmast.
Kurze Denkpause – jetzt nur keine Panik anmerken lassen – und schon ist die Lösung da:

S.O.S. funktioniert den Ständer seines Sonnenschirmes kurzerhand zum Fahnenmast um.

Nein, keine Kapitulation! Jetzt den neuen Mast vorn an den Strand gestellt: Wird schon jeder sehen!

Oder gibt es da irgendwo noch einen größeren Ständer?

Doch die Sache nimmt – wie bei jeder Baywatch-Serie – am Schluß ein gutes Ende: Der ebenfalls nicht ganz schlanke Kumpel von S.O.S. kommt mit einer Leiter.

Mit vereinten Kräften lässt sich die vermaledeite Leine einfädeln und das Tuch kann wieder wehen!
Die Wirklichkeit sieht doch anders aus: Unterbezahlt, manchmal leicht dicklich und im Kampf mit den Elementen mitunter überfordert, so lautet das Fazit nach drei Tagen Feldforschung am Strand von Puerto de la Cruz.
Dabei beginnt heute alles sehr versöhnlich. Noch sieht Alles nach einem normalen Dienst für Baywatcher S.O.S. aus: Zwar ist der Sonnenschirm leicht eingedellt, doch das Erste Hilfe-Beutelchen ist griffbereit eingeklinkt und der Sombrero sitzt perfekt.
Doch dann: Beim Versuch, die gelbe Flagge zu hissen, rutscht dem wackeren Wasserretter die Leine aus der oberen Umlenkung des Fahnenmastes. Keine Fahne mehr, nur das rote Nottuch hängt fest verknotet auf Unterhalbmast.
Kurze Denkpause – jetzt nur keine Panik anmerken lassen – und schon ist die Lösung da:
S.O.S. funktioniert den Ständer seines Sonnenschirmes kurzerhand zum Fahnenmast um.
Nein, keine Kapitulation! Jetzt den neuen Mast vorn an den Strand gestellt: Wird schon jeder sehen!
Oder gibt es da irgendwo noch einen größeren Ständer?
Doch die Sache nimmt – wie bei jeder Baywatch-Serie – am Schluß ein gutes Ende: Der ebenfalls nicht ganz schlanke Kumpel von S.O.S. kommt mit einer Leiter.
Mit vereinten Kräften lässt sich die vermaledeite Leine einfädeln und das Tuch kann wieder wehen!
08 November 2007
Playa von Puerto de la Cruz
Bürokratie im Urlaub
Es ist ja nun so: Da haben die stolzen deutschen Gewerkschaften in ihrer großen Geschichte die weltweit nahezu größte Anzahl an Urlaubstagen durchgesetzt, damit sich die geplagte Arbeitnehmerschaft von den ständigen Casting- und Ranking-Shows im Fernsehen sowie notorisch nervigen Telefonumfragen erholen kann – und dann so etwas: Den Erholungssuchenden wird schon bei der Ankunft im Hotel ein Fragebogen überreicht, in dem die Leistungen der Herberge bewertet werden sollen.
Ich halte das – bei Lichte besehen – für eine weltweite Verschwörung des Kapitals, das mit Unterstützung internationaler Hotelketten alles daran setzt, um einer Verblödung des eingesetzten Humankapitals im Urlaub schon im Ansatz entgegen zu wirken. Ich habe vor einiger Zeit von einer Untersuchung gehört, bei der nachgewiesen wurde, dass Leute nach einem Urlaub tatsächlich schlechter bei Intelligenztests abschneiden als davor. Dieses Phänomen soll verhindert werden, frei nach dem Motto: Wer einen Fragebogen ausfüllt, kann dabei nicht den anderen beiden Lieblingsbeschäftigungen der Deutschen im Urlaub nachgehen (die dritte Beschäftigung, das Essen, kann dadurch freilich nicht unterbunden werden, aber sei´s drum) – und bleibt dadurch körperlich und mental fit!
Zehn Tage haben wir das Ausfüllen des hochnotpeinlichen Papiers bisher vor uns hergeschoben. Doch nun ist es endlich an der Zeit, unangenehme Wahrheiten auszusprechen.
