
Die alte Hajenka musste diesem Neubau weichen
Über das traurige Schicksal der Petrova Bouda, eine der traditionsreichen Bauden im Riesengebirge ist hier bereits berichtet worden: Im Herbst war sie abgebrannt – Brandstiftung. Investorenpläne sahen ein größeres Haus vor, dem die denkmalgeschützte alte Baude im Weg stand.
Der aktuelle Stand in diesem Fall ist der, dass die Versicherung nicht zahlt und Neubaupläne vorerst nicht verwirklicht werden können. Vorerst erinnern nur noch die Fundamente der alten Petrova daran, dass hier ein Stück Geschichte des Riesengebirges zu Ende gegangen ist.
An anderen Stellen rund um Spindleruv Mlyn vollzieht sich ein Strukturwandel geräuschloser: Alte traditionsreiche Häuser werden durch neue Luxusdomizile ersetzt. Das Geld dringt in höhere Regionen vor und erklimmt die Berge: Im vergangenen Sommer wurde die alte Hajenka-Baude, knapp außerhalb der geschützten Zone des Nationalparks gelegen, an den italienischen Fußballtorhüter und Weltmeister von 2006, Gianluigi Buffon, und seine Frau Alena Šeredová, ein tschechisches Model, verkauft. Als Kaufpreis werden 12 Millionen Kronen (ca. 500.000 Euro) genannt. Die beiden ließen das alte Holzgebäude umgehend abreißen und errichten derzeit ein größeres Haus, das sich im Stil zwar alten Vorbildern annähert, aber zum Teil aus Stein besteht.
Die Friesovy Boudy wurde ebenfalls komplett umgestaltet. Sie bleibt Hotel, bietet aber heute deutlich mehr Luxus. Unterhalb der Baude befindet sich derzeit eine Baustelle mit einem großen Kran. Da Neubauten im Nationalpark nicht zulässig, sondern nur Restaurationen erlaubt sind, mussten die Investoren in diesem Fall trickreich vorgehen. Zunächst wurden die unteren Etagen unter dem vorhandenen alten Dach angeblich komplett neu gebaut. Danach wurde das alte Dach abgerissen und durch ein neues ersetzt. Äußerlich hat sich die Baude kaum verändert, wobei sie auch vorher schon ein recht klobiges Gebilde war.





