21 August 2013

Urlaub selbstgebastelt




Die alte "Marko Polo" - selbst gebastelt

Ach, der Sommer! Irgendwie steht ja immer die Planung eines Urlaubs an. Einfach so losfahren ist ja nicht. Dieses Jahr war es besonders schlimm: Birgit wollte nach Afrika, nach Nepal, in die Türkei zum Trekken. Ich wollte eigentlich nicht weit weg aus Europa.
Dann saßen wir irgendwann im Frühsommer bei einer Feier gemeinsam am Tisch mit Leuten, die Afrika-Reisen organisieren. Hörte sich alles wunderbar an. Aber der Kilimanjaro ist ein reines Massenevent und Tansania überhaupt sehr teuer...
In der Türkei, die wunderschöne Berge hat, stritt man sich über zwei Stadtplätze in Istanbul. Das hätten wir auch in Stuttgart haben können - ohne Tote.
Und dann hatte ich auch keinen Bock auf organisierte Wandertouren mit zig Leuten, alle mit ihren Sperenzien.
"Dann such doch selbst was aus!", war Birgits Antwort auf meine Meckereien und den ständigen Weltekel.
Also haben wir uns einen kleinen Europa-Abenteurer-Urlaub selbst gebastelt aus den Bausteinen, die das Internet so zur Verfügung stellt. Und so sieht er aus:
Tag 1: Flug nach Split in Kroatien mit EasyJet und Einchecken in eine Ferienwohnung in der Stadt.
Tage 1-3: Split - Altstadt, Strände erkunden
Tag 4: Wiedersehen mit einer alten Bekannten aus Kindheitstagen: Die ehemalige "Peter Wessel", Norwegen-Fähre der Rederei Larvik-Frederikshavnferjen mit Baujahr 1973, jetzige "Marko Polo" von Jadrolinija, bringt uns über die Adria nach Ancona. Anschließend geht es mit der Bahn nach Rom
Tage 5-7: Rom - Besichtigung kaputter Häuser von toten Menschen.
Tag 8: Besuch in Aquila, der vom Erdbeben 2009 weitgehend zerstörten Stadt in den Abruzzen - Besichtigung kaputter Häuser von meist noch lebenden Menschen.
Tage 8-14: Wanderung durch die Abruzzen, Italiens ältesten Nationalparks mit Braunbären, Wölfen und Wildkatzen, Bergen bis 2300 m- organisiert durch den wunderbaren kleinen Reiseveranstalter "Born & Hennig Wanderreisen", die uns die Unterkünfte organisieren und das Gepäck transportieren.
Tag 15: Transfer nach Ancona und Einchecken auf der "Marko Polo" - Rückfahrt nach Split.
Tag 16: Rückflug nach Berlin mit Germanwings - über Stuttgart, dortiger Besuch beim Aktionsbündnis gegen den Tiefbahnhof.

02 Juli 2013

Terroranschlag am Nanga Parbat

"Killer-Mountain" wird der Nanga Parbat auch genannt - weil dieser Name sich international wohl doch besser vermarkten lässt als die hierzulande oft bemühte Bezeichnung "Schicksalsberg der Deutschen".
Deutsche Staatsbürger waren indes wohl nicht betroffen vom jüngsten Schicksalsschlag, der die Bergsteigergemeinde erschütterte: "Blutbad am Todes-Berg nanga Parbat", und ähnlich lauteten die Schlagzeilen, nachdem am frühen Sonntag, den 23. Juni 2013 elf Menschen in einem Hotel in der Nähe des Basecamps erschossen worden waren.
Über die Nationalität und Anzahl der Opfer gab es indes unterschiedliche Angaben. Deutsche Medien sprachen zunächst meist von neun ermordeten Ukrainern, Chinesen sowie einem einheimischen Bergführer.
Die Webseite planetmountain.com zitierte am 23. Juni huffingtonpost.com mit folgenden Zahlen: 6 Ukrainer, 3 Chinesen und ein Pakistani (Summe: 10).
Später korrigierte sie sich folgendermaßen: zwei Slowaken, drei Ukrainer, drei Chinesen, ein Nepalese und ein Pakistani (Summe: 10). Möglicherweise konnten ungebildete pakistianische Offizielle Ukrainer nicht von Slowaken unterscheiden - und haben sie zusammen mit dem Nepalesen zunächst unter "Ukrainer" geführt.
Die differenziertesten Angaben stammen bisher von der Deutschen Welle: drei Ukrainer, zwei Chinesen, zwei Slowaken, ein US-Amerikaner chinesischer Herkunft, ein Litauer, ein Nepalese und ein Pakistaner (Summe: 11). Der einheimische Bergführer mutierte im Laufe der Berichterstatter zum Koch.
Berichtet wurde in der Folge in deutschen Medien (z.B. Die Welt: "Geschäft völlig zunichte") auch über katastrophale Auswirkungen auf den Tourismus in Pakistan. Allerdings reisten offenbar nicht alle Bergsteiger nach der Terrorattacke vom Nanga Parbat ab: Laut übereinstimmender Angaben von altitudepakistan.blogspot.it und planetmountain.com setzten ein rumänisches Team ihren Aufstieg von der Rupalseite her fort. Auch polnische und argentinische Kletterer lassen sich nicht schrecken. Insgesamt herrscht in der Bergsteigerszene mittlerweile laut altitudepakistan.blogspot.com folgende Risikoeinschätzung vor: Seit dem Anschlag auf das Cricket Team von Sri Lanka in 2009 war dies die erste Attacke auf eine Sportmannschaft in Pakistan. Die meisten Expedtionen finden also wie geplant statt: "Karakoram Climbs Go On".
Zur Beruhigung trägt möglicherweise auch die wundersame Identifizierung von 16 "Terroristen" bei. Nachdem zunächst über 30 Personen - offenbar weitgehend willkürlich  - festgenommen (und später wieder frei gelassen) worden waren, berichten altitudepakistan.blogspot.it und die pakistanische "Tribune", dass nun 16 Terroristen zweifelsfrei identifiziert worden seien. Einer sei laut Tribune (Ausgabe vom 1. Juli) mittlerweile festgenommen worden. Der Bruder des Verhafteten spreche indes von einem Irrtum, der sich bald aufklären werde. Sprecher der örtlichen Jirgas, die mit den Behörden zusammen arbeiten, kündigten an, dass sich die Verdächtigen demnächst freiwillig stellen würden: "damit deren Unschuld bewiesen werden könne", so heißt es laut "Tribune". Bei den 16 handele es sich um Personen, die in den letzen Jahren in dem Gebiet irgendwie straffällig geworden seien. Wie unsicher die Nachrichtenlage ist, wird jedoch schon an den unterschiedlichen Angaben für das Datum des Anschlags deutlich. Genannt werden der 21. Juni (Tribune), der 22. Juni (Die Welt u.a.) und der 23. Juni (planetmontain u.a.). Kein Wunder, dass die Terroristen viel Zeit hatten, in dem einsamen Gelände unerkannt zu entkommen...

