25 Juli 2006

(4) Abstieg in den Cirque de la Solitude

Der Abstieg in den Cirque de la Solitude gilt als Schlüsselstelle des GR 20. Dabei ist es gar kein richtiger Kessel, in den hinabgestiegen wird. Es geht einfach nur sehr steil bergab bis zu einer undefinierten Höhe. Vielleicht wird das Gelände dort ein wenig flacher. Jedenfalls gibt es dort die Möglichkeit einer Querung. Man läuft eine kleine Strecke nahezu auf gleicher Höhe, bevor dann der Aufstieg kommt, der nicht minder sgteil ist.
Von Norden kommend stehen wir am Col Perdu und blicken hinunter in die Tiefe: "Wie weit geht es hinab und wo wieder rauf?", fragt mich Harald. Es ist schwer von oben auszumachen.
Als wir dann unten sind, frage ich mich, wie dieser Ort zu seinem Namen gekommen ist: Kessel der Einsamkeit. Wie in einem Kessel fühle ich mich nicht. Zwar geht es zu drei Seiten beängstigend steil bergauf. Doch zu einer Seite fällt das Gelände nicht minder steil ab. Ein flaues Gefühl kann sich hier durchaus einstellen, besonders wenn - wie jetzt - Gewitterwolken aufziehen. Doch hat dieses Gefühl mit Einsamkeit zu tun? Und ist Zweisamkeit dann doppelt so schlimm? Diese Franzosen!

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