21 Mai 2006

Abhauen von der Schneekoppe

Abhauen I
Abhauen II
Abhauen III

Zamek Czocha


Das märchenhafte Schloß Czocha war jedes Jahr im Mai Ziel einer Studi-Fahrt der TU Berlin, an der bis zu 90 Personen teilnahmen. Seit 1994 gab es diese 3-4 tägigen Ausflüge zwölf Mal. Sie waren als "Erstsemesterfahrt" deklariert, weil die ursprünglichen OrganisatorInnen einmal Erstsemester waren, als sie Czocha entdeckten.
Vom Turm der Burg ist die Schneefabrik auf dem Riesengebirgskamm zu sehen und mit dem Fahrrad erreicht man innerhalb von zwei Stunden Szklarska Poreba auf wundersamen Straßen, die durch fast vergessene Städtchen führen. In zwei bis drei Tagen wäre es sicher möglich, bequem die Strecke nach Spindl mit dem Fahrrad zurück zu legen. Wir haben das nie gemacht, denn die unmittelbare Umgebung des Schlosses, mit dem Stausee, den Wäldern und kleinen Dörfern, ist so schön, dass wir nie weg wollten.
Doch als ich jetzt aktuelle Bilder vom Schloß auf einer Webseite entdeckte, muss ich mit Erschrecken feststellen, dass es gründlich renoviert worden ist: Der altehrwürdige Rittersaal, in dem wir unsere Parties feierten, ist gleißend gelb gestrichen; das wunderbare Zimmer 201, mit seinen fünf durchgelegenen Betten und der alten massigen Badewanne ist schon vor ein paar Jahren einmal schlimm renoviert worden. Damals wurde die wunderschöne Badewanne gegen ein billiges Baumarktmodell ausgetauscht. Nun jedoch zieren dieses Zimmer, von dem es den besten Überblick über die Burgbrücke und den Vorhof gibt, auch noch kitschige Wandgemälde. Dafür heißt es jetzt "Ritterzimmer" und hat ein Doppelbett.
Es gibt nun noch andere bunt gestrichene Räume, die beispielsweise "Harry-Potter-Zimmer" heißen. Oh, wie trendy! Außerdem gibt es eine Sauna und einen Fitness-Raum, den angesichts der fantastischen Natur draussen hier niemand braucht. Da war wohl die Phantasie eines Produktmanagers am Wirken.
Phantasievoll gestaltet sind auch die aktuellen Preise. Seit Polen in der EU ist, explodieren sie.
Also: Good bye Czocha - Du warst ein zauberhafter Ort. Eigentlich ein Wunder, dass es 16 Jahre gedauert hat, bis dieses nur 30 Kilometer von der deutschen Grenze entfernte Märchenschloß von den Übeln der neuen Zeit eingeholt wurde.
Anderes Blog von jemandem, der aktuell dort war sowie Link zum Schloß (mit Fotos der Zimmer):
http://palikowski.vel.pl/node/109
http://www.zamekczocha.pl/

20 Mai 2006

Nachrichten aus Spindl


Es gibt gute Nachrichten aus Spindl: Der Schnee ist endlich (fast) weg; Die letzten Gäste haben die Bouda Na Plani verlassen. Natürlich gab es eine Abschiedsparty, von der sich jetzt noch alle erholen. Jitka schreibt mir in einer Geburtstagskarte: "Die letzten Tage in der Baude waren sehr interessant, besonders anspruchsvoll und traurig". Aber sie hat eine neue Arbeit gefunden. Und ab September will sie noch einmal eine Schule besuchen. Alles Gute, Jitka!
Evinka, die Köchin, geht in den wohlverdienten Ruhestand.
Mirek widmet sich seiner Pension in Strazne und freut sich jederzeit auf Besuch von seinen alten Gästen von der TU. Auch der neue Wirt läßt ausrichten, dass er sich freuen würde, wenn wir nächstes Jahr wieder auf die Bouda Na Plani kämen. Viele Grüße läßt ausserdem der Pistenbullimann über Jitka ausrichten. Mit der Verständigung ist es ja so eine Sache. Ich interpretiere das so, dass es auch zukünftig mit dem Gepäcktransport irgendwie klappen wird. Das war in den letzten Jahren zunehmend schwierig und einer der Gründe für Mireks Rückzug.
Mitte Mai sieht es auf der Schneekoppe übrigens so aus, wie auf dem Bild. Leider ist der traditionelle Czocha-Ausflug mit Abstecher ins Riesengebirge dieses Jahr nicht zustande gekommen - finanzkräftigere Gruppen haben unser Märchenschloß entdeckt.