24 April 2015

Also Boston

Als ich nach drei Wochen in den Alpen Ende März nach Berlin zurück kam, fand ich eine leere Wohnung vor. Es ist ohnehin immer eine Umstellung nach den Skireisen: Wochenlang lebe ich auf engem Raum mit vier oder fünf Leuten in engen Hotelzimmern, Mahlzeiten werden gemeinsam mit der großen Gruppe eingenommen – und Skifahren tun wir ohnehin meist gemeinsam. Und dann komme ich nach Hause, die Gruppe ist weg, nicht einmal mehr eine neue Fahrt ist vorzubereiten. Aber zumindest Birgit ist meist da. Diesmal ist das anders. Sie hospitiert knapp zwei Monate bei der IBM in Boston. Also bin ich allein in Berlin. Die ersten Wochen nutze ich, um ein paar Projekte in der Wohnung zu vollenden. Es ist immer besser, wenn ich dabei allein bin. Denn bevor etwas besser wird, wird es meist erst einmal chaotischer. Bevor etwas schöner wird, zeigt es sich noch einmal von seiner ganz hässlichen Seite. Bevor etwas Ruhe gibt, wird es oft noch einmal ganz laut. Bevor etwas sauber oder aufgeräumt aussieht, ist ganz viel Dreck oder Unordnung zu ertragen. Das sind so die Momente des Zusammenlebens, die Birgit nicht so gut erträgt...
Daher war es ganz gut, dass sie weg war. Aber nun ist es damit auch mal wieder gut. Die Projekte sind abgeschlossen. Wir haben uns lange nicht gesehen – kurz: ich fahre jetzt also zu ihr nach Boston.

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