Allerdings fällt uns – wozu haben wir schließlich eine höhere akademische Bildung? – schon beim ersten Anblick ein methodischer Fehler auf: Es sind vier Bewertungskategorien in Form von Smiley-Symbolen vorgesehen: Ein grinsendes Smiley, ein halb Grinsendes, ein Neutrales und ein Trauriges. Dabei weiß doch jedes Erstsemester: Es muss immer eine ungerade Zahl von Auswahlmöglichkeiten geboten werden! Also drei, fünf oder sieben Bewertungsstufen zum Beispiel.
Ausserdem werden durch die gebotenen Auswahlmöglichkeiten eher gute als schlechte Bewertungen gefördert: Schließlich gibt es zwei Abstufungen für gute Leistungen, eine für Standardleistungen; mittelmäßige bis schlechte Leistungen können hingegen nur mit dem schlechtest möglichen Symbol bewertet werden. Ein Skandal!
Trotzdem muss der Bogen ja nun einmal ausgefüllt werden und wir nutzen dazu unseren Tag am Strand. Hier nun die Ergebnisse:
Hotel im Allgemeinen: :-)
Rezeption: :-)
Nachtportier: :-))
Qualität des Menüs: :-|
Qualität des Frühstücks: :-)
Service des Restaurants: :-)) (allerdings bemängeln wir, dass alle Ober Emilio heissen; siehe einen der letzten Posts)
Zimmerservice: :-))
Auf der Rückseite des Bewertungsbogens wird um „Observaciones – Bemerkungen“ gebeten. Wir füllen diesen Teil folgendermaßen aus:
Wir schätzen die Atmosphäre des Hauses und die Freundlichkeit des Personals. Mit einer Ausnahme: Der Chef wirkt unbeholfen (torpe) im Umgang mit seinen Gästen und hat teilweise Mühe, ihnen den Gruß abzunehmen (no saludar). Beispiel: eines abends animierte er auf der Terraza die Gäste zum Tanz. Als ihn eine elegante russische Dame daraufhin aufforderte, versteifte er sich wie ein Tanzschüler und flüchtete hinter die Bar – die Dame stand brüskiert da!
Außerdem übersteigen die Kakerlaken (Cucarachas) im Restaurant sowohl hinsichtlich ihrer Größe als auch ihrer Anzahl ein tolerables Maß.
07 November 2007
Mit Leberpastete auf den Teide
Für heute, 11 bis 13:00 Uhr haben wir eine Genehmigung, den Teide-Gipfel zu besteigen. Da der Aufstieg von dem Parkplatz am Fuße der Montana Blanca (2350 m) zum Gipfel (3715 m) knapp 1400 Höhenmeter ausmacht, müssen wir rechtzeitig starten, um gegen 11:00 Uhr am Fuße der Gipfelpyramide zu stehen, wo die Permits kontrolliert werden. Die Nationalparkwächter achten einigermaßen genau auf die Einhaltung der genehmigten Zeiten.
In der Frühe ist kaum ein Auto unterwegs und über der Caldera steht ein beeindruckender Sternenhimmel, der neugierig von der nahen astronomischen Station beobachtet wird. Es dämmert allerdings früh und schon bald verschwinden die Lichter der Orte unten an der Küste.
Die ersten 400 Höhenmeter bis zur Montana Blanca laufen wir auf einer breiten Piste. Kurz vor acht stehen wir oben und gehen nun auf einem schmalen Weg die Serpentinen hinauf zum Refugio de Altavista (3260 m), einer kleinen Selbstversorgerhütte. Dort packen wir die Verpflegungstüte aus, die man uns im Hotel gepackt hat. Zu ihrem Entsetzen entdeckt Birgit Leberpastete. Das darf nun gar nicht sein! Obst, Käse, Brot und Kekse sind aber auch dabei und so frühstücken wir auf der Terasse – mit einem wunderschönen Blick über die Insel.
