10 Juni 2010

Am kalten Polar


Mit lauter Ladies vor dem "Loveboat" Polarstern!

Auch auf der Brücke begegnet uns eine Frau, die hier das Sagen hat...



Heute vormittag ist das deutsche Forschungsschiff "Polarstern" von Bremerhaven aus zu einer Expedition in die Arktis aufgebrochen. Birgit hatte mir einen Besuch des in Wissenschaftskreisen als "Loveboat" bekannten "Kutters" (wie der Norddeutsche gemeinhin etwas schnodderig zu sagen pflegt) zum Geburtstag geschenkt. Glück hat, wer der Helmholtz Gemeinschaft angehört!
Also waren wir am Montag auf dem Schiff und haben die letzten Vorbereitungen beobachtet: Noch wurde fleißig gearbeitet, Proviant und Container wurden geladen, Decksbeleuchtungen ausgetauscht, die Klimaanlage repariert, der vordere Bordkran gewartet.
Die neue Besatzung war schon an Bord und auf der Brücke beantwortete eine junge Offizierin unsere neugierigen Fragen zu dem "Eimer", wie sie das Schiff nannte.
Im Inneren wurde mir klar, wie der wissenschaftliche Spitzname entstanden ist: Es geht sehr eng zu, der Aufenthaltsraum ist plüschig rot, die Kabinen sind kuschelig und in den Polargebieten gibt es keinen Fernsehempfang und kein ständig präsentes Internet...
Wäre da nur nicht der ständige Kampf mit der Seekrankheit und der trockenen Klimaanlagen-Luft, die zu statischen Entladungen und hässlicher Haut führt. Wobei: Gegen letztere hilft Nivea-Creme, die im Bordshop erhältlich ist.

Die aktuelle Position des Schiffes lässt sich hier nachvollziehen:
www.awi.de/de/infrastruktur/schiffe/polarstern/wo_ist_polarstern/


Aktueller Blog: www.wissenslogs.de/wblogs/blog/polarstern-unterwegs/

Gute Fahrt, Polarstern!

Kabine


Der Aufenthaltsraum


Die Bibliothek - oder "Blauer Salon"


Der zentrale Arbeitsgang auf dem E-Deck

Bizarr: Diese Telefonzelle der Telekom stand viele Jahre in der Antarktis

Ob Kachelmann in diesem Kabuff des Wetterdienstes auch einmal eine Geliebte hatte, blieb offen...


Der typische Eisbrecherrumpf der "Polarstern"

07 April 2010

Tour nach Karpacz


Annäherung ans Riesengebirge: Die Schneekoppe ist schon von weither sichtbar

Heute ist wunderschönes warmes Frühlingswetter. Wir fahren nach Karpacz, an den Fuß des Riesengebirges. Von Czocha aus sind es 65 Kilometer auf der Landstraße - durch wunderschöne polnische Dörfer und Städte.
In Karpacz liegen sogar noch Schneereste. Aber der alte Einer-Sessellift, der uns bis auf 1200 m hinauf transportieren und den Weg auf die Schneekoppe verkürzen soll, ist schon in der Revision. Arbeiter haben die Sessel abgenommen und schleifen gerade die alte Farbe an.
Also müssen wir kaufen - sehr zum Mißfallen von Osa. Alle Überredungskünste helfen nichts: Das Kind jammert nur herum und will bald wieder zurück. Also kehren wir um. Zu allem Überfluss wird das quengelige Kind dann noch von einem echten polnischen Hund gebissen.
Also fahren wir zurück nach Czocha und beenden den Tag mit ein paar Bieren auf einer sonnigen Bank vor dem Schloß.

Es liegt immer noch genügend Schnee auf den Pisten - aber die Lifte sind nun geschlossen.

Arbeiter haben die Sessel des Lifts abgenommen und erneuern den Anstrich

Vor dem Verleih muchten alte Skistiefel aus

Blick hinunter auf das Vorgebirge - wo Karpacz und Jelenia Gora liegen.

06 April 2010

Auf nach Zamek Czocha


Es ist Frühling, die Ski stehen in der Ecke - und Besuch aus den USA hat sich angesagt. Nachdem wir im Dezember eine wunderschöne Woche bei Inge, Jim und Osa in Michigan verbracht hatten, kommen die drei nun zum Gegenbesuch nach Europa. Und während sie uns in eine typisch amerikanische Blockhütte am Michigansee eingeladen hatten, haben wir uns nun etwas sehr europäisches ausgedacht: Den Besuch in einem echten Schloß.
Über viele Jahre habe ich die ersten Maitage auf Zamek Czocha verbracht. Die Fahrt, zusammen mit Freunden/innen aus der TU Berlin unter dem Motto "Auf nach Zamek Czocha" organisiert, gehörte einst fest in meinen Kalender. Seitdem aber die meisten der früheren Organisatoren/innen mit dem Studium fertig waren, fand sich auch keine Gruppe mehr, die die Sache organisierte.
Nun also nach einigen Jahren wieder der erste Besuch. Ich war gespannt, und auch darauf gefasst, dass dieser schöne Ort dem überbordenden Kommerz zum Opfer gefallen sein könnte. Aber zu meiner positiven Überraschung ist alles noch so verschlafen und romantisch wie seit ehedem - auch wenn die Preise kräftig angezogen haben.