Morgens scheint schon die Sonne in unser Fünfer-Zimmer im Hotel Hintermoos. Es ist wieder schönes Wetter. Über Nacht hat es kaum Frost gegeben, der Schnee ist daher schon morgens weich. Die Wiesen unten im Tal sind fast schon sommerlich grün. Im Hintergrund bildet der seit gestern eingeschneite Hochkönig einen seltsamen Kontrast. Die Pistenpräparierung stößt unterdessen an ihre Grenzen. Wo die Pistenraupen nichts mehr ausrichten können, weil einfach zu wenig Schnee da ist, versuchen Männer mit Schaufeln Engstellen auszubessern. An manchen Stellen sind die Abfahrten nur noch zwei Meter breit.
Meine Anfängergruppe habe ich geteilt. Die beiden Chinesinnen werden vormittags unterrichtet. Sie haben immer noch etwas zu wenig Körperspannung und plautzen mitunter ohne erkennbaren Grund einfach hin. Aber im Laufe des Vormittags machen sie trotz der schwierigen Bedingungen heute Fortschritte im Pflugfahren. Ich musste auf diesen altmodischen Lehrweg zurückgreifen – und er funktioniert zum Glück. Nachmittags sind die etwas stärkeren anderen vier Teilnehmer dran.
Wir fahren zum Aberg, weil die Anfängerpiste in Hintermoos schon keinen Schnee mehr hat. Unten im Intersport, wo wir unser Material ausgeliehen haben, werde ich Zeuge eines Skandals: Im Rahmen einer Werbeaktion kann dort entgeltfrei eine Gopro-Kamera ausgeliehen werden, sofern man Inhaber einer Hochzeiger-Karte ist. Viele Teilnehmer unserer Fahrt haben sich daraufhin eine solche entgeltfreie Karte besorgt. Doch als heute morgen jemand die Kamera ausleihen möchte, stellt sich heraus, dass sie keine Speicherkarte hat. Also ist sie nahezu nutzlos.
Egal. Wir genießen den schönen Tag in den Bergen - auch wenn es hinterher niemand auf Video ansehen kann/muss.
Webcams in Zielorten des Uni-Schneesport Berlin e.V.
17 März 2014
16 März 2014
Pfüati
Das schöne Wetter der vergangenen
Woche ist endgültig Geschichte. Der gestrige Sturm ist über Nacht
dem Regen gewichen. Morgens fahre ich die Teilnehmerin zum Bahnhof in
Saalfelden, deren Mutter gestorben ist. Es ist eine traurige Fahrt
durch trübes Wetter.
Anschließend Frühstück im angenehmen
Ambiente des Hotel Hintermoos. Dann beginnen die Skikurse. Ich habe
diese Woche wieder eine Anfängergruppe – sechs Leute, drei Männer,
drei Frauen, darunter zwei Chinesinnen.
Nora hat es schlimmer erwischt. Sie
unterrichtet die leicht Fortgeschrittenen. Im Kurs ist eine Frau
mittleren Alters, die schon seit der Vorbesprechung durch Fragen,
Bedenken, Ängste auffällt. Gestern Abend hatte sie mich nach
Voltaren gefragt. Ich war etwas verwundert, denn wegen des Sturms
waren alle Lifte geschlossen und Skifahren unmöglich. Wobei hätte
sie sich verletzt haben sollen? Es stellte sich heraus, dass sie das
Zeug prophylaktisch haben wollte – für den Fall, dass ihr irgendwas weh tut.
Heute erzählte die Teilnehmerin unserer Skilehrerin Nora bei der ersten
Liftfahrt, dass sie morgens vergessen hätte, ein zweites Paar Socken
anzuziehen. Nun würden ihre Füße schon vor der ersten Abfahrt
schrecklich in den Schuhen schlackern. Das Gespräch endete damit,
dass die Frau in Tränen ausbrach. Später fuhr sie dann aber trotz
der fehlenden Socken recht souverän die nassen Pisten herunter.
Als mir Nora die Geschichte erzählte,
fragte ich mich, ob diese Frau wohl den Schmerz der Teilnehmerin
nachvollziehen kann, deren Mutter gerade gestorben war?
Mit meinen Anfängern gehe ich an den
Pistenauslauf der Abergbahn. Wir üben im angstfreien Gelände erste
Abfahrten. Ich zeige den Leuten, wie mit dem Schneepflug gebremst
wird, lasse sie aber ansonsten gleich auf der Kante erste Kurven
fahren. Der Ritt über die Falllinie ist wegen des weichen Schnees
relativ einfach und vier von den Leuten fahren schon recht schnell
erste Kurven im Parallelschwung.
Eine der Chinesinnen tut sich
allerdings schwer. Schon das Hochgrätschen bereitet ihr
Schwierigkeiten und bei der Abfahrt pfeift sie regelmäßig ziemlich
ab.