Der Rest ist schnell erzählt: Der technisch einfache – allein wegen der großen Höhe anstrengende Weg – führt uns bald in die Gipfelregion des Teide. Von oben kommen uns beizeiten Turnschuhtouristen entgegen, die offenbar morgens einen guten Platz in der Schlange an der Seilbahn erwischt hatten. Je mehr wir uns der Station nähern, um so trubeliger wird es.
Auffällig ist eine Gruppe polnischer oder russischer Männer, die sich mit ihrer teuren Bergsteiger-Ausrüstung in Angeberpose gerieren. Kein Körnchen Staub an ihren 300-Euro Schuhen. Peinlich.
06 November 2007
Elvis lebt!
Elvis ist zurück: Gestern hatten wir einen sehr unterhaltsamen Abend mit ihm, einen zwar betrunkenen, aber begeisterungsfaehigen Chefkellner - und zahlreichen ausflippenden Rentner/innen!
Mit Domingo im wilden Osten unterwegs
Heute fahren wir an den Ostzipfel der Insel – ins Anaga-Gebirge. Dieser Teil ist wieder ganz anders als die Gegenden, die wir bisher gesehen haben: Dichter grüner Wald, feuchtschwüle, fast tropische Luft, Ausblicke auf schroffe Küsten. Ein Hauch von Maui!
Von der Pflege einer Plaza
Als ich im vorletzten Jahr das Nachtreffen eines Skikurses einmal über Monate verschleppt hatte, lud ich die Leute irgendwann Ende April einfach ein zum gemeinsamen Grillen in den Volkspark Friedrichshain. Eine der Teilnehmerinnen, eine Mitarbeiterin im Bezirksamt, kam zwar gerne, wies mich aber darauf hin, dass das Grillen dort eigentlich nicht gestattet sei. Ich hatte mir darüber nie Gedanken gemacht und da an jeder Ecke im Park gegrillt wird, nahm ich an, dass es okay sei.
Wie naiv!
Seit Tagen beobachte ich nun mit Birgit das lebhafte Treiben auf der Plaza vor der ehrwürdigen Kirche Notre Senora de la Pena de Francia. Die Plaza ist im Vergleich zum Volkspark winzig: 16 große Palmen, drei Vogelbeerbäume, ein großer Baum einer mir unbekannten Gattung, 15 Laternen, knapp 20 Parkbänke (das bedeutet, dass nicht jede Parkbank beleuchtet ist, ein großer Standortvorteil, den die spanische Jugend zu schätzen weiß!), ein Brunnen, eine Büste, eine Gedenktafel – fertig.
Da unser Balkon direkt auf die Plaza weist, sind wir mittlerweile nicht nur mit den verschiedenen Geräuschen vertraut, die aus den nächtlichen Aktivitäten der Vergnügungssüchtigen resultieren, sondern auch mit dem Lärm derjenigen Tätigkeiten, die der Erhaltung der Plaza dienen.
Da ist zuallererst das morgendliche Schrab Schrab Schrab der Plaza-Feger. Um 6:15 Uhr fängt es an – eine Uhrzeit, zu der die Ein-Euro-Jobber vom Grünflächenamt Friedrichshain-Kreuzberg noch in den Federn liegen (was ihnen von Herzen gegönnt sei. Schlimm ist vielmehr, dass gelernte Gärtner durch unterbezahlte Kräfte ersetzt wurden).
Dann wird der Platz gespritzt, vom Müll befreit oder – wie gestern – mit schwerem Gerät bereinigt. Ein Hubkran wurde eingesetzt, um die Palmen zu beschneiden, einem Vogelbeerbaum wurde mit rüder Gewalt zugesetzt und verschiedentlich musste sogar die Motorsäge ran. Heute schließlich wurde der Rasen mit einer motorisierten Sense gestutzt und anschließend mit Laubwegbläsern über den Platz geblasen und aufgesammelt.
