07 November 2007

Mit Leberpastete auf den Teide


Für heute, 11 bis 13:00 Uhr haben wir eine Genehmigung, den Teide-Gipfel zu besteigen. Da der Aufstieg von dem Parkplatz am Fuße der Montana Blanca (2350 m) zum Gipfel (3715 m) knapp 1400 Höhenmeter ausmacht, müssen wir rechtzeitig starten, um gegen 11:00 Uhr am Fuße der Gipfelpyramide zu stehen, wo die Permits kontrolliert werden. Die Nationalparkwächter achten einigermaßen genau auf die Einhaltung der genehmigten Zeiten.
Wir verlassen das Hotel um 5:00 Uhr, fahren die etwa 40 Km lange Serpentinenstraße hinauf und lassen das Auto am Mirador del Taboral Negro stehen. Birgit ist schlecht und unterstellt damit, dass es an meiner Fahrweise liegt.
Dann müssen wir zwar erst einen Kilometer die Asphaltstraße entlang laufen, bis wir zum eigentlichen Einstieg der Tour kommen. Aber das erspart uns beim Rückweg einen längeren Weg auf der tagsüber recht stark befahrenen Straße, die über keinen Fußweg verfügt.

In der Frühe ist kaum ein Auto unterwegs und über der Caldera steht ein beeindruckender Sternenhimmel, der neugierig von der nahen astronomischen Station beobachtet wird. Es dämmert allerdings früh und schon bald verschwinden die Lichter der Orte unten an der Küste.
Die ersten 400 Höhenmeter bis zur Montana Blanca laufen wir auf einer breiten Piste. Kurz vor acht stehen wir oben und gehen nun auf einem schmalen Weg die Serpentinen hinauf zum Refugio de Altavista (3260 m), einer kleinen Selbstversorgerhütte. Dort packen wir die Verpflegungstüte aus, die man uns im Hotel gepackt hat. Zu ihrem Entsetzen entdeckt Birgit Leberpastete. Das darf nun gar nicht sein! Obst, Käse, Brot und Kekse sind aber auch dabei und so frühstücken wir auf der Terasse – mit einem wunderschönen Blick über die Insel.
Der Rest ist schnell erzählt: Der technisch einfache – allein wegen der großen Höhe anstrengende Weg – führt uns bald in die Gipfelregion des Teide. Von oben kommen uns beizeiten Turnschuhtouristen entgegen, die offenbar morgens einen guten Platz in der Schlange an der Seilbahn erwischt hatten. Je mehr wir uns der Station nähern, um so trubeliger wird es.
Auffällig ist eine Gruppe polnischer oder russischer Männer, die sich mit ihrer teuren Bergsteiger-Ausrüstung in Angeberpose gerieren. Kein Körnchen Staub an ihren 300-Euro Schuhen. Peinlich.
Heute ist es etwas dunstig. Deshalb sind La Gomera, Gran Canaria und La Palma nicht zu sehen. Dafür ist der Blick über die Insel schön.

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