Am letzten Tag in Rom treffen wir noch einmal auf Hinterlassenschaften unseres Freundes Diokletian, den wir in Split kennengelernt haben: Gegenüber der Piazza della Repubblica befinden sich die gewaltigen Ruinen seiner Thermen. Nicht weit davon entfernt werden an einem Stand Andenken an einen anderen großen Führer feilgeboten. Allerdings wissen wir nicht, wem wir so ein Mussolini-Handtuch schenken sollten und verzichten daher auf dieses Souvenir...
Der Abschied fällt uns nicht nur wegen des Duce leicht. Laut Statistik sollen in diesem Jahr erstmals mehr Touristen in Berlin als in Rom übernachtet haben. Allerdings hatten wir den umgekehrten Eindruck. Überraschend angenehm empfanden wir nur den relativ entspannten Individualverkehr in der Innenstadt. Selbst große Straßen lassen sich einigermaßen gefahrlos auch ohne Ampel überqueren. Größer ist da schon die Gefahr, auf dem Fußweg von einem Touri-Rollkoffer gerammt zu werden...
Also packten wir heute selbst unsere Koffer, verließen das sehr angenehme kleine
Hotel Astoria Garden und begaben uns zum Busbahnhof am Bahnhof Tiburtina. Der Bahnhhof ist riesig - wirkt größer als der Hauptbahnhof in Berlin. vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass man es hier geschafft hat, das 300 m lange Dach tatsächlich fertig zu bauen - was in Berlin ja bekanntlich nicht gelungen ist.
Die "Biglietteria C", wo es Bustickets nach L´Aquila geben sollte, war nicht ganz einfach zu finden. Der Busbahnhof befindet sich an der südwestlichen Ecke des riesigen gläsernen Bahnhofsgebäudes, von diesem durch eine aufgestelzte Autobahnzufahrt getrennt. Mit etwas Glück gelang es uns, genau rechtzeitig zur Abfahrt eines Busses um 13:20 Uhr zwei Fahrscheine für je elf Euro zu kaufen. Für die knapp 100 Kilometer lange Strecke ist das ein sehr fairer Preis, denken wir.
Heute beginnt der organisierte Teil unseres kleinen Europa-Abenteuerurlaubs: Mit dem kleinen Veranstalter
Born & Hennig-Wanderreisen wandern wir durch die Abruzzen. Das heißt: Das Wandern müssen wir selbst besorgen - Gepäcktransport und Übernachtungen werden vom Veranstalter organisiert.
Die Fahrt geht zunächst durch die Auenbezirke von Rom. Sie sind nicht so touristisch, wirken chaotisch und ärmlicher. Aber dafür brodelt hier das normale Leben. Etwas weiter draußen sehen wir zwischen Stadtautobahntrassen einige Zelte. Es stimmt also offenbar: In Europa entstehen derzeit wieder Slums. Aus Madrid und Athen wird ähnliches gemeldet.
Der Bus fährt auf der Autobahn zunächst durch Latium und dann in die
Abruzzen. Es geht stetig bergauf, die Bebauung nimmt ab und die Berge
werden höher. Es geht vorbei an Schluchten und an zahlreichen Dörfern,
die meist auf Hügeln gelegen sind. Dann tauch plötzlich nach knapp
anderthalb Stunden Fahrt eine vergleichsweise große Stadt auf: L´Aquila -
Ausgangspunkt unserer Wanderung.Punkt 15:00 Uhr stehen wir in unserem Hotelzimmer.
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| Unser Hotelzimmer in L´Aquila |