Wer immer das lebhafte Treiben auf einer spanischen Plaza in den Nachmittags-. oder Abendstunden erlebt hat, kann sich schwer vorstellen, wie viel Arbeit die Pflege einer solchen Anlage macht. Zwar wird uns Deutschen mitunter eine gewisse Verkniffenheit unterstellt - die ich hin Bezug auf den Volkspark Friedrichshain uebrigens nicht bestaetigen kann. Sicher ist hingegen: dass es auf spanischen Plazas angeblich so viel lockerer zugeht, halte ich - ueber den gesamten Tag gesehen - ab jetzt für ein Gerücht.
05 November 2007
Cucaracha
Klassische Win-Win-Situation: Birgit mit Trophaee
Länge spielt also doch eine Rolle: Beim Frühstück outet sich Birgit heute: „Alles unter vier bis fünf Zentimeter finde ich nicht der Rede wert.“
Die Kakerlake im Speisesaal des Hotels Marquesa ist eindeutig größer. Also beenden wir das Frühstück und fahren nach Santa Cruz, der Hauptstadt Teneriffas.
In selbiger Straße unterhält die Nationalparkverwaltung ein Büro, in dem die Genehmigungen für die Teide-Gipfelbesteigungen erteilt werden. Das Permit ist kostenlos. Erforderlich ist lediglich eine Kopie des Personalausweises oder Passes. Ein kleiner Laden mit Kopierer befindet sich direkt gegenüber von dem Büro der Nationalparkverwaltung, das an Werktagen von 9 bis 14:00 Uhr geöffnet ist. Wir müssen uns für einen Tag und eine Uhrzeit entscheiden – und alles ist schön.
Mit der kleinen Formalität soll der Zugang zum Gipfel beschränkt werden. Seit Eröffnung der Seilbahn strömen täglich hunderte von Menschen auf den Berg. Für die letzten 160 Höhenmeter von der Station bis zum Gipfel wird jedoch eine Genehmigung benötigt – von denen nicht mehr als 50 pro Zweistundenzeitraum erteilt werden.
Mindestens ebenso umkämpft wie Gipfelpermits sind in Santa Cruz die Parkplätze. Am besten, man stellt sein Vehikel in einem der kostenlosen Parkhäuser der großen Konsumtempel am Rande der City ab. In unserem Fall ergibt vsich dadurch eine klassische Win-Win-Situation fuer alle Beteiligten: Die Company macht etwas zusaetzlichen Umsatz, fuer mich springt ein T-Shirt und ein Paar Schuhe und fuer Birgit ein paar andere Klamotten bei heraus. Ausserdem bleibt der Innenstadt mein Touri-Fahrstil erspart. Auf dem Parkdeck bringt sich Birgit heute im Käferspiel in Führung und lässt sich sogleich mit der Trophäe ablichten.
Am Abend stellen wir fest, dass sich musikalisch in Puerto Cruz einiges verändert hat: Elvis tritt wieder auf in dem Chinarestaurant an der Plaza! Super, da werden wir heute wohl noch ein Weinchen trinken. Außerdem wurde der eher erfolglose Alleinunterhalter auf der Terraza Marquesa gegen eine Harfen-Spanische-Gitarre-Combo ausgewechselt, die die Rentner nun in Verzücken versetzt. Mit geschlossenen Augen schmachten die teils langmaehnigen Barden dahin. Naja – wer´s mag...
04 November 2007
Von Menschen und vom Mond
Paisaje Lunar
Kurzer Nachtrag zu gestern: Leider ist der Elvis-Wiedergänger nicht mehr aufgetreten, deshalb nun auch kein Video. Stattdessen gab es einen Julio-Iglesias-Imitator in dem Restaurant an der Plaza.
Also wenden wir uns den anderen handelnden Personen zu, ohne die so ein Touristenparadies undenkbar ist: Den Touristen – hier konkret: Den Gästen in unserem Hotel.
Die aufmerksamen Mitleser/innen seien beruhigt: So schlimm überbucht ist das Haus nicht – vielmehr sind hier Mehrfachnennungen im Spiel. Weitere Details zu den lieben Mitreisenden morgen.
Paisaje Lunar – In den lichten Wäldern des Südens
Paisaje Lunar, die Felsgebilde, waren wie der Mond: mühselig zu erreichen und von der Ferne interessanter als aus der Nähe. Aber der Weg hat sich gelohnt. Wie sagte Kennedy: „Wir machen es nicht, weil es einfach ist – sondern weil es schwer ist!“
03 November 2007
Das Personal
Im Blickpunkt des heutigen Posts sollen die dienstbaren Geister der Insel stehen, die alles geben, um den solventen Gästen einen angenehmen Aufenthalt zu bescheren. Als erstes sind da natürlich die „Bediener“ im Hotel zu nennen, die den Saft auf die richtige Seite des Tresens schubsen und sich auch sonst für so manche Dienstleistung nicht zu schade sind. Als promovierte Pädagogin ist Birgit immer bemüht, die Motivation dieser Beschäftigtengruppe weiter zu erhöhen. Heute morgen beim Frühstück zum Beispiel: Ich entdecke eine kleine Kakerlake im Speisesaal, die mühsam versucht, von einem Beistelltisch auf das Obstbuffet zu klettern. In diesem Moment tritt der Manager in den Raum. Ich kann Birgit gerade noch davon abhalten, auf ihn zuzutreten. Sie will dem Mann die Kakerlake zeigen und behaupten, der in der Nähe befindliche Kellner, ein ehrbarer Mann mit großer Berufserfahrung, hätte die ganze Zeit daneben gestanden und nichts unternommen... Neben den Kellnern gibt es da natürlich noch die Barden, denen man hier in Puerto de la Cruz im Prinzip nicht entkommen kann. Jeden Abend spielt auf der Terraza Marquesa unerbittlich eine Zwei-Mann-Combo mit spanischen Gitarren ständig die gleichen Hits. Und morgens, kurz nach dem Frühstück, baut sich regelmäßig ein Harfenbarde unter unserem Fenster auf. Die Videoschnipsel vermitteln einen kleinen Eindruck von dem Schauspiel. Absolutes Highlight ist jedoch der Alleinunterhalter in einer Kaschemme unten an der Plaza, der jeden Abend Hits im Stile von Elvis zum Besten gibt. Heute abend wollen wir uns auf diese Terasse auf einen Rotwein setzen. Und vielleicht springt dabei wieder ein Video heraus. Vergesst Memphis – kommt nach Puerto Cruz!
02 November 2007
Wie man sieht, sieht man nüscht
Los Organos – Märchenwald im Nebel
So ein Tag am Strand ist ganz schön. Aber die Sonne scheint einem den ganzen Tag auf die Nase – und das ist nicht gut für den Teint. Also erkunden wir heute die zweite Klimazone der Insel: Die Zone der Wolken und des ewigen Nebels. Der Tag beginnt mit einem kleinen Schrecken. Wir sind hinauf gefahren zu „La Caldera“, einem kleinen Krater im Wald oberhalb von Aguamansa. Überall Bäume, Nebel, komische Pflanzen. Plötzlich rumpelt und grummelt es Besorgnis erregend, als wenn eine Lawine abgeht. Stimmen sind zu hören. Dann kommt uns eine Horde Jugendlicher auf Mountain-Bikes entgegen. Der Weg ist deutlich gekennzeichnet von den Spuren ihrer Räder. Die Erosion ist unübersehbar. Der Weg, den wir vor zwei Jahren schon einmal gegangen sind, hat in der Zwischenzeit deutlich gelitten.
01 November 2007
Am Beach
Warum fährt man im November in den Süden? Klar, wegen dem Beach. Also gönnen wir uns nach zwei Wandertagen eine faule Auszeit am Strand. Doch auch hier wartet schon wieder Ungemach. Nicht, dass Puerto de la Cruz keinen schönen Strand hätte. Nein. Alles wunderbar. Auch die Wellen sind okay. Sie sind heute recht stark. Deshalb ist wohl auch die gelbe Fahne gehisst.
