

Als wir uns der Prati nähern, bietet sich ein seltsames Bild. Gerd hatte uns heute Mittag einen Golfplatz versprochen, denn der Biwakplatz ist nahezu von Steinen befreit und wunderschön grün. Doch schon aus der Ferne sehen wir lauter Schweizer Käse auf dem schönen Rasen verteilt. Es sind die Wurfzelte der schlimmen Gruppe, die von einer Eselkarawane hochgetragen worden sind. Die Gruppe selbst ist noch lange nicht in Sicht, doch die schönsten Biwakplätze sind schon für sie reserviert. Frechheit!
Wir suchen uns einen windgeschützten Platz und beginnen zu kochen. Gegen 20:00 Uhr herrschen im Zelt immer noch 23° C, doch draussen scheint es durch den Wind deutlich kühler zu sein. Es ist der mit 1840 m bisher höchste Übernachtungsplatz. Die Sicht auf die Küste ist wunderschön. Sie liegt unten noch in der Abendsonne, während hier oben Schatten einkehrt und der Wirt mit seinem Sohn ein allabendliches Ritual einleitet: Die Pferde werden zu ihrem nächtlichen Lagerplatz getrieben, so scheint es. Ich habe es hier oben schon früher einmal erlebt, doch bis heute nicht ganz verstanden. In erster Linie geht es wohl darum, etwas Action zu machen. Es endet meist damit, dass die Viecher ganz wild werden und zwischen den Zelten herum galoppieren. Mitunter versuchen sie auch, etwas Proviant zu ergattern. Also Vorsicht!
Die schlimme Gruppe nähert sich sehr spät, nach 20 Uhr! Sie lärmen fürchterlich und bald gibt es ein Riesenhallo, als der Reiseleiter den Standort der beiden Klos und der einzigen Dusche erklärt. Beide Einrichtungen, die normalerweise selbst bei guter Belegung von Hütte und Biwakplatz keine Engpässe darstellen, sind daraufhin für etwa eine Stunde hoffnungslos belegt.
Jetzt sitzt die Gruppe oben an der Hütte und läßt sich das Tagesmenü kredenzen. Faule Menschen.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen