Die "Marina Wolfsbruch"
Es ist ungefähr 15 Jahre her, dass ich das erste Mal in Großzerlang am Kleinen Pälitzsee war. Der Anlass war der Geburtstag eines Freundes. Wir zelteten auf einer Wiese am See und es gab ein Konzert auf einem Steg...
Nun sind seit einigen Tagen Birgits Eltern zu Besuch in Berlin. Und wir wollten ihnen auch die Umgebung zeigen. Da kam der Name "Zerlang" wieder ins Spiel: Birgit hatte vor einiger Zeit ein Wochenende in der Marina Wolfsbruch bei Kleinzerlang verbracht - und meinte nun, dass das eventuell auch ihren Eltern gefallen könnte.
Der große Komplex ist von einem dänischen Architekten entworfen und 1999 eröffnet worden. Er gilt als die größte wassertouristische Infrastrukturmaßnahme in Brandenburg. Und obwohl ich solchen Großprojekten eher skeptisch gegenüberstehe, so kann ich hier eigentlich nichts wirklich Verwerfliches daran finden. Klar, über Architektur lässt sich immer streiten - und auch bei diesem Projekt findet sich viel Beton, der nur mühsam mit Holz kaschiert wurde.
Aber:
Die dünn besiedelte Landschaft verträgt selbst diese große touristische Einrichtung gut.
Das Areal ist verträglich in den Wald eingepasst, nur wenig abseits hat die Landschaft nichts von ihrem urwüchsigen Reiz verloren.
Wenn Brandenburg touristisch entwickelt werden soll, braucht es einige touristische Zentren; Stationen, an denen Hausboote aufgetankt werden können, wo Räder oder Kanus verliehen werden, wo Menschen übernachten und etwas essen können. Die kleinen privaten Unterkünfte und Einrichtungen werden auf Dauer nicht ausreichen, um eine nennenswerte Zahl von Touris so zu versorgen, dass sie wiederkommen - und dass eine hinreichende Zahl von Einheimischen in dem srukturschwachen Gebiet Arbeit in dem Sektor findet.
BootstourAlso Kleinzerlang: Seine skandinavische Herkunft versuchte der Architekt gar nicht erst zu verleugnen. Auf einem Grundstück, dessen Größe und Form auch für den Bau einer Ikea-Filiale geeignet gewesen wäre, verwirklichte er einen Hafen für größere und kleinere Boote - Motorboote in erster Linie. Darum herum baute er zwei größere Häuser - das Hotel mit Wellness-Komplex und einem Gästehaus - sowie eine Vielzahl kleinerer Häuser mit Ferienwohnungen. Um keine Einförmigkeit aufkommen zu lassen, wurden die Betonbauten mit buntem Holz und teilweise mit aufgeklebten Klinkern verkleidet. Eine sehr großzügige Piazza mit Kinderspielplatz sowie Schwimmbad, Sauna und Spielbereich ermöglichen Zerstreuung auch an Regentagen.
Und dann gibt es natürlich noch die Landschaft: Wir erkunden Rheinsberg und leihen uns ein Motorboot, mit dem wir die älteren Leute auf den Seen herum kutschieren. Dafür, dass Ferien sind, ist die Anlage nicht sehr voll. Vor allem von Hausbooten wird sie angesteuert; viele Familien sind dabei. Sogar ein spanisches Paar mit kleinem Kind treffen wir hier. Allerdings ist der Betrieb auf diese Zielgruppe noch nicht optimal eingestellt: Als die drei abends gegen halb zehn zum Essen erscheinen, sind die meisten deutschen Gäste schon fertig. Immerhin hatten die Spanier so genug Platz an dem reichhaltigen Buffet...

1 Kommentar:
Vielen Dank für Ihren tollen Bericht über die "Marina Wolfsbruch"
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