Grund zur Sorge liefern hingegen die beiden Lifeguards. Rein äußerlich sind sie okay. Gut lesbar steht auf ihren von der Sonne ausgeblichenen T-Shirts „SOS“. Es kann also kein Zweifel darüber aufkommen, was hier ihr Job ist. Der Eine hat eine knackige Hose an mit einem Schweizer Kreuz. Es soll wohl ein rotes Kreuz sein. Schön. Besser – im Sinne eines Corporate Design – wäre natürlich gewesen, wenn sie beide die gleichen Klamotten tragen würden. Aber vielleicht ist gerade mal was in der Wäsche (vielleicht, weil es beim letzten Einsatz in den Klippen mit Blut beschmiert worden ist). Immerhin hat der Eine seine schönen langen schwarzen Haare blondieren lassen, so dass er wie ein richtiger Beach-Lifeguard aussieht.
Aber es ist ihre nachlässige Haltung, die Birgit beunruhigt. Wie sollen die Lifeguards einen Notfall im kabbeligen Wasser – vielleicht eine Hai-Attacke – mitkriegen, wenn sie nie aufs Wasser schauen?
Wir haben unsere Matte direkt neben der gelben Fahne, dem Standort der Lifeguards, aufgeschlagen und Birgit ist echt empört ob des verantwortunglosen Laissez-Faire, das hier herrscht. Als gegen Mittag der Dorfpolizist bei den Rettern auftaucht und ein munteres Schwätzchen mit ihnen hält, will sie hinzutreten und den Mißstand amtlich machen. Ich kann sie gerade noch davon abhalten. Wir essen ein Eis und gehen anschließend auf eigene Gefahr ins Wasser – herrlich.
Später sehen wir die Wasserretter noch einmal. Sie schleichen sich zur Fahne, wechseln gelb gegen rot und trollen sich gen Feierabend – ohne sich um die Badenden zu kümmern, die sich, ohne den Farbwechsel bemerkt zu haben, immer noch in größter Gefahr im Wasser tummeln.
30 Oktober 2007
Roques de García
Hotel Marquesa
Birgit und ich sind wieder im Hotel Marquesa in Puerto de la Cruz abgestiegen. Das ist ein bewährtes Haus, zum Einen, weil es den Namen unserer vor vier Jahren im zarten Alter von 18 Lenzen verstorbenen Hauskatze trägt. Zum Anderen, weil es den gewissen Retro-Charme einer andernortes bereits untergegangenen Epoche des Tourismus ausstrahlt (um nicht zu sagen: weil es schon bessere Tage gesehen hat): Der dunkel getäfelte Speisesaal mit den dezent quietschenden Ventilatoren, Kellner in schwarzen Hosen und mehr oder weniger weißen Hemden, der im Kolonialstil gehaltene überdachte Innenhof mit den Palmen, die zentrale Lage direkt an der Plaza und die Terasse, auf der allabendlich schmalzige Hits von alternden Barden zum Besten gegeben werden, tragen wesentlich zu diesem Eindruck bei.
Um ehrlich zu sein: Für uns war die Sache mit dem Namen das Ausschlag gebende Argument, als wir uns vor zwei Jahren erstmals für dieses Haus entschieden.
29 Oktober 2007
Also Teneriffa
Es heißt: „Der blaue Planet.“ Doch wenn ich mich so umsehe, dann ist überall nur Grau. Es heißt auch: „Der goldene Herbst“. Doch die bunten Blätter sind mittlerweile `runter von den Bäumen, nur der graue Nebel ist vom Herbst geblieben.
Auf Nachfrage erfahre ich, dass der Titelslogan vom „blauen Planeten“ auf der Behauptung beruht, dass der größere Teil der Erdoberfläche von Wasser bedeckt sei. Ich halte das für einen typischen Fall unzutreffender Produktbeschreibung. Auch Google-Earth scheint den Spruch nicht zu bestätigen: Zumindest die interessanteren Teile des Planeten bestehen aus Land.
Also bleibt nur das Experiment, um die forsche These vom „blauen Planeten“ zu verifizieren. Doch – an diese Erkenntnis muss so kurz vor dem Reformationstag erinnert werden dürfen: – vor dem Vergnügen steht die Mühsal. Oder – um es mit den Worten des großen Geographen und Alltagsphilosophen unserer Tage, Rainold Grebes, zu sagen: „Wenn man an die Ostsee will muss man durch Brandenburg“.
