24 Februar 2012

Das Geld erklimmt die Berge


Die alte Hajenka musste diesem Neubau weichen

Über das traurige Schicksal der Petrova Bouda, eine der traditionsreichen Bauden im Riesengebirge ist hier bereits berichtet worden: Im Herbst war sie abgebrannt – Brandstiftung. Investorenpläne sahen ein größeres Haus vor, dem die denkmalgeschützte alte Baude im Weg stand.
Der aktuelle Stand in diesem Fall ist der, dass die Versicherung nicht zahlt und Neubaupläne vorerst nicht verwirklicht werden können. Vorerst erinnern nur noch die Fundamente der alten Petrova daran, dass hier ein Stück Geschichte des Riesengebirges zu Ende gegangen ist.
An anderen Stellen rund um Spindleruv Mlyn vollzieht sich ein Strukturwandel geräuschloser: Alte traditionsreiche Häuser werden durch neue Luxusdomizile ersetzt. Das Geld dringt in höhere Regionen vor und erklimmt die Berge: Im vergangenen Sommer wurde die alte Hajenka-Baude, knapp außerhalb der geschützten Zone des Nationalparks gelegen, an den italienischen Fußballtorhüter und Weltmeister von 2006, Gianluigi Buffon, und seine Frau Alena Šeredová, ein tschechisches Model, verkauft. Als Kaufpreis werden 12 Millionen Kronen (ca. 500.000 Euro) genannt. Die beiden ließen das alte Holzgebäude umgehend abreißen und errichten derzeit ein größeres Haus, das sich im Stil zwar alten Vorbildern annähert, aber zum Teil aus Stein besteht.
Die Friesovy Boudy wurde ebenfalls komplett umgestaltet. Sie bleibt Hotel, bietet aber heute deutlich mehr Luxus. Unterhalb der Baude befindet sich derzeit eine Baustelle mit einem großen Kran. Da Neubauten im Nationalpark nicht zulässig, sondern nur Restaurationen erlaubt sind, mussten die Investoren in diesem Fall trickreich vorgehen. Zunächst wurden die unteren Etagen unter dem vorhandenen alten Dach angeblich komplett neu gebaut. Danach wurde das alte Dach abgerissen und durch ein neues ersetzt. Äußerlich hat sich die Baude kaum verändert, wobei sie auch vorher schon ein recht klobiges Gebilde war.

23 Februar 2012

Wärmeeinbruch


Über Nacht ist es warm geworden im Riesengebirge. Auf den noch kalten Boden fällt Regen und überzieht alles mit einer Eisschicht. Nur auf den Nadelbäumen sieht das schön aus. Ansonsten geht eigentlich nur Skating, denn der für die klassische Technik nötige Abdruck ist ohne die Verwendung von Klister heute nicht möglich.
Wir beginnen den Tag mit dem beliebten Biathlon ums Haus herum. Doch schon nach einer halben Stunde sind wir nass.
Zunächst versuchen wir, in höhere Lagen zu gehen. Vielleicht fällt dort der Regen als Schnee nieder. Dann treffe ich auf dem Weg zur Chalupa Na Roczesti einen Tschechen, der gerade von Spindleruv Mlyn heraufgekommen ist. Er berichtet, dass es einige Kilometer weiter unten besser ist. Dort ist der Schnee zwar weicher, aber nicht so vereist. Erst überlegen wir, umzukehren und es in tieferen Gefilden zu versuchen. Aber dann sind die Meisten doch so nass, dass sie in der Baude, an der sie ohnehin vorbei müssen, zu bleiben.

Morgen soll es keine Änderung geben. Eventuell wird es sogar noch wärmer. Für Sonnabend sind wieder tiefere Temperaturen und eine
geringere Niederschlagswahrscheinlichkeit vorausgesagt, so dass sich die Bedingungen in der nächsten Woche eventuell wieder verbessern.

Aktuelle Wetterlage in Spindleruv Mlyn


22 Februar 2012

Nachtwanderung zur Nova Klinovka

Es ist neblig und es ist dunkel. Aber es ist der Abend der traditionellen Nachtwanderung zur Nova Klinovka. Die Stirnlampen erleuchten nur den unmittelbaren Nahbereich. Bei den Abfahrten sind sie hilfreich. Aber sonst läuft es sich ohne Lampe besser, da die Augen mit dem schwachen Restlicht einen größeren Bereich - wenn auch schemenhaft - wahrnehmen können. Dabei entsteht der komische Effekt, dass man glaubt, hinter einem wäre eine Lichtquelle. Aber die Nacht ist mondlos.
Spät erst wird der helle Scheinwerfer der Baude sichtbar. Ein gemütlicher Abend beginnt.