Nach unseren schönen Skitagen im Erzgebirge stoße ich beim Googeln heute auf das sehr liebevoll gestaltete Portal "Das wiederentdeckte Erzgebirge":
http://www.znkr.cz/de/
Es beinhaltet ein Ortsregister, eine interaktive Landkarte, Links, Geschichten und Berichte über über die Kultur und Menschen des Erzgebirges.
Außerdem gibt es Hinweise zu Unterkünften, einen Kalender; Es werden Initiativen vorgestellt, Veranstaltungen angekündigt und es gibt ein Log-In.
Der Autor des Projekts "Das wiederentdeckte Erzgebirge" und "Mosaik der erzgebirgischen Kultur" ist Mgr. Petr Mikšíček:
Telefon: +420 603 176 395
Email: petrmiksicek@seznam.cz
ICQ: 291-329-638
Skype: pmiksicek.cfme.net
Postanschrift:
Na Ostrohu 49
160 00 Praha 6
Webcams in Zielorten des Uni-Schneesport Berlin e.V.
02 Januar 2009
Erzgebirgs-Portal
30 Dezember 2008
Tour nach Jeleni
| Von Erzgebirge Skitour |
Nachdem wir gestern auf der Magistrale in Richtung Boží Dar gelaufen sind, zieht es uns heute in die andere Richtung. Über eine wunderschöne Höhenloipe geht es durch den Wald nach Jeleni. Anders als im Riesengebirge gibt es hier im Erzgebirge nur wenige bewirtschaftete Bauden, in denen die Skiwanderer sich verpflegen oder aufwärmen können. Gestern haben wir das schmerzlich zu spüren bekommen, als wir unsere Pause frierend in einer dem Wind ausgesetzten Schutzhütte verbringen mussten und nichts dabei hatten außer etwas Tee und wenigen Stücken Schokolade.
In Jeleni soll es dagegen eine Baude geben. Doch als wir ankommen, ist diese hoffnungslos überfüllt. So üben wir an einem idealen Hang zunächst Telemark-Schwünge und packen dass unsere vorsorglich geschmierten Brote aus. Heute ist es nahezu windstill und wieder wunderbar sonnig.
Schade, dass unsere Wirtsleute heute bereits andere Gäste erwarten und wir das Zimmer am Morgen räumen mussten. Ursprünglich wollten wir bis Sylvester bleiben, waren jedoch froh, dass wir wenigstens für zwei Nächte eine Unterkunft in Pernink fanden. Doch plötzlich wendet sich das Blatt. Als wir nach dem Skifahren in das gemütliche "Café Antik" einkehren, bietet uns die Wirtin zwei Zimmer für eine weitere Nacht an. Andreas, Katrin und Pedro nehmen das Angebot an. Winni, Wilfried und ich entschließen uns aber nicht noch einmal um und fahren nach drei wunderbaren Skitagen schließlich nach Berlin zurück.
29 Dezember 2008
Pernink
Wer bei Oberwiesenthal über die tschechische Grenze fährt, kommt sobald in das Örtchen Boží Dar. Von dort aus führt eine Straße hinunter nach Jáchimov. In einer scharfen Linkskurve zweigt rechts eine kleine Straße ab, die zunächst nach Abertamy und dann nach Pernink führt. Im "Ski-Atlas der Tschechischen Republik" (Verlag Debora Praha) steht über Pernink: "Die hochgelegene Grenzstadt ist mit ihrer Silber- und Kobaltförderung seit dem 16. Jahrhundert und der Textil- und holverarbeitenden Industrie seit dem 18. Jahrhundert bekannt. Zahlreiche Überreste der Fördertätigkeit blieben in der breiten Umgebung bis heute erhalten. Mit der Nachkriegsaussiedlung der Deutschen verlor die Stadt die Mehrzahl ihrer Einwohner und die 700 ständig hier wohnenden Personen sind zum Großteil von der Entwicklung des Fremdenverkehrs abhängig."
Wir finden diese Beschreibung bestätigt - und müssen feststellen, dass der Exodus anhält: Pedro hat von einem Freund die Telefon-Nummer einer Familie aus Pernink, die im Winter einige Zimmer ihres Hauses vermietet. Das Ganze ist eigentlich keine richtige Pension; wir finden das Haus nur aufgrund einer Beschreibung ("Straße am Bach, Haus mit Weihnachtsbeleuchtung im Fenster"). Die Zimmer haben jeweils vier oder mehr Betten und die Gäste nutzen Bad, Küche und Wohnzimmer der Familie mit. Alles ist sehr gemütlich, sauber und preiswert. Abends stellt uns unser Wirt stolz seinen Sohn vor. Lukas ist 26 Jahre alt und lebt heute in New York. Illegal, wie wir bald im Gespräch herausfinden. Vor sechs Jahren ist er in die USA geflogen, um Eishockey-Profi zu werden. Er spielte zunächst in einer Junior-Liga. Durch eine Verletzung musste er den Sport dann aber aufgeben. Mittlerweile arbeitet er auf dem Bau; er baut Holzhäuser, wie er sagt. Zu Weihnachten ist er zum zweiten Mal in sechs Jahren wieder in der Heimat. Er weiß nicht, ob er wieder in die USA einreisen darf, denn er hat sein Touristenvisum um Jahre überzogen; vielleicht laufen die Geschäfte mit Holzhäusern auch nicht mehr so gut - schließlich gibt es das Wort "Immobilienkrise" -, obwohl Lukas das abstreitet. Vielleicht zieht es auch wieder nach Europa, wenn er davon redet, eventuell nach London zu gehen. Fakt ist aber offenbar, dass die Jungen weiterhin die Dörfer im Erzgebirge verlassen.
Pernink hat für uns dennoch den großen Vorteil, dass es direkt an der Langlauf-Magistrale Nové Hamry - Horní Blatná - Boží Dar liegt. Wir steigen morgens direkt am Ortsrand auf die Ski und sind mitten in einem herrlichen Loipengebiet.