Nein, diese Ochsentour kann nicht die Lösung sein. Das Experiment muss größer angelegt werden, höher und weiter. Um sich davon zu überzeugen, dass es mit dem „Blauen Planeten“ seine Richtigkeit hat, bleibt nur Eines: Raus aus dieser Stadt Berlin und rauf auf eine Insel, die vom blauen Himmel überwölbt und vom Meer umgeben ist: Ein Eiland, für das einer der Säulenheiligen der deutschen Werbebranche, Alexander von Humboldt (jaja, ich weiß, der wird oft mit seinem Bildungsbruder Wilhelm verwechselt – aber davon lasse ich mir doch eine Pointe nicht versauen!), nach einem fünftägigen Aufenthalt den Titelslogan „Insel des ewigen Frühlings“ entwickelt hat, der seither munter „kommuniziert“ wird. Also Teneriffa!
18 Oktober 2007
Hotel Alpenfrieden Meransen
Der Familienkurs ist bereits gut gefüllt und heute habe ich einen Zimmerplan des Hotels bekommen:
4 Einzelzimmer (Zuschlag: 8 Euro pro Nacht)
7 Doppelzimmer
11 Doppelzimmer mit Zustellbett
5 Doppelzimmer mit 2 Zustellbetten
1 Apartment für 4 Personen (Zwei Schlafzimmer, Du/WC gemeinsam)
1 Apartment für 5 Personen
Wer bestimmte Wünsche hat, möge sich bitte melden!
4 Einzelzimmer (Zuschlag: 8 Euro pro Nacht)
7 Doppelzimmer
11 Doppelzimmer mit Zustellbett
5 Doppelzimmer mit 2 Zustellbetten
1 Apartment für 4 Personen (Zwei Schlafzimmer, Du/WC gemeinsam)
1 Apartment für 5 Personen
Wer bestimmte Wünsche hat, möge sich bitte melden!
27 September 2007
TU-Skireisen: Anmelden ab 1. Oktober 2007

Es ist wieder soweit: Ab Montag können die Ski- und Snowboardkurse des Wintersemesters 2007/08 gebucht werden.
Eine Übersicht gibt es hier:
http://www.tu-sport.de/index.php?id=248
Neuerungen:
Familienkurs (4.-12. Januar): Die Anmeldungen laufen wieder per E-Mail. Die automatische Buchung über das System erwies sich wegen der vielen unterschiedlichen Zimmerkategorien als zu kompliziert.
Außerdem gibt es ein neues Skigebiet und ein neues Haus.
Neu ist auch ein gestaffelter Preis für kleinere und größere Kinder: Kinder zwischen drei und sechs Jahren zahlen 340 Euro; das Entgelt für Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren beträgt 410 Euro. Das Hotel macht diese Unterschiede - auch wenn sich darüber streiten läßt, ob es gerecht ist. Der TU-Sport reicht die Kosten nur durch.
Spindleruv Mlyn (9.-23. Februar): Die Fahrten liegen wieder in einem günstigeren Zeitraum: Vom 9.-23. Februar sollten Studis besser Zeit haben als letztes Jahr!
Keine Neuerung gibt es hingegen beim Preis: Er konnte stabil gehalten werden.
Jerzens (8.-15. März): Für Cracks gibt es die Möglichkeit, die Fahrt zum Sonderpreis ohne Unterricht zu buchen. Die Unterbringung erfolgt dann in einem Mehrbettzimmer. So werden die Kapazitäten optimal ausgelastet - und der Preis kann für Alle niedrig gehalten werden.
Ahrntal (14.-22. März): Das beliebte Alumni-Angebot fällt in diesem Jahr mitten in die Osterferien. Es ist also auch eine Möglichkeit für Familien mit schulpflichtigen Kindern, in den Schnee zu kommen! Wir wohnen in einem anderen Haus - dem Hotel Stegerhof, das vorletztes Jahr bereits einmal unser Domizil war.
24 September 2007
Zwei Paar Schuhe sind drei Paar Schuhe
Wie viele Schischuhe braucht der Mensch?
