Wechseltage sind immer besonders
stressig und erfordern eine ausgeklügelte Logistik. Schön, wenn das
manchmal auch klappt. Gestern Abend fuhr in Berlin pünktlich um
22:00 Uhr ein Reisebus mit 40 Menschen in Richtung Pitztal ab.
Gleichzeitig feierten im Ahrntal 42 andere Menschen ihren letzten
Abend im Hotel und in der nahe gelegenen Après-Skihölle
„Hexenkessel“.
Ich packte unterdessen im Ahrntal meine
Sachen, um früh am Morgen ins Pitztal abreisen zu können. Heute um
5:25 Uhr startete ich dann mit Dennis, der ins Salzburger Land musste
und den ich bis in die Nähe von Innsbruck mitnehmen wollte. Dennis
begleitet in den nächsten zehn Tagen eine Schulskifahrt. Wir fuhren
gemeinsam durch das noch nächtliche Ahrntal, das Tauferer- und das
Pustertal, überquerten den Brenner und erreichten Innsbruck. Am
Bahnhof Völz, der nur wenige Meter von der Autobahn entfernt liegt,
verabschiedete ich mich von Dennis. Nach einer Woche Trubel war ich
plötzlich wieder ganz allein. Über dem Inntal lag noch ein
Hochnebel. Doch einige Bergspitzen leuchteten schon in der
Morgensonne auf und versprachen einen schönen Tag. Lange konnte ich
diese Gedanken jedoch nicht verfolgen, denn kaum hatte ich den roten
Kleinbus wieder auf die Autobahn gelenkt, entdeckte ich wenige Autos
vor mir einen Reisebus. Es war ein magischer Moment, denn es handelte
sich um den „Grenzenlos“-Bus, der am Vorabend in Berlin gestartet
war – und den ich jetzt zufällig nahe dem Schnittpunkt unserer
beiden Reiserouten traf. Ich überholte den Bus und hupte kurz. Der
Fahrer, den ich seit Jahren kenne, grinste herüber und bedeutete mit
einer ausholenden Handbewegung, ich solle mal voran fahren und das
Frühstück klar machen. Gegen halb neun trafen wir uns dann in
Ritzenried bei Jerzens wieder.
Die beiden Busfahrer fuhren nach dem
Frühstück auf meiner nächtlichen Route in entgegengesetzter
Richtung bis ins Ahrntal, wo sie die 40 Leute abholen sollten.
Pünktlich um 16:00 Uhr ging es dann zurück nach Berlin, wo etwa
zeitgleich ein weiterer „Grenzenlos“-Bus eintraf, der am Morgen
mit einer anderen Gruppe in Spindleruv Mlyn gestartet war.

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