Als ich nach drei Wochen in den Alpen
Ende März nach Berlin zurück kam, fand ich eine leere Wohnung vor.
Es ist ohnehin immer eine Umstellung nach den Skireisen: Wochenlang
lebe ich auf engem Raum mit vier oder fünf Leuten in engen
Hotelzimmern, Mahlzeiten werden gemeinsam mit der großen Gruppe
eingenommen – und Skifahren tun wir ohnehin meist gemeinsam. Und
dann komme ich nach Hause, die Gruppe ist weg, nicht einmal mehr eine
neue Fahrt ist vorzubereiten. Aber zumindest Birgit ist meist da.
Diesmal ist das anders. Sie hospitiert knapp zwei Monate bei der IBM
in Boston. Also bin ich allein in Berlin. Die ersten Wochen nutze
ich, um ein paar Projekte in der Wohnung zu vollenden. Es ist immer
besser, wenn ich dabei allein bin. Denn bevor etwas besser wird, wird
es meist erst einmal chaotischer. Bevor etwas schöner wird, zeigt es
sich noch einmal von seiner ganz hässlichen Seite. Bevor etwas Ruhe
gibt, wird es oft noch einmal ganz laut. Bevor etwas sauber oder
aufgeräumt aussieht, ist ganz viel Dreck oder Unordnung zu ertragen.
Das sind so die Momente des Zusammenlebens, die Birgit nicht so gut
erträgt...
Daher war es ganz gut, dass sie weg
war. Aber nun ist es damit auch mal wieder gut. Die Projekte sind
abgeschlossen. Wir haben uns lange nicht gesehen – kurz: ich fahre
jetzt also zu ihr nach Boston.

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