Einer unserer Busse hatte vor kurzem ein Problem in Italien: Wegen eines fehlenden Fahrtenblattes sollten die Fahrer 2000 Euro Strafe zahlen. Die im Stile moderner Straßenräuber auftretenden italienischen Polizisten ließen sich dann - Grandezza hin oder her - schließlich herunterhandeln auf gut 1200 Euro.
Da so viel Bargeld nicht im Bus vorhanden war, nahmen sie die Fahrgäste in Geiselhaft. Eine Weiterfahrt war nur unter Polizeibegleitung bis zum nächsten Bankautomaten möglich. Nach der Auslösung musste der Bus wieder vor die Mautstelle am Brenner fahren und die Mautgebühr erneut entrichten.
Neben dem Geld verloren die Insassen etwa zwei Stunden. Zwar lag der Fehler eindeutig bei den Fahrern, die vergessen hatten, das Fahrtenblatt auszufüllen. Allerdings ist dieses Blatt ein bürokratischer Popanz, dessen Nutzen nicht ersichtlich ist: Erstens gab es eine Teilnehmer/innenliste an Bord, aus der im Falle eines Unfalls die Anzahl der mitreisenden Personen ersichtlich war. Zweitens ist die Regelung, wonach ein Fahrtenblatt deutlich vor Fahrtantritt auszufüllen und ein Durchschlag im Unternehmen aufzubewahren ist, schlicht nicht praktikabel. Oft steht die genaue Anzahl der zurück reisenden Personen noch nicht fest, wenn der Bus Berlin verlässt.
Drittens ist die absurde Höhe der Strafen nicht zu rechtfertigen. Hierbei bildet Italien mit einer Höchststrafe von 6000 Euro übrigens eine Ausnahme in negativer Hinsicht, wie folgende Links auch zeigen:
Strafen für das Nichtmitführen oder Mitführen eines nicht ausgefüllten Fahrtenblattes
Österreichischer Fachverband Autobus
Webcams in Zielorten des Uni-Schneesport Berlin e.V.
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