20 Februar 2014

Andula Baude

Die Andula-Baude gehört zu den Friesovy Boudy
Heute vormittag bieten wir ein Techniktraining auf der Hausloipe an der Bouda na Plani an. Für die Touren steht daher weniger Zeit zur Verfügung. Dies ist die Gelegenheit, die neue Andula-Baude einmal zu testen, die auf dem der Bouda Na Plani gegenüberliegenden Hang errichtet wurde. Es ist wieder ein nebeliger Tag - also genau das richtige Wetter für eine gastronomische Entdeckungsreise.
Die Preise sind ewas höher als in den Nachbarbauden. Dfür haben die Gäste einen schönen Ausblick.
 Die Andula ist weitgehend aus Holz errichtet, hat ein helles, modern gehaltenes Restaurant mit großen Panoramafenstern und gemütlichen Stühlen und Tischen. Einziger Kritikpunkt an der von einem starken Gestaltungswillen geprägten Architektur ist, dass das Parkett statt auf dem Boden an der Decke des Gastraums angebracht wurde.
Die Preise sind etwas höher als in den Nachbarbauden. Die Bedienung ist dafür freundlich und das Publikum angenehm. Hier gibt es Eltern, die in Anwesenheit ihrer Kinder schon am frühen Nachmittag das im Haus selbst gebraute Bier trinken; In Prenzlauer Berg würde da wahrscheinlich das Jugendamt eingeschaltet werden. Hier laufen hingegen freundliche Hunde im Gastraum herum, ohne dass sich jemand daran stört. Draußen haben sich Kinder eine Schanze gebaut, über die sie mit ihren Schlitten rodeln.
Die Skipiste: Ein Kinderparadies. Wegen des fehlenden Schnees kann der Lift nicht betrieben werden. Die Kinder stört das nicht, denn zum Rodeln reicht der Schnee.

19 Februar 2014

Im Nebel zur Wiesenbaude

Nach dem schönen Wetter Gestern und vor allem Vorgestern herrscht heute Nebel. Allerdings: So oft es im Riesengebirge Nebel gibt - so abwechslungsreich ist dieser meist. Mitunter tun sich vollkommen überraschend Lücken auf - und geben den Blick auf die einmalige Landschaft frei.
Ich gehe heute mit weiteren fünf Leuten zur Wiesenbaude. Der Nebel ist heute so stark, dass wir das riesige Gebäude erst schemenhaft erkennen, als wir 50 Meter daneben stehen.
In der höchsten, ältesten, größten und einzigen (wodurch sich die anderen Attribute streng genommen von selbst ergeben) Baude im Nationalpark werden wir mit kulinarischen Genüssen verwöhnt. Es gibt eine Kartoffelsuppe, die wir fast alle nehmen. Danach gönnen wir uns diverse Süßspeisen.
Vom Genuss des hier oben selbst gebrauten Biers - die Eigenwerbung bringt ein weiteres Superlativ ins Spiel: das der höchsten Brauerei Europas - sehen wir angesichts des zehn Kilometer langen Rückwegs ab.
Wir fragen uns allerdings, wer die blumigen Texte geschrieben hat, die die einzelnen Sorten erklären. Die Leute hier oben gehören offenbar einem besonderen Menschenschlag an.

Pistenbrot und Spiele

Gestern haben in Sotschi die Tschechen die Slowakei im olympischen Eishockeyturnier geschlagen. Unser Wirt Petr hat den Sieg ausgiebig gefeiert und ist heute morgen dennoch schlecht drauf. Eine slowakische Firma hat vor zwei Jahren das Skigebiet von Spindleruv Mlyn gekauft. Schon kurz nach dem gestrigen Spiel hatte, so erzählt mir Petr heute, der Bruder des neuen Chefs ihm mitgeteilt, dass ab sofort der Gepäcktransport zur Baude trotz fester Absprachen nicht mehr über die frisch präparierten Pisten erfolgen dürfe.
Die Konsequenz wäre, dass wir am Sonnabend unser Gepäck nicht wie gewohnt mit der Pistenraupe ins Tal befördern könnten. Petr versucht schon den ganzen Morgen, den Chef des Skigebiets selbst zu erreichen - vergeblich. Ich denke mir insgeheim, dass es vielleicht ganz gut ist, das Gespräch später zu führen, denn die Stimmung scheint mir gerade doch sehr erregt zu sein.
Ohne funktionierende Vesorgungswege ist die Bewirtschaftung der Bergbauden im Riesengebirge unmöglich. Ein Eishockeyspiel scheint diese nun zu gefährden. Kein Wunder, dass Petr verzweifelt nach einer Lösung sucht, Brot und Spiele wieder in Einklang zu bringen.