Kurz vor der Mittagspause fahren wir
mit der Abergbahn hoch. Mit den drei Jungs mache ich eine erste
längere Abfahrt. Die Frauen gehen in die Pause. Auf der Hütte
freunden sich die Chinesinnen sogleich mit einer Gruppe älterer
Österreicher an. Sie lernen, was Pfüati heißt – und die
Österreicher verabschieden sich anschließend von ihnen auf
Chinesisch. Auf dem Tisch bleiben mehrere leere Schnapsgläser zurück...
15 März 2014
Transfer nach Maria Alm
Heute früh brechen wir lange vor Sonnenaufgang in Ritzenried auf. Der Abschied vom Pitztal fällt mir schwer, denn wir hatten zwei gute Wochen hier. Die Gruppe wird heute noch einen schönen Skitag hier verbringen, doch ein Teil des Teams muss schon früh abreisen. Jana fährt mit mir im Kleinbus mit nach Innsbruck, wo sie am Hauptbahnhof aussteigen will. Ich mag diesen Bahnhof nicht, denn fast jedes Mal verfahre ich mich in der Stadt und außerdem gibt es am Bahnhof keine vernünftige Haltemöglichkeit. Aussteigen geht nur an einem Busbahnhof, auf dem jedes Halten eigentlich illegal ist.
Wir sind zu dritt im Auto, Jana, Rocco und ich. Rocco fährt mit bis nach Saalfelden. Auf ihn wartet eine weitere Fahrt: Er macht neben seinem Snowboard- nun auch noch einen Skiausbilder-Schein. Wir tanken unten in Imst und fahren dann auf die Autobahn. Vor Innsbruck geht die Sonne wunderschön auf. Doch dann geht es in die Stadt und niemand kennt den Weg - auch Jana nicht, die am Bahnhof aussteigen möchte. Ich hatte mir nur die Route nach Maria Alm vorher zurechtgelegt, meinem Tagesziel. Die ganzen Abstecher zu den Ausstiegsorten hätten doch eigentlich die Ausstiegswilligen kennen müssen, war meine Meinung...
Prompt verfahren wir uns wieder, d,h, ich nehme die Ausfahrt in Richtung Zentrum, statt noch etwas länger auf der Autobahn zu bleiben. Trotzdem finde ich den Bahnhof bald, denn man sieht die Oberleitungen der Gleise und kann ihnen folgen. Schwieriger ist es anschließend, durch ein Gewirr von Einbahnstraßen den Weg zurück auf die Autobahn zu finden.
Doch es gelingt und wir sind nach insgesamt einer halben Stunde wieder auf der Autobahn. In Saalfelden ist der Bahnhof einfacher zu finden. Obwohl er winzig klein ist, gibt es hier jedoch einen wirklichen Obdachlosen. Er hält sich seit Jahren an dieser Station auf und sieht heute ganz schlecht aus. Die Szene am Bahnhof bildet einen starken Kontrast zur heilen Welt der Skigebiete.
Ich verabschiede mich von Rocco und dann bin ich für einige Kilometer allein.An die Gruppe erinnern mich einige Kisten Leergut im Auto, die ich im MPreis vor Maria Alm gegen eine volle Kiste Stiegl eintausche. Als ich anschließend das Hotel in Hintermoos erreiche, steht dort schon der Reisebus mit der neuen Gruppe.
Wir sind zu dritt im Auto, Jana, Rocco und ich. Rocco fährt mit bis nach Saalfelden. Auf ihn wartet eine weitere Fahrt: Er macht neben seinem Snowboard- nun auch noch einen Skiausbilder-Schein. Wir tanken unten in Imst und fahren dann auf die Autobahn. Vor Innsbruck geht die Sonne wunderschön auf. Doch dann geht es in die Stadt und niemand kennt den Weg - auch Jana nicht, die am Bahnhof aussteigen möchte. Ich hatte mir nur die Route nach Maria Alm vorher zurechtgelegt, meinem Tagesziel. Die ganzen Abstecher zu den Ausstiegsorten hätten doch eigentlich die Ausstiegswilligen kennen müssen, war meine Meinung...
Prompt verfahren wir uns wieder, d,h, ich nehme die Ausfahrt in Richtung Zentrum, statt noch etwas länger auf der Autobahn zu bleiben. Trotzdem finde ich den Bahnhof bald, denn man sieht die Oberleitungen der Gleise und kann ihnen folgen. Schwieriger ist es anschließend, durch ein Gewirr von Einbahnstraßen den Weg zurück auf die Autobahn zu finden.
Doch es gelingt und wir sind nach insgesamt einer halben Stunde wieder auf der Autobahn. In Saalfelden ist der Bahnhof einfacher zu finden. Obwohl er winzig klein ist, gibt es hier jedoch einen wirklichen Obdachlosen. Er hält sich seit Jahren an dieser Station auf und sieht heute ganz schlecht aus. Die Szene am Bahnhof bildet einen starken Kontrast zur heilen Welt der Skigebiete.
Ich verabschiede mich von Rocco und dann bin ich für einige Kilometer allein.An die Gruppe erinnern mich einige Kisten Leergut im Auto, die ich im MPreis vor Maria Alm gegen eine volle Kiste Stiegl eintausche. Als ich anschließend das Hotel in Hintermoos erreiche, steht dort schon der Reisebus mit der neuen Gruppe.
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