03 Januar 2007

Ski- und Snowboardhelme

Auf unserem letzten Trainer/innen-Treffen haben wir unter anderem über Helme gesprochen. Eigene Erfahrungen: Letztes Jahr in Jerzens fahren wir mit einer Gruppe durch eine Messstrecke. Es ist eine bestens präparierte, glatte Piste, abgesperrt und es befindet sich immer nur eine Person auf der Strecke. Klar, dass wir dort schneller fahren können als auf einer normalen Piste. Dennoch: Selbst die Vorsichtigeren erreichen Geschwindigkeiten von über 80 km/h. Die Spitze liegt bei deutlich über 100 km/h.
Würden wir auf einen Helm verzichten, wenn wir mit einem Motorroller innerorts mit "nur" 50 km/h unterwegs wären?

Das zweite Erlebnis ereignete sich wenige Tage später: Im unteren flachen Teil der Talabfahrt liegt dort, wo die Piste sehr breit und übersichtlich ist, ein Mann in seinem Blut. Er hat sich bei einer Kollision schwere Kopfverletzungen zugezogen. Der Hubschrauber ist schnell da. Ein Notarzt ist lange bange Minuten mit Wiederbelebungsversuchen beschäftigt. Irgendwann hebt der Helikopter wieder ab. Zum Schluß bleibt ein Kommissar mit einem Notizblock zurück, der Zeugen befragt.
Hätte ein Helm bei diesem Unfall das Schlimmste verhindern können?

In Italien sind Skihelme für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren bereits Pflicht. Auch in der Schweiz, Kroatien und Slowenien gibt es mittlerweile eine Helmpflicht. Viele Erwachsene fahren zwar noch ohne Helm - doch angesichts zunehmender Geschwindigkeiten beim Carven steigt die Zahl derjenigen, die sich besser schützen wollen.

Klar ist: Moderne Ski erlauben nicht nur extreme Geschwindigkeiten, sondern auch extreme Spuranlagen. Carver kommen nicht mehr nur von oben, sondern schießen von den Seiten quer über die Piste. Im Extremfall fahren sie sogar von unten nach oben. Die Gefahr von
Kollisionen ist gestiegen.

Also muss ein Helm her. Die Dinger sind mittlerweile ziemlich leicht. Wer einen hat, schwärmt meist auch davon, dass er den Kopf besser warm hält als eine Mütze - und das in einem breiten Temperaturbereich. Kleine Auswahl:

Scott Strike Classic: 570 g (Gr. 56), Skibrillenhalterung, einfacher Helm, € 59,95 bei Globetrotter.
Giro Nine.9: 450 g (Gr. M), In-Mold-Helm (verbundene Außen- und Innenschale), gute Lüftung, Wetterschutz, € 99,95 bei Globetrotter.
Scott Shadow II: 432 g (Gr. M), leichter In-Mold-Helm, abnehmbare Ohrabdeckungen, eigenwillige Optik, preiswert: ca € 80.
Tchibo bietet ebenfalls einen Helm an: Gewicht: über 690 g (Gr. M) schwer! Skibrillenhalterung, Schnellverschluss. Preis: € 39,95.

In Berlin gibt es Helme auch bei "Boarderline" beziehungsweise "Der Berg ruft" oder bei MontK. Der "Ski-Franzl" hat Anfang Dezember geschlossen - ein Gang in die Rathaus-Passagen erübrigt sich daher.
Da der Helm nur optimale Sicherheit bietet, wenn er perfekt sitzt, sollte er anprobiert werden. Angebote aus dem Internet oder Versand sind daher problematisch. Wichtig ist:

  • Helme sollten mit Brille probiert werden.
  • Für die Brille sollte eine Halterung vorhanden sein.
  • Das Gewicht ist entscheidend für den Komfort.
  • Optimal ist ein herausnehmbarer Wetter- und Ohrenschutz.
  • Verschlussmimik prüfen - auch mit Handschuhen!
  • Ein Helm passt dann optimal, wenn sich die Kopfhaut beim Bewegen des Helms leicht mitbewegt, ohne dass der Helm drückt.
Mitunter höre ich die Frage, ob es denn nicht der Fahrradhelm auch tut: Wer nicht vor hat, auf einem gesperrten Parkplatz zu carven, sollte einen Ski- oder Snowboardhelm wählen. Fahrradhelme schützen bei Stürzen auf Bordsteinkanten. Skikanten sind spitzer!

Keine Kommentare: