Auf was für Ideen manche Menschen kommen! Heute erreichte mich die Anfrage einer Interessentin an den TU-Langlaufkursen. Da sie noch unschlüssig war, ob sie für eine Gruppenreise geeignet ist, bat sie mich um die Namen aller anderen Teilnehmer/innen. Diese wollte sie dann ergoogeln, um festzustellen, ob es sympathische Menschen sind.
Hier die Anfrage im Wortlaut (es war bereits die zweite Mail, nachdem ich einmal bereits die grobe Zusammensetzung und den Altersschnitt der Gruppe mitgeteilt hatte):
Danke für die Informationen.
Wäre es möglich, mit dem Einverständnis der Angemeldeten vielleicht deren Namen zu erhalten, um auf diese Weise ergooglen zu können, was die bis jetzt angemeldeten TeilnehmerInnen machen? (Manchmal können Gruppendynamiken ja verflixt sein... - Bekanntlich gibt es ja auch die tief verwurzelte Feindschaft zwischen der Verwaltung und den Lehrenden/ Wissenschaftlern an Hochschulen... Insofern ist TU-Beschäftigter nicht gleich TU-Beschäftigter.)
Die Woche kostet 699,- Euro. Dafür gibt es folgende Leistungen:
- An- und Abreise mit der Bahn (kann bei Eigenanreise erstattet werden), - 7 Übernachtungen in einer chilligen Hütte (für insg. 13 Personen) in Strengen, - Halbpension + Pistenbrote - 6-Tages Skipass für St. Anton - auf Wunsch wird ein Abendprogramm organisiert
- Snowboardunterricht bei erfahrenen Snowboardlehrern kann zusätzlich gebucht werden.
Dafür, dass der Arlberg eines der schönsten (und leider teuren) Skigebiete in Österreich ist, ist dies ein sehr gutes Angebot. Schade, dass gleichzeitig meine Langlaufkurse stattfinden... Rocco habe ich als Snowboardlehrer des TU-Sports kennengelernt. Mittlerweile hat er in Österreich Sport-, Kultur- und Veranstaltungsmanagement studiert und versucht nun, mit SurfingZEN-Camps sein Hobby zum Beruf zu machen. Viel Erfolg!
In diesem wenig beachteten Interview (346 Aufrufe bei Youtube) stellt der bereits im März 2009 tödlich verunglückte Freeski-Pionier Shane McConkey eine damalige Neuentwicklung aus der Freeride-Szene vor: den Rocker-Ski. So neu kann dieser also heute gar nicht mehr sein.
McConkey gilt als einer der Erfinder dieser nach oben aufgebogenen Ski, die ein leichteres Fahren im Tiefschnee - ohne Rückposition und Prellen - ermöglichen. Das Konstruktionsprinzip ist abgeleitet vom Surfen, auch bei Snowboards ist die "negative Vorspannung" länger bekannt. Interessant sind diese Ski in erster Linie für Athleten, die sich mit hoher Geschwindigkeit im Tiefschnee bewegen. Denn dabei sorgen sie für Auftrieb, der bisher nicht gekannte Manöver ermöglicht.
In abgeschwächter Form, als "Semi-Rocker", werden die "neuartigen" Ski nun auf den hart umkämpften Massenmarkt geworfen, der von starkem Preisdruck und einem weltweit noch stabilen Absatz von etwa 4,5 Millionen Paar Skiern geprägt ist (1,7 Mio. Snowboards). Zuletzt war die Carving-Welle abgeebbt, nachdem fast Jede/r damit ausgerüstet ist. Da die Deutschen sich nur etwa alle sechs bis acht Jahre neue Ski kaufen, ist der Markt gesättigt. Die Semi-Rocker sollen der Industrie nun aus der drohenden Krise helfen. Einen Zuwachs um zehn Prozent erhofft man sich bei Völkl - und hat dennoch nur 40 neue Mitarbeiter/innen eingestellt.
Doch die Semi-Rocker dürften Puristen erschaudern lassen, denn die neuartigen Bretter sind im Gegensatz zur Idee McConkeys nur an den Spitzen leicht aufgebogen. So sollen sie annehmbare Fahreigenschaften auf der Piste behalten, eine Voraussetzung, damit sich so ein Ski überhaupt verkauft. Insgesamt ist ein "schlampigeres" Fahren mit den neuen Skiiern möglich, das gibt selbst Atomic-Chef Schineis zu. Die Schwungeinleitung gelingt leichter. Die Ski verkanten nicht mehr so leicht. Allerdings laufen sie unruhiger und auf harten, eisigen Pisten sind sie schwerer beherrschbar.
Fast alle Hersteller haben mittlerweile Rocker im Programm. Bei Atomic liegt ihr Umsatz-Anteil im oberen Preissegment etwa bei einem Drittel. Der Verband Intersport beziffert den Anteil in Deutschland auf etwa 25 Prozent. Was ändert sich für die Skifans? Schon in der nächsten Saison sollen die Carver nach dem Willen der Industrie zum Auslaufmodell geworden sein; die meisten Skifahrer/innen werden dann mit den Rockern vermutlich genau so herumeiern wie bisher mit den Carving-Ski oder wie noch früher mit den wenig taillierten langen Latten. Anfänger/innen dürften es etwas leichter haben - auch wenn die Ski zukünftig wieder 5-10 Zentimeter länger sein werden. Vielleicht bewegen sich noch mehr Leute im Tiefschnee. Doch ob sie dort mehr Spaß haben werden?