02 März 2013

Sternstunden der Logistik

Wechseltage sind immer besonders stressig und erfordern eine ausgeklügelte Logistik. Schön, wenn das manchmal auch klappt. Gestern Abend fuhr in Berlin pünktlich um 22:00 Uhr ein Reisebus mit 40 Menschen in Richtung Pitztal ab. Gleichzeitig feierten im Ahrntal 42 andere Menschen ihren letzten Abend im Hotel und in der nahe gelegenen Après-Skihölle „Hexenkessel“.
Ich packte unterdessen im Ahrntal meine Sachen, um früh am Morgen ins Pitztal abreisen zu können. Heute um 5:25 Uhr startete ich dann mit Dennis, der ins Salzburger Land musste und den ich bis in die Nähe von Innsbruck mitnehmen wollte. Dennis begleitet in den nächsten zehn Tagen eine Schulskifahrt. Wir fuhren gemeinsam durch das noch nächtliche Ahrntal, das Tauferer- und das Pustertal, überquerten den Brenner und erreichten Innsbruck. Am Bahnhof Völz, der nur wenige Meter von der Autobahn entfernt liegt, verabschiedete ich mich von Dennis. Nach einer Woche Trubel war ich plötzlich wieder ganz allein. Über dem Inntal lag noch ein Hochnebel. Doch einige Bergspitzen leuchteten schon in der Morgensonne auf und versprachen einen schönen Tag. Lange konnte ich diese Gedanken jedoch nicht verfolgen, denn kaum hatte ich den roten Kleinbus wieder auf die Autobahn gelenkt, entdeckte ich wenige Autos vor mir einen Reisebus. Es war ein magischer Moment, denn es handelte sich um den „Grenzenlos“-Bus, der am Vorabend in Berlin gestartet war – und den ich jetzt zufällig nahe dem Schnittpunkt unserer beiden Reiserouten traf. Ich überholte den Bus und hupte kurz. Der Fahrer, den ich seit Jahren kenne, grinste herüber und bedeutete mit einer ausholenden Handbewegung, ich solle mal voran fahren und das Frühstück klar machen. Gegen halb neun trafen wir uns dann in Ritzenried bei Jerzens wieder.
Die beiden Busfahrer fuhren nach dem Frühstück auf meiner nächtlichen Route in entgegengesetzter Richtung bis ins Ahrntal, wo sie die 40 Leute abholen sollten. Pünktlich um 16:00 Uhr ging es dann zurück nach Berlin, wo etwa zeitgleich ein weiterer „Grenzenlos“-Bus eintraf, der am Morgen mit einer anderen Gruppe in Spindleruv Mlyn gestartet war.

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