25 Dezember 2009

Deutsche Industriekletterer in den USA

Gestern hatten wir eine sehr schoene Bescherung mit reich geschmuecktem Weihnachtsbaum, Kerzenschein, Liedern und Geschenken - eigentlich ganz wie in Deutschland. Heute morgen entdeckten wir, dass auch Santa Claus ueber Nacht noch da gewesen war und Geschenke in aufgehaengten Stiefeln hinterlassen hatte - eigentlich ganz wie in den USA ueblich. Aus beiden Kulturen also das Beste...
Weihnachten regnet es hier in Ann Arbor. Schlecht fuer den Schnee, aber dafuer gibt es Zeit, in die Zeitung zu schauen. Im Wirtschaftsteil der "New York Times" finde ich einen Artikel ueber Industriekletterer.
Reparaturen an Rotoren sind hierzulande ein boomendes Geschaeftsfeld. In dem Artikel werden zwei Kletterer vorgestellt, die fuer die Firma Rope Partner aus Kalifornien arbeiten. Deren Chef Chris Bley, so heisst es, gruendete die Firma, nachdem er in den neunziger Jahren zwei Deutsche kennengelernt hatte, die einst den Berliner Reichstag verhuellt hatten. Sie brachten somit die Idee des Seilunterstuetzten Arbeitens in die USA.
Die Namen der beiden Deutschen werden nicht genannt, aber es kann sich eigentlich nur um Robert Jatkowski und Frank Seltenheim handeln - oder Robbi und Selle, wie sie in Berliner Kletterer-Kreisen heissen. Es sind die Gruender der Firma Seilpartner, die auch in Europa an Windkraftanlagen arbeitet.
Der Artikel ist ein interessaanter Zufall, denn ich selbst habe Frank Seltenheim Ende der neunziger kennen gelernt und an einem Seilpartner-Projekt, dem Bau des Stadiondachs im Hamburger Volkspark als Kletterer mit gearbeitet.
In Deutschland herrscht mitunter der Eindruck vor, dass viele Ideen aus den USA auf einer Art Einbahnstrasse zu uns kommen. Lustig, dass ich hier waehrend meines Aufenthalts gleich am ersten Tag ein Beispiel vorgefuehrt bekomme, in dem es anders herum gelaufen ist.

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