Das alte Sprichwort "Zwei Paar Schuhe sind drei Paar Schuhe" (nicht zu verwechseln mit dem Werbeslogan einer großen Schuhkette: "Zahle zwei, nehme drei") beruht auf der Erkenntnis, dass Schuhe, die nicht ständig getragen werden, sondern immer mal wieder austrocknen können, länger halten als ein Schuh, der jeden Tag benutzt wird.
Auf die Spitze getrieben hatte dieses Prinzip wohl Imelda Marcos, die Frau des philippinischen Diktators. Nach dessen Sturz wurden Tausende Paare bei ihr gefunden...
Es stellt sich also die Frage nach dem richtigen Maß. Zu Beginn der Skisaison musste ich mir von meiner Frau vorhalten lassen, dass ich zu viele Skischuhe hätte. Darin klang die Sorge mit, dass uns der Platz knapp würde, wenn wir einmal in eine kleinere Wohnung umziehen müssten.
Zeit also, für eine Bestandsaufnahme:
Als erstes sind natürlich meine Alpin-Skischuhe zu nennen, die ich für gewöhnlich nutze. Sie sind nichts Besonderes, ein italienisches Modell von Dalbello, und mittlerweile bereits vier oder fünf Jahre alt. Dennoch sind sie sehr bequem - ich würde sie auch im Bett tragen.
Allerdings kann es immer einmal sein, dass selbst die bequemsten Skischuhe nach Jahren nicht mehr passen oder plötzlich kaputt gehen. Damit ich dann nicht ohne da stehe, habe ich meine alten Skischuhe noch aufbewahrt. Es sind ehrwürdige Dachsteins. Etwas abgenutzt schon, aber jede Schramme wurde mit Liebe hineingefahren.
Das Tourengehen ist die Krone des Skifahrens. Ich gebe zu, es sind die vielleicht am wenigsten genutzten Schuhe meiner Sammlung. Allerdings sind die Erlebnisse auf einer Skitour mit die Intensivsten und Schönsten, die der Skisport überhaupt bieten kann. Deshalb darf natürlich ein Paar Tourenschuhe nicht fehlen. Darüber sollte man mit seiner Frau gar nich erst diskutieren.
Da ich der Geschichte des Schneesports sehr verbunden bin, besitze ich selbstverständlich ein Paar historische Skischuhe. Ich habe es von meinem Vater, der damit in den Sechziger Jahren noch Ski gefahren ist: Es sind schöne Lederschuhe mit Schnürung und einer Vibram-Sohle. Sie sind auch als steigeisenfeste Wanderschuhe zu benutzen und passen sogar in moderne Bindungen hinein. Allerdings ist es mir bisher nicht gelungen, einen Laden zu finden, der eine Bindung mit diesem Schuh einstellt...
Nicht zuletzt benötige ich natürlich noch Langlauf-Schuhe. Bei Lichte besehen ist diese Kategorie in meiner Sammlung eher schwach vertreten. Ich besitze nur ein Paar Tourenschuhe.
Das alte Sprichwort "Zwei Paar Schuhe sind drei Paar Schuhe" (nicht zu verwechseln mit dem Werbeslogan einer großen Schuhkette: "Zahle zwei, nehme drei") beruht auf der Erkenntnis, dass Schuhe, die nicht ständig getragen werden, sondern immer mal wieder austrocknen können, länger halten als ein Schuh, der jeden Tag benutzt wird.
Auf die Spitze getrieben hatte dieses Prinzip wohl Imelda Marcos, die Frau des philippinischen Diktators. Nach dessen Sturz wurden Tausende Paare bei ihr gefunden...
Es stellt sich also die Frage nach dem richtigen Maß. Zu Beginn der Skisaison musste ich mir von meiner Frau vorhalten lassen, dass ich zu viele Skischuhe hätte. Darin klang die Sorge mit, dass uns der Platz knapp würde, wenn wir einmal in eine kleinere Wohnung umziehen müssten.
Zeit also, für eine Bestandsaufnahme:
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