Ich schreibe mir gern zur Vorbereitung eines Skikurses einige Stichworte auf, anhand derer ich den Unterricht gestalte. Meistens lassen sich die gern von Pädagogen und Theoretikern empfohlenen detaillierten Pläne mit ausgeklügelten Übungsfolgen in der Praxis nicht einhalten, weil Gelände, Schneebeschaffenheit, Wetter oder die Voraussetzungen der Gruppe oft nicht ideal dazu passen. Aber so ein paar grobe Notizen sind meiner Erfahrung nach oft ganz hilfreich. Der Rest ergibt sich dann aus Erfahrung und Intuition. Auf meinem Zettel stehen heute folgende Stichworte, die teilweise alternativ aufgerufen werden könnten:
"Belastungswechsel, Einbeiniges Fahren,
Oberkörper; Rotation abbauen; bewusst über den Außenski bewegen
Stylish Fahren; Seitrutschen/Sliden, Ski aus dem Schuss quer stellen (Belastung dabei variieren); Slideplatte/Funpark"
Die Übungspiste in Vals ist ideal - aber heute leider sehr voll. Ich beginne mit Übungen zum Belastungswechsel, lasse die Kinder einbeinig fahren - erst in der Schrägfahrt, dann in der Kurve. Das Ganze geht etwas lustlos voran, deshalb fahre ich mit ihnen auch immer mal wieder in die Wellenbahnen neben der Piste. Spontan hänge ich auf der leichten Piste eine Lektion Winkelspringen an, was sich als die perfekte Übung für den Tag erweisen sollte.
Denn nach einer Abfahrt verlassen wir die überfüllte Übungspiste und fahren mit der Gondelbahn ins "große" Skigebiet hinauf. Oben herrscht schlechte Sicht. Mit dem Funpark wird es heute nichts, das merke ich gleich. Dafür liegen die Pisten voller Neuschnee - Powder!
Meine Schüler/innen müssen jetzt durch den Tiefschnee. Welche Freude. Sie können das Winkelspringen gleich anwenden. Wippend fahren sie durch den Schnee und versuchen erste schöne Kurven nahe der Falllinie. Die sonst etwas schüchterne Pia, eine der jüngsten aus der Gruppe, wacht richtig auf.
Die Kids haben so viel Spaß, dass wir gleich nach der Pause im hoffnungslos überfülten Gasthof "Zur Mühle" wieder in den Tiefschnee gehen. Die blaue Abfahrt Nr. 10 ist im oberen Teil komplett in tiefen Verwehungen versunken. Die Kinder kämpfen sich durch die Schneehaufen; Die Sicht beträgt wenige Meter, manchmal müssen wir die nächste Pistenmarkierung suchen.
Weiter unten verirre ich mich einmal etwas und lande in einem Flussbett, das sich neben der Piste befindet. Bevor ich stoppen und die Kinder warnen kann, steckt die erste auch schon fest. Doch die Kinder finden das lustig.
Der Skitag endet damit, dass einer der beiden größeren Jungs von den Anderen im Schnee eingegraben wird. "Habe ich mir doch gleich gedacht, dass das mein Junge ist", meint sein Vater, als er ihn abholen will...
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| Im Schnee vergraben: Ende des Skikurses |


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