Es ist ein heißer Abschied von Jerzens. Nach zwei Wochen verringen wir unseren letzten Skitag am Hochzeiger. Es ist ein sehr warmer Tag und einige Leute aus der Gruppe wollen unbedingt in Unterwäsche auf die Piste. Sie ziehen sich in der Open-Air-Lounge des Hochzeigerhauses aus, springen zur Verwunderung des Liftpersonals in die Panorama-Doppelsesselbahn und fahren zum Sechszeiger hinauf. Dort gibt es ein Gruppenfoto mit Pitzi, der ebenso leicht bekleidet jedem Wetter auf dem Gipfel trotzt. Anschließende Fahrt ins Tal, an der Terasse des ZeigerRestaurants vorbei, auf der sich die Schaulustigen drängen.
Einziges Problem bei der Aktion: Wo bewahrt ein Nackedei den Skipass auf? Unterhosen mit Eingriff wären eine Lösung für die Herren - aber eine ästhetische Sünde für alle Beteiligten.
So behelfen sich die Nudisten damit, die teuren Karten im Handschuh zu verstecken - oder sie klettern einfach über die Drehkreuze. Das Liftpersonal war zu sehr überwältigt, um einzuschreiten.
Webcams in Zielorten des Uni-Schneesport Berlin e.V.
14 März 2014
10 März 2014
Freude und Schmerz
Es ist der dritte sehr warme Tag in
Folge. Am Nachmittag liegen unsere Jungs mit freiem Oberkörper in
den Sofas vor dem Hochzeigerhaus und trinken ihr Bier.
Die Pisten sind allerdings immer noch
in erstaunlich gutem Zustand. Sie werden nachmittags perfekt
präpariert. Nachts ist es sternenklar und sehr kalt, so dass der
Schnee bis zur Mittagszeit meist recht hart bleibt. Außerdem sind
die Ferien in Bayern vorbei und am Hochzeiger ist viel weniger los
als noch letzte Woche. Auch deshalb bilden sich nachmittags nicht so
viele Buckel, wie sie für das Frühlingsskifahren sonst üblich
sind. Freie Pisten – perfekte Bedingungen zum Carven.
Dennoch scheint die Zahl der Unfälle
immer noch höher zu sein als in der letzten Woche. Heute Vormittag
landete wieder ein Rettungshubschrauber vor der Mittelstation und
nach der Mittagspause musste ich selbst einmal die Rettung
alarmieren, nachdem sich ein Franzose in der Nähe der Talstation von
der Panoramabahn am Schlüsselbein verletzt hatte. Er gehörte zu
einer Gruppe von Franzosen, die den Vorfall recht locker zu nehmen
schienen. Sie versammelten sich um ihren Freund oder Familienvater –
so genau konnte ich das nicht erkennen – der sich vor Schmerzen
nicht bewegen konnte, machten erst einmal Fotos und zündeten sich
Zigaretten an. Dann begannen sie, ihn auszuziehen – anstatt dafür
zu sorgen, dass er sich nicht noch unterkühlt. Unsere Skilehrerin
Laura kam hinzu und sorgte dafür, dass der arme Mann wenigstens eine
Unterlage unter den Kopf gelegt bekam. Ich baute unterdessen oberhalb
der Unfallstelle ein Warnkreuz aus Skiern auf. Darauf war bisher noch
niemand gekommen.
Als ich zurück kam, wirkte der
übergewichtige Mann lethargisch und benommen. Ich sagte einem seiner
Freunde, dass er mit ihm reden solle, damit er nicht das Bewusstsein
verlöre. Der Mann fragte seinen Freund daraufhin nach seinem Namen,
seinem Geburtsdatum und ob er verheiratet sei. Die Umstehenden
amüsierten sich königlich darüber, dass das Opfer die Fragen
wahrheitsgemäß beantworten konnte. Also schoben sie noch ein paar
Scherzfragen hinterher – so lange, bis auch der Verletzte lachen
konnte. Nach kurzer Zeit kam der Skidoo der Bergrettung. Er brauchte
zwei Anläufe, um im steilen Gelände an den Verunglückten
herankommen. Beim ersten Versuch rutschte der Retter mit seinem
schweren Gerät an der Unfallstelle vorbei. Er musste daraufhin den
ganzen Hang hinunter und dann wieder hinauffahren, bevor er endlich
zum Ziel gelangte. Nur einer der Franzosen sprach etwas deutsch. Der
Retter bat ihn, zu dolmetschen, um herauszufinden, was dem Mann genau
weh tat. Doch der „Dolmetscher“, der sich mittlerweile auch eine
Zigarette angezündet hatte, war irgendwie nicht bei der Sache. Es
war schwierig, vom Opfer zu erfahren, wo der Schmerz her kam.
Schließlich wurde es mit einem Akkia abtransportiert – was eine
Herkulesaufgabe für die Retter war, denn der Mann wog vermutlich
etwa 100 Kg, das Gelände war sehr steil und bei jeder Bewegung des
Oberkörpers hatte der Mann starke Schmerzen. Trauriges Ende eines
bis dahin lustigen Skitages...
06 März 2014
Klare Kante
Das angekündigte schöne Wetter lässt
leider noch auf sich warten. Die Hänge am Hochzeiger sind teilweise
noch in Nebel gehüllt. Aber der Schnee ist vormittags an vielen
Stellen wunderbar fluffig. Teilweise gibt es jedoch auch vom Wind
verfrachteten schweren Schnee, der unangenehm zu befahren ist.
Gegen Mittag wird es dann wärmer und
der Schnee schwerer. Ich bin mit Leon und Tim unterwegs. Wir fahren
in einen unpräparierten Hang zwischen zwei Pisten ein. Er sieht von
oben sehr schön aus und lässt sich auch gut fahren. Weiter unten
wird der Hang steiler. Hinter einer Geländekante sehen wir einen
Mann mit einem Kind. Sie haben die Ski abgeschnallt und klettern über
die Kante wieder nach oben zurück. Der Mann ruft uns zu: „Eine
Lawine, Achtung, da ist eine Lawine abgegangen.“ Wir fragen, ob
alles okay ist. Die beiden sind etwas aufgeregt, aber wohlauf. Sie
hatten kurz zuvor ein Schneebrett ausgelöst. Wir umfahren die Stelle
vorsichtig oberhalb. Von unten sehen wir dann die Abbruchkante. Sie
ist recht mächtig. An der Stelle hatte der Wind viel Schnee
angefrachtet. Dieser war nun abgerutscht. Dessen ungeachtet fuhren
weiter viele Leute in diesen Hang ein und schwingen bis direkt an die
Kante heran.
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