06 September 2010

Zu den Kornaten


Als wir morgens aufwachen, regnet es. Gewitterböen lassen das Boot wild um die Boje schwojen. Vom Nachbarboot schwimmt eine junge Frau mit einem Bodyboard auf uns zu. Auf englisch fragt sie nach Benzin. Ihrer Crew sei der Treibstoff ausgegangen und sie sei so seekrank. Die beiden Männer, die wir auf ihrem Boot sehen können, erwecken aus der Ferne hingegen keinen besonders besorgten Eindruck. Warum sie ausgerechnet die seekranke Frau losgeschickt haben, verstehen wir nicht. Es stellt sich heraus, dass sie Österreicherin ist. Wir müssen sie enttäuschen, denn wir wir haben nur Diesel an Bord.
Kurz vor elf Uhr regnet es nicht mehr und wir segeln los. Es ist deutlich windiger als gestern und etwas kühler. Wir verlassen Vrgada in Richtung Süden, passieren Murvenjak an Steuerbord und halten auf die südlichen Kornaten zu. Sechs Knoten machen wir teilweise auf Halbwindkurs. Die Inseln werden immer karger und wirken unbewohnt. Südlich von Vela Smokica durchstoßen wir die Kette der Kornaten und gelangen auf die Westseite des Archipels. Ganz am Südende von Kornat gibt es eine kleine Badebucht, die wir ansteuern. Das Wasser ist klar und tief. Zahlreiche Fische tummeln sich unter unserem Boot. Meine Flossen und Taucherbrille kommen hier das erste Mal in diesem Urlaub zum Einsatz. Das Wetter lädt hingegen nicht unbedingt zum Baden ein. Böen und leichter Regen schmälern das Vergnügen. Daher lichten wir nach dem Baden den Anker, der ohnehin plötzlich im felsigen Grund nicht mehr gut hält, und suchen uns zwischen den vielen kleinen Inseln eine Durchfahrt in das freie Wasser der Adria.
Badebucht am Südende von Kornat

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