20 Juni 2013

Flüge buchen

Die Urlaubszeit naht, ein Plan steht und langsam möchte ich meine Flüge buchen. Es soll in etwa zwei Monaten mit zwei Erwachsenen von Berlin nach Split in Kroatien gehen.

Dies sind meine Erfahrung mit Buchungsportalen:

Ich gebe einfach "Flüge" bei Google ein und lande bei fluege.de. Der günstigste Flug soll pro Person 178 Euro kosten. Nahezu Perfekt - nur der Zwischenstopp auf dem Rückflug ist etwas umständlich (3 Stunden Aufenthalt in Stuttgart), aber verkraftbar.
Beim weiteren Durchklicken werden mir "Zusatzleistungen" empfohlen. Ich lasse mich von einer Umbuchungsversicherung überzeugen. Für zwei Personen kostet die 30 Euro. Später erfahre ich, dass sie nur vor Stornogebühren der Fluggesellschaft schützt, nicht aber vor Forderungen des Buchungsportals, die "mindestens 50 Euro" pro Umbuchung betragen. Um mich dagegen abzusichern, soll ich ein weiteres Servicepaket für 10 Euro kaufen. Trotzig klicke ich auf "nein". Eine Warnung in der Alarmfarbe rot klickt auf: "nicht empfohlen!" Ich fühle mich verunsichert, lasse mich aber nicht beirren.
Bei der Zahlung habe ich die Wahl zwischen diversen Kreditkarten und einer Lastschrift. Die Kreditkartenzahlung ist voreingestellt - kostet aber etwa zwölf Euro extra. Die Lastschrift ist entgeltfrei.
Dann bin ich endlich durch und will die Buchung bestätigen. Das Portal röddelt meine Daten durch. Ein dicker Mann grinst mir von der Homepage entgegen. Dann die Ernüchterung: Die Flüge sind ausgebucht!
Mir wird eine Alternative angeboten: Zum nahezu gleichen Preis (sogar etwas billiger, dafür habe ich auf dem ja unveränderten Hinflug nun nicht mehr die Möglichkeit ein Gepäckstück zu buchen) gibt es einen Rückflug mit einer weiteren Stunde Aufenthalt in Stuttgart. Dadurch verlängert sich die Reisedauer auf über sechs Stunden!
Da der Preis trotzdem okay ist und ich meine Daten nun einmal alle schon eingegeben habe, drücke ich auf buchen. Wieder dauert es einige Sekunden. Dann erneut die Meldung: "Leider ausgebucht".
Mir wird erneut eine Alternative angeboten, doch mir reicht es jetzt. Ich verlasse dieses Portal ohne Buchung.

Das nächste Portal, das ich teste heisst billigfluege.de. Auch dort wird mir nur ein Rückflug mit über vier Stunden Zwischenaufenthalt in Stuttgart angeboten. Das muss doch bequemer gehen!

Also versuche ich es direkt bei Germanwings, einer Fluggesellschaft, mit der ich bisher eigentlich immer sehr zufrieden war. Und zu recht: Es gibt verfügbare Flüge zum gewünschten Zeitraum. Allerdings wieder nur mit Zwischenstopp und drei Stunden Aufenthalt in Stuttgart. Der Preis: satte 350 Euro pro Person - das ist mir zu teuer!

Ich wechsele zu Opodo. Die Eingabemaske ist bequem, das Portal strahlt eine gewisse Seriosität aus. Schön. Doch dann gibt es plötzlich Serverprobleme bei der Auswahl eines Fluges. "Mit Bedauern", wird mir mitgeteilt, dass der Service gegenwärtig leider nicht zur Verfügung steht.

Zum Glück gibt es Google. Die Suchmaschine lotst mich auf ein Portal namens swoodoo.com. Es bietet Preisvergleiche zwischen anderen Portalen an. Meine Anfrage beantwortet es mit Links zu drei Anbietern, darunter Opodo. Ich wähle diese Möglichkeit. Wunderbarerweise funktioniert Opodo jetzt. Und ich kann recht bequem ohne nervige Propaganda für "Zusatzleistungen" meine Flüge buchen. Es handelt sich dabei um die gleichen Flüge wie beim ersten fluege.de-Versuch und wie bei Germanwings - mit drei Stunden Aufenthalt in Stuttgart. Allerdings kosten sie inklusive aller Gebühren bei Opodo nur 243 Euro - und sind am Ende auch verfügbar!