Wenn den Nachrichten-Agenturen heute Glauben geschenkt werden kann, sollte man das Reisen derzeit unterlassen: Die Berliner Flughäfen sind dicht. Die Bahn rät davon ab, mit ihr zu fahren (gestern habe ich auf dem Berliner Hauptbahnhof mit eigenen Augen gesehen, wie mit Hilfe der Polizei versucht wurde, das Chaos um einen hoffnungslos überfüllten ICE nach Düsseldorf in den Griff zu bekommen…), für den Nachmittag sind neue Schneefälle im Süden Brandenburgs und Verkehrsbehinderungen auf den Straßen und Autobahnen angekündigt. Unwillkürlich muß ich an Kaiser Wilhelm denken, der bekanntlich die Motorisierung nur als vorübergehende Modeerscheinung sah, während die Zukunft des Transportwesens im Pferde läge…
Auch halte ich Knecht Ruprecht mit seinem Schlitten plötzlich nicht mehr für einen gar so albernen Kauz. Doch seit dieser sein Gewerbe nahezu weltumspannend und als Monopolist betreibt, sind Rentiere zur Weihnachtszeit für den privaten Gebrauch kaum irgendwo aufzutreiben.
Also steht der moderne Mensch vor einer schwierigen Entscheidung: Eine Unterkunft im Erzgebirge ist per Internet gebucht (das funktioniert überraschenderweise trotz der Schneefälle); die Koffer sind gepackt. Nur: wie hinkommen ans Urlaubsziel?
Da mein 1979er Käfer derzeit überholt wird, entscheiden wir uns für Birgits 1990er Renault 19. Ich hatte dem Fahrzeug schon vor zwei Wochen (auch da war es bereits bitterkalt in der Garage) neue Bremsschläuche, einen neuen Bremssattel und eine Auffrischung der Hohlraumkonservierung verpaßt. Jetzt war es noch einmal wegen eines Zahnriemen- und Kühlwasserwechsels in der Werkstatt (Frostschutz bis -30 C erneuert). Abschließend bekam es von mir eine neue Batterie, Wischwasser-Frostschutz und frische Wischerblätter verpaßt, so daß der Wagen vor der Abreise eigentlich nur noch vom Schnee befreit werden mußte…
Wegen der vielen Wartungsarbeiten ist das Auto zuletzt wenig gefahren. Deshalb überraschen mich die in der Zwischenzeit heftig gestiegenen Benzinpreise wieder einmal. Kaum auf der Autobahn, friert Birgit: Irgendwie wird die Kiste innen nicht richtig warm, obwohl die Heizung doch bisher immer gut funktioniert hat. Auch die Düsen der Wischwaschanlage brauchen ewig, bis sie auftauen; In der Lausitz setzt Schneefall ein; Ein Jeepfahrer fährt mit 30 km/h neben einem Schneepflug her…
Hinter Dresden wird es besser. Die Temperatur liegt über dem Gefrierpunkt und die Heizung kommt langsam. Gegen 18:00 Uhr erreichen wir über schmale Gebirgsstraßen Olbernhau in Sachsen.
Webcams in Zielorten des Uni-Schneesport Berlin e.V.
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