01 Februar 2014

Kein Profil?

Der erste Tag ist soweit gut gelaufen. Die organisatorischen Dinge sind weitgehend erledigt - Ski ausleihen, Skipässe holen, Essenszeiten und  Skigruppeneinteilung klären.
Wir sitzen abends gemütlich im Speisesaal, als mich eine Teilnehmerin anspricht: Ob ich mir einmal die Reifen von dem kleinen Bus angesehen hätte. In der Frage klingt schon ein Vorwurf mit. "Nein," muss ich zugeben, "die Reifen habe ich mir nicht angeschaut. Warum?" Sie behauptet, der Bus hätte abgefahrene Reifen. Auch andere Teilnehmer hätten das gesehen. Ob man die für die Rückfahrt nicht wechseln könne.
Dietmar, der jahrzehntelange Erfahrung im Schrauben hat, und ich greifen uns unsere Taschenlampen und gehen die zweihundert Meter bis zu dem dunklen Parkplatz. Wir kontrollieren vier Reifen - sie haben alle mindestens fünf Millimeter Profiltiefe und genügen damit den Vorschriften.
Was denken sich eigentlich manche Leute? Sie haben keine Ahnung von einem Sachverhalt, posaunen aber meinungsstark vermeintliche Mißstände in die Welt hinaus und bereiten Anderen damit eine schlechte Zeit.
Ich schildere der Teilnehmerin sehr ruhig unsere Beobachtung, zeige die Fotos und sage ihr, dass kein Grund zur Sorge besteht. Meine Hoffnung ist, dass das Thema damit aus der Welt ist.
Ich sollte mich täuschen...

Fahrt nach Meransen

Gestern Abend sind wir nach Meransen aufgebrochen: 70 Personen, verteilt auf zwei Reisebusse. Die Abfahrt war nahezu pünktlich. Eine Minute nach 23:00 Uhr fährt unser Bus los.
Um 0:40 Uhr machen wir eine zwanzigminütige Pause und einen Fahrerwechsel in Köckern. Um 3:15 Uhr passieren wir Bayreuth, von 3:35 Uhr bis 3:55 Uhr machen wir eine Pause in Pegnitz. Es folgen weitere Pausen in Holledau (5:30 - 6:05 Uhr) und etwa 60 Kilometer vor Innsbruck (7:45 Uhr). Um 8:50 Uhr verlassen wir die Autobahn bei Brixen. Gegen 9:30 Uhr erreichen wir Meransen.

31 Januar 2014

Déjà Vu

Packen für Meransen: Für mich ist das kein großes Thema mehr, seit ich präzise Packlisten für jede der Skireisen des TU-Hochschulsports angefertigt habe. Meine Skisachen haben einen festen Platz in der Wohnung; Nur muss ich zum Beginn der Saison Manches aus den hinteren Ecken hervorkramen, in die es während des Sommers geräumt wurde.
Über diese schöne Ordnung legt sich heute ein kleiner Schatten, denn ich finde zwischen meinen Skisachen eine Tüte mit fremden Bergschuhen. es sind die Schuhe, die ein Jugendlicher letztes Jahr im Bus vergessen hat und die er eigentlich längst hätte abholen wollen.
Einer der Bergschuhe
Ich rufe den Jungen an: "Sag mal, weißt Du schon, welche Schuhe Du auf der Fahrt anziehen wirst", frage ich. Er wundert sich kein bisschen, dass der Reiseleiter seine Teilnehmer am Abfahrtstag nach solchen Dingen fragt und antwortet arglos: "Ja, so Halbschuhe dachte ich." Es klingelt kein bisschen bei ihm, denke ich und setze nach: "Naja, es soll ziemlich geschneit haben. Meinst Du, Halbschuhe reichen da? Hast Du nicht eventuell etwas höhere Bergschuhe?" Er überlegt kurz und antwortet - immer noch vollkommen ahnungslos: "Ja, müsste ich eigentlich haben."
Erst als ich ihn direkt frage, ob es eventuell sein könne, dass diese Bergschuhe gerade genau vor mir lägen, dämmert es ihm und plötzlich ist ihm die Sache sehr peinlich.
Wir verabreden, dass ich die Tüte mit zum Bus bringe - damit er endlich sein Déjà